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11.01.2013

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Ernüchterung beim Dax

Nach einem fulminanten Jahresstart hat der Dax eine Verlustwoche hingelegt. Investoren hielten sich mit Blick auf die anlaufende Bilanzsaison mit Käufen zurück. Der Leitindex wechselte mehrfach das Vorzeichen.

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax eine Verlustwoche hinter sich. dpa

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax eine Verlustwoche hinter sich.

FrankfurtDie Akteure am deutschen Aktienmarkt haben sich am letzten Wochenhandelstag zurückgehalten. Nachdem der deutsche Leitindex Dax sein Vorzeichen mehrmals gewechselt hatte, schloss er mit einem kleinen Plus von 0,09 Prozent bei 7.715 Punkten. Auf Wochensicht steht beim Index ein Minus von gut einem Prozent.

Die Investoren hatten mehrere Nachrichten zu verarbeiten. Für Zuversicht sorgte Draghis am Donnerstag Optimismus bezüglich der Konjunktur Europas. Die Aussagen beflügelten außerdem den Euro. Die Entscheidung der EZB den Leitzins bei 0,75 Prozent zu belassen beschäftigte die Investoren auch heute noch.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Gemischte Gefühle hatten die Teilnehmer dagegen wegen Japans riesigem Konjunkturpaket. Japans Regierung will mit milliardenschweren Konjunkturstützen und der Hilfe der Notenbank die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Das Kabinett von Ministerpräsident Shinzo Abe brachte am Freitag die größte Finanzspritze seit Ausbruch der Finanzkrise im Volumen von umgerechnet fast 90 Milliarden Euro auf den Weg. Doch Japan ist bereits so hoch verschuldet wie kein anderes Industrieland weltweit.

Das Paket schickte den Yen auf Talfahrt, denn die Notenbank solle demnächst auch mithelfen mehr Jobs zu schaffen. Der Gold-Future in Tokio stieg am Freitag auf ein Rekordhoch von 4,802 Yen pro Gramm, nachdem die Landeswährung auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief gefallen war.

Dax-Bilanz 2012: So stark wie lange nicht mehr

Die drei Schlusslichter

Platz 30: Eon
Auch in einem guten Börsenjahr können Anleger verlieren – zum Beispiel mit der Aktie von Eon. Der Kurs des Stromkonzerns fiel um 15,5 Prozent: Schon im Jahr davor gehörten die Eon-Aktien zu den schwächsten.
Platz 29: Deutsche Telekom
Unter dem Strich stand ein Minus von drei Prozent. Die Dividende sinkt.
Platz 28: Fresenius Medical Care
Der Dialysekonzern fällt mit einem kleinen Minus (-0,4 Prozent) im Dax deutlich zurück. In den USA droht bei Dialyselösungen eine Sammelklage.

So gerade im Plus

Platz 27: Thyssen-Krupp
Auf Jahressicht lagen die Aktien von Thyssen-Krupp nur hauchdünn im Plus (+ 0,2 Prozent). In den vergangenen drei Jahren verloren die Papiere knapp 30 Prozent an Wert. Der Konzern steckt tief in der Krise.
Platz 26: K+S
K+S leidet unter niedrigen Preisen für seine Kali-Düngemittel. Die Aktie machte eine wahre Achterbahnfahrt durch.
Platz 25: Infineon
Wegen der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten ist der Gewinn von Infineon eingebrochen. Der Konzern reagierte und setzte Kurzarbeit ein.

Drei Schwergewichte schwächeln

Platz 24: Deutsche Börse
Für die Deutsche Börse wirkte die gescheiterte Super-Fusion mit der Nyse im Jahr 2012 immer noch nach. Die Aktie der Deutschen Börse hat 2012 sieben Prozent zugelegt.
Platz 23: Commerzbank
Die Aktien konnten 2012 gerade mal um zehn Prozent steigen. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 kostete die Aktie des zweitgrößten deutschen Bankhauses noch rund 30 Euro, heute gerade mal 1,44 Euro.
Platz 22: Siemens
Siemens verdient gut und spart. Auf Jahressicht reicht es aber nur zu einem Plus von 11,2 Prozent.

