Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.10.2016

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Draghi lässt Dax über 10.700 Punkten schließen

VonIlias Stampoulis

Alles beim Alten nach der EZB-Sitzung. Zwar blieb eine Verlängerung der Anleihekäufe aus, doch die Märkte zeigten sich am Ende erleichtert darüber, dass die Geldpolitik locker bleibt. Anleger hatten Schlimmes befürchtet.

Börsen-Berichte

EZB-Pressekonferenz: Draghi setzt keine Impulse

Börsen-Berichte: EZB-Pressekonferenz: Draghi setzt keine Impulse

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtEuropas Börsianer freuen sich über die weitere Rückendeckung der EZB. Wie erwartet beschlossen die Währungshüter am Donnerstag keine neuen Maßnahmen Nachdem die Ergebnisse der heutigen Ratssitzung bekannt wurden, rutschten die erst Kurse ins Minus, ehe sich schließlich eine positive Lesart durchsetzte. Am Ende notierte der Dax 0,5 Prozent fester bei 10.701 Punkten und markierte zwischenzeitlich ein Sechswochenhoch. Erleichtert reagierten die Märkte darauf, dass eine Reduktion des Anleihekaufprogramms nicht mal diskutiert wurde – ein diesbezügliche Medienbericht hatte die Anleihenmärkte vor kurzem in Aufruhr versetzt. Der ein oder andere hatte wiederum auf eine Verlängerung der Käufe gesetzt, am Ende überwog die Freude.

Beim billionenschweren Anleihekaufprogramm, das vor allem in Deutschland umstritten ist, sieht sich die EZB gleich mehreren Schwierigkeiten ausgesetzt. Die Zentralbank kauft derzeit europäische Staatsbonds in einem Volumen von monatlich knapp 80 Milliarden Euro. Der Plan: Durch den Kauf fallen die Renditen, was die Titel für Banken unattraktiv macht und diese wiederum animieren soll, die Kreditvergabe auszuweiten. Wie viele Staatstitel die EZB von welchem Mitglied des Euro-Systems kauft, hängt vom vom sogenannten Kapitalschlüssel ab. Dieser gibt an, mit wie viel Prozent die jeweilige Notenbank des Landes an der EZB beteiligt ist.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Und hierin liegt das Problem: Inzwischen weisen so viele Obligationen eine Negativrendite auf, dass es den Geldpolitikern immer schwerer fällt, den verpflichtenden Kapitalschlüssel aufrecht zu erhalten. Auch die zehnjährigen Bundesanleihen rentierten zeitweise unter Null. Es kommt zum Engpass bei den Papieren, die gekauft werden dürfen. Zudem notieren etwa die Schuldscheine Portugals nur knapp über dem selbstauferlegten Mindest-Investmentgrade. Im Laufe des Jahres hatte die EZB den Kauf bereits auf Privatunternehmen ausgeweitet. Das Programm umfasst insgesamt ein Volumen von 1,7 Billionen Euro und ist bis März 2017 angelegt.

Mario Draghi hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Handlungsfähigkeit bekundet: Sollte es nötig sein, werde das Programm verlängert. Derselbe Wortlaut fand sich auch in der heutigen Veröffentlichung. Beim Blick in den Pressebereich der EZB-Homepage könnte der Verdacht aufkommen, es handle sich bei der heutigen Mitteilung um die Ergebnisse der vergangenen Sitzung. Der Italiener navigierte anschließend gewohnt routiniert durch die Fragen der Journalisten auf der Pressekonferenz. Der EZB-Rat warte bis genügend belastbare Daten vorhanden sind, eher er eine sinnvolle Entscheidung treffen könne, so Draghi.

Acht vielversprechende Aktien: Gewinnmaschinen fürs Depot

Acht vielversprechende Aktien

Premium Gewinnmaschinen fürs Depot

In Zeiten stagnierender Aktienmärkte und niedriger Zinsen sind renditeträchtige Einzelwerte besonders gefragt. Eine Handelsblatt-Studie hat acht vielversprechende Werte identifiziert – aus Europa und den USA.

