Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.11.2014

17:55 Uhr

Börse Frankfurt

Draghi lässt Dax-Anleger jubeln

Mario Draghi erlöst die Märkte. Sein Bekenntnis zur Ausweitung der Bilanz der Notenbank hat den Dax zeitweise über 9400 Punkte gehievt. Für gute Stimmung sorgen außerdem starke US-Wirtschaftsdaten.

Finanzexperte zum EZB-Zinsentscheid

EZB liefert „langweilige, ereignislose Pressekonferenz“

Finanzexperte zum EZB-Zinsentscheid: EZB liefert „langweilige, ereignislose Pressekonferenz“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDie Notenbanken geben an den Börsen weiterhin den Ton an. Am Donnerstag war die Europäische Zentralbank der Taktgeber. Sie ließ den Leitzins zwar unangetastet bei 0,05 Prozent, doch die anschließende Pressekonferenz mit Zentralbank-Chef Mario Draghi hatte es in sich. Kurz nach Beginn der Konferenz schoss der Dax auf ein Plus von 1,6 Prozent. Später flaute die Euphorie allerdings ein wenig ab. Am Ende notierte der Dax immerhin noch 0,66 Prozent fester bei 9377 Punkten.

Der Chef der Zentralbank sicherte den Märkten eine deutliche Ausweitung der Bilanz der Notenbank auf das Niveau von 2012 zu. „Unsere Bilanzsumme wird wachsen – und die anderer Zentralbanken wird sinken“, sagte der EZB-Präsident auf der Pressekonferenz in Frankfurt. Außerdem kündigte er an, dass der Aufkauf der sogenannten ABS-Papiere für eine Laufzeit von zwei Jahren angesetzt sei.

Im Hinblick auf die niedrige Inflation im Euro-Raum schloss Draghi unkonventionelle Maßnahmen nicht aus. Der Rat habe den Stab der Notenbank mit dem Auftrag betraut, die Umsetzung weiterer, notfalls nötiger Maßnahmen rechtzeitig vorzubereiten, sagte EZB-Chef Mario Draghi. Das Gremium sei sich einig in der Verpflichtung, bei Bedarf weitere unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen. Dazu könnte nach früheren Äußerungen Draghis auch der massenhafte Ankauf von Staatsanleihen zählen.

„Neu ist, dass die EZB nun eine Arbeitsgruppe gebildet hat, die weitere Maßnahmen vorbereitet. Die theoretische Möglichkeit wurde zwar diskutiert, aber jetzt ist klar, dass sie sehr bald einen Plan in der Schublade haben werden, der aktiviert werden kann. Draghi hat damit den Finger am Abzug“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

Staatsanleihenkäufe gelten als letztes Mittel zur Abwehr einer Deflation. Einige Experten sehen den Ankauf jedoch kritisch. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hatte zuletzt als weiteres Mittel auch den Ankauf von Firmenanleihen ins Spiel gebracht.

Thomas Meissner von der DZ Bank zeigte sich zufrieden mit Draghis Aussagen: „Aufs große Ganze sehen wir aktuell keine Veranlassung, an unserer EZB-Prognose etwas zu ändern: Die Leitzinsen bleiben auf ihren gegenwärtigen niedrigen Niveaus, und Staatsanleihenkäufe in großem Stil werden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr starten.“

Aktienarten

Inhaberaktie

Ein Eigentümerwechsel ist jederzeit möglich.

Namensaktie

Die Besitzer sind in ein Aktionärsregister eingetragen.

Stammaktie

Der Aktionär hat alle gesetzlichen Mitspracherechte.

Vorzugsaktie

Der Aktionär erhält eine höhere Dividende, verzichtet aber auf Mitspracherechte.

Stückaktie

Der Aktionär ist mit einem prozentualen Beitrag am Grundkapital beteiligt.

Nennwertaktie

Der Aktionär ist mit einem bestimmten Euro-Betrag (mindestens ein Euro) am Grundkapital beteiligt.

Quelle

„Aktien für Dummies“, Autoren: Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein. ISBN: 978-3-527-71018-8

Angetrieben wurden die Kurse heute auch von starken US-Konjunkturdaten. Die größte Volkswirtschaft der Welt konnte ihre Produktivität im vergangen Quartal um satte zwei Prozent steigern. Experten hatten lediglich mit einer Steigerung um 1,5 Prozent gerechnet. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist eine deutliche Erholung zu erkenne. In der vergangenen Woche haben nur 278.000 US-Bürger einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe eingereicht. Prognostiziert wurden immerhin 285.000. Von der Genesung des US-Arbeitsmarktes hängt ab, wann die Federal Reserve ihre expansive Geldpolitik zügeln wird.

Kommentare (35)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Dr. Peter Lustig

06.11.2014, 08:03 Uhr

"Dann wird die EZB verkünden, ob sie die Konjunktur weiter ankurbeln wird."

Hier geht es doch nicht, um "ob", sondern das "wie" und "wann" und ob es dann ausreichend Wirkung zeigt.

Ich halte es allerdings für wenig Wahrscheinlich, dass heute schon groß nachgelegt wird. Es werden wohl eher wieder hoffnungserweckende, verbale Signale.

Edi Haas

06.11.2014, 08:18 Uhr

Bei mir gab es heute Nacht auch wieder hoffnungsfrohe verbale Signale.

Jetzt überlege ich mir "ob" ich mir ein Rührei mache und "wie" und "wann" ich den den Speck dazugebe und ob ich danach auch satt bin.

Herr Thomas Podgacki

06.11.2014, 08:34 Uhr

@Rocco Siffredi

Besser schmeckt es, wenn man den Speck zuerst in die Pfanne gibt und ein wenig ausbraten läßt. Dann das Rührei und wenn fast fertig etwas Blattpetersilie darüber.

Guten Appetit und schönen Tag noch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×