Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.11.2014

17:54 Uhr

Börse Frankfurt

Draghi sorgt für Dax-Feuerwerk

Eigentlich sollte es ein ruhiger Wochenausklang werden. Doch wenn Mario Draghi spricht kann von Ruhe keine Rede sein. Er verspricht frisches Geld und begeistert die Anleger. Der Dax schließt zweieinhalb Prozent im Plus.

Börse am Abend

EZB schickt Dax auf Klettertour

Börse am Abend: EZB schickt Dax auf Klettertour

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtMario Draghi hat es wieder einmal geschafft. Nur mit Worten gelang es ihm, die Anleger am Freitag in Freudentaumel zu versetzen. In einer am Vormittag gehaltenen Rede bekundete der EZB-Präsident einmal mehr den Willen der obersten Währungshüter, die Konjunktur Europas wieder in Gang zu kriegen. Der Dax setzte dank der Hoffnung auf die neuen Geldspritzen zur Rally an und schloss ganze 2,6 fester bei 9732 Punkten. Damit verbucht der Leitindex auf Wochensicht ein Plus von über fünf Prozent und damit das größte Wochenplus seit über elf Monaten.

Eigentlich hatten die Börsianer angesichts eines leeren Terminkalenders mit einem ruhigen Wochenausklang gerechnet. Doch der Italiener machte dem einen Strich durch die Rechnung. Beim European Banking Congress in Frankfurt betonte der EZB-Präsident, die Niedrig-Inflation - und damit einen der Gründe für die lahmende Konjunktur im Euro-Raum - mit allen Mitteln zu befeuern. Die EZB sei bereit, bei Bedarf noch stärker als bislang an den Finanzmärkten zu intervenieren und über Wertpapierkäufe mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. „Und das ohne unnötige Verzögerung“, sagte Draghi.

In Anbetracht der niedrigen Teuerungsrate im Euro-Raum, die mit derzeit 0,4 Prozent deutlich unter den als Zielwert ausgegeben 2,0 Prozent rangiert, gehen der EZB die Argumente aus. Der Druck erhöhte sich zudem noch einmal, seitdem die deutsche Konjunktur in den vergangenen zwei Quartalen erlahmt. „Dadurch, dass die größte europäische Volkswirtschaft erhebliche Schwächezeichen aufweist, wird die Position der EZB nicht einfacher“, kommentierten die Volkswirte der National-Bank in Essen die Situation. „Die Forderungen an ein 'echtes' Quantitative Easing mit dem Ankauf der Staatsanleihen werden nicht verhallen.“

Ebenfalls erfreuliche Nachrichten für die Börsianer kamen aus China. Denn auch dort plant die Notenbank ihre geldpolitischen Zügel zu lockern. Die PBOC senkt erstmals seit mehr als zwei Jahren den Leitzins. Der Zins für Zentralbank-Kredite mit einem Jahr Laufzeit sank von 6,0 auf 5,6 Prozent, wie die PBOC am Freitag mitteilte. Zugleich wird den Geldinstituten mehr Freiheit bei der Gestaltung von Zinsen auf Kundeneinlagen gewährt. Die Konjunktur in China hat zuletzt an Fahrt verloren. Im Sommer legte die Wirtschaft mit einem Plus von 7,3 Prozent so langsam zu wie seit Anfang 2009 nicht mehr.  

Auch die zweite Reihe blies getrieben von den Notenbank-Nachrichten zur Aufholjagd. Die Mid-Caps des MDax stiegen um 1,8 Prozent zu auf 16.842 Punkte. Die Technologie-Titel im TecDax schlossen 0,8 Prozent fester bei 1328 Zählern. Der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, kletterte sogar um drei Prozent auf 3194 Stellen.

Auch an den US-Börsen, ohnehin schon auf Rekordniveau, griffen die Investoren weiter zu. Der Dow-Jones-Index lief mit einem Aufschlag von knapp einem Prozent bei 17.863 Punkten. Zwischenzeitlich erreichte der Standardwerte-Index mit 17.891 Punkten einen neuen Höchststand.

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Edi Haas

21.11.2014, 09:34 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Edi Haas

21.11.2014, 09:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Edi Haas

21.11.2014, 11:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×