Wie im September wehrten sich die Zentralbanker dagegen, Schritte voreilig zu unternehmen. Man wolle erst den Effekt des Programms auswerten, hieß es auf der Pressekonferenz. Die Währungshüter verweisen darauf, dass sich bereits eine positive Wirkung in den Kennzahlen zeige, und eine weitere Lockerung voreilig wäre. Die Gesamtlage bleibt schwierig. Die als Ziel ausgegebene Inflation von knapp zwei Prozent bleibt weit unterboten, auch die Konjunktur im Euroraum ist von voller Fahrt weit entfernt, Wachstum bahnt sich an, ist aber fragil.

Um jeglichen Verdacht des Aktionismus im Keim zu ersticken, betonte Draghi mehrmals, dass über eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms gar nicht erst diskutiert wurde. Die Märkte gaben kurz darauf nach. Mit der direkt darauffolgenden Aussage, dass über eine Reduktion der Käufe ebenso wenig geredet wurde, fingen sich die Kurse an den Börsen umgehend und setzten zu Bergfahrt an. Das sogenannte Tapering, so der oberste Währungshüter des Kontinents, stand nicht zur Debatte. Im laufenden Monat hatte ein Bericht, die EZB plane einen schrittweisen Rückgang der monatlichen Anleihekäufe, die Märkte völlig überrascht. Allen Spekulationen im Vorfeld zum Trotz: Die Führungsriege wartet eine weitere Fundierung ab.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr hartmut braune

20.10.2016, 15:38 Uhr

.....gunama.......eine neue Wortschöpfung aus den Anfangsbuchstaben der Worte..."gute Nacht Marie".....so ist der Tenor zu vermelden.....aus der EZB-Sitzung von heute....und der weitere Inhalt?.....nur keine Erkältung am Parkett.....keinen Schnupfen....alles ist gut....... soll alles bleiben, wie es ist...nur keine Erkrankungen......weiterhin der klare Blick nach Vorne mit aufrechtem Gang.....war doch bisher eine gute Zeit, und so soll es weiter gehen.....noch Fragen?
keine?......keine.... gut so, hat man doch erwartet........
....haleluja.............

Herr hartmut braune

20.10.2016, 17:17 Uhr

........und so sagt der Chef zu Krümelchen.....was hängst Du da unten alleine nur herum......hab dir doch gesagt, Du sollst die Flöte blasen, wenn Du schon keine Trompete bedienen kannst.....ach Chef.....ach Chef.....ich hab doch Bauchschmerzen.....was? Du hast Bauchschmerzen?.....ja Chef...ganz Schlimm...meine Mama hat schon eine Wärmflasche auf meinen Bauch gelegt.....ja Krümelchen.......ich brauche Dich aber....gerade jetzt...ja dann....ja dann.... geh zum Arzt....laß Dir ne Pille verschreiben.....und komm bald wieder......ja Chef, mach ich......
......und Krümelchen kam wieder.....na....was sagt der Doktor?.....ach Chef.....er sagt....ich soll mich nicht so anstellen......er wüßte, daß ich ein Musikinstrument spielen würde, und das wäre die Trompete......ja....so ist es, hab ich ihm gesagt.....ja Krümelchen, dann tu das auch.....und Krümelchen nahm sich die Trompete, und blies so laut, daß alle Leute vom Parkett zusammen kamen und feierten Krümelchen......und vortan hat man sie jeden Tag unten auf´m Parkett Trompete blasen lassen......und alle gingen zufrieden nach Hause......und Krümelchen wurde ein großer Star....ist doch die Musik....und wenn sie noch hauseigen gemacht wird.....ein großer Heilungsfaktor........
.....und Krümelchen wuchs und wuchs......wurde größer und größer.....und der Chef nahm sie eines Tages auf den Arm....setzte sie auf die Theke......und alle kamen und bewunderten sie......und man beschenkte sie mit vielen guten Wünschen.....und dem Wunsch, weiter unten für alle auf´m Parkett Musik zu machen...........und das tat Krümelchen.....sie wurde groß und stark.....und wenn sie nicht bald stirbt, blässt sie weiter ihre Trompete.........

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×