Unteres Mittelfeld

Platz 21: Deutsche Bank
11,9 Prozent im Plus. Bei der Jahresendrally wurde die Aktie ausgelassen.
Platz 20: Linde
Mit einem Plus von 14,8 Prozent schneidet Linde deutlich schwächer ab als der Dax. In den kommenden Jahren wird vor allem gespart.
Platz 19: RWE
Die Energiewende trifft RWE hart. Die Aktie legte dennoch seit Jahresbeginn 2012 um 15,1 Prozent zu - deutlich besser als Konkurrent Eon.

Mittelfeld

atz 18: Daimler
Im Oktober enttäuschte Daimler und schickte die Aktie damit auf Talfahrt. Auf Jahressicht hat die Aktie um 21,8 Prozent zugelegt.
Platz 17: Fresenius
Die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius ist 2012 um 21,9 Prozent gestiegen. Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens feierte das Unternehmen Rekorde.
Platz 16: Merck
Merck blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Die Aktionäre vertrauten dem Unternehmen trotzdem. In 2012 stieg der Aktienkurs um 29,6 Prozent.

Oberes Mittelfeld

Platz 15: BASF
2012 war das Jahr des Umbaus bei BASF. Die Aktie des Chemiekonzerns hat 32 Prozent zugelegt. Auf Drei-Jahres-Sicht steht sogar ein Plus von mehr als 60 Prozent zu Buche. BASF gehört zu den Konzernen, die Anlegern konstant satte Dividenden auszahlen.
Platz 14: Adidas
Die Aktie des Sportartikelherstellers kann ein stolzes Jahresplus von 34 Prozent vorweisen. Seit 2009 hat sie fast 150 Prozent zugelegt.
Platz 13: Henkel
Die Aktionäre dürfen mit einem Plus von 39,5 Prozent zufrieden sein. Die Aktie kostet mit mehr als 60 Euro so viel wie nie. Im Jahr 2009 gab es die Anteilsscheine noch für unter 20 Euro.

Deutsche Post

Der Logistikkonzern ist nach Ansicht von Analysten hervorragend aufgestellt, besonders im Expressgeschäft. Die Entwicklung der Aktie spiegelt das wider: Anleger freuen sich über ein Plus von 39,7 Prozent im Jahr 2012. Der Durchschnitt der Analysten prognostiziert bis 2015 ein jährliches Gewinnwachstum von rund zehn Prozent.

Heidelberg-Cement

Dass in Europa wegen der Euro-Krise weniger gebaut wurde, hat den Baustoffkonzern belastet. Dank seines Sparkurses sowie Preiserhöhungen in absatzstarken Märkten wie Nordamerika steigerte das Unternehmen trotzdem seinen Gewinn. Auch die Aktie schnitt mit einem Plus von 39,8 Prozent über dem Dax-Durchschnitt ab.

BMW

Die Aktie des Autobauers hat 2012 um 40,9 Prozent zugelegt. Wer die Aktie länger hält, darf sich besonders freuen. In den vergangen drei Jahren hat sich der Wert der Aktie um mehr als 120 Prozent gesteigert.

Beiersdorf

Der Nivea-Hersteller entwickelt sich erstaunlich: Ohne große Rücksetzer ist das Papier durch 2012 gerauscht und kann ein Jahresplus von rund 41,2 Prozent vorweisen.

Allianz

Europas größter Versicherungskonzern hatte in diesem Jahr, wie fast alle Vermögensverwalter, mit sinkenden Zinsen zu kämpfen. Die Allianz-Aktie hat sich von ihrem Einbruch in den Jahren 2007/2008 noch nicht erholt, konnte aber deutlich aufholen. 2012 steht ein Plus von 41,8 Prozent zu Buche. Auf Fünf-Jahres-Sicht weist sie allerdings ein Minus von fast 30 Prozent auf.

Münchener Rück

Trotz des Hurrikans Sandy rechnet das Unternehmen 2012 mit einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro. Das wären 500 Millionen mehr als Anfang des Jahres geplant. Aktionäre freuen sich über ein Plus von 43,5 Prozent. Die Dividende für 2012 soll oberhalb des Vorjahresniveaus von 6,25 Euro je Anteilsschein liegen.

Bayer

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern gab seine Pläne zur Übernahme des US-Vitaminherstellers Schiff Nutrition auf – Aktionäre waren davon nicht enttäuscht. Die Bayer-Aktie hat 45,5 Prozent an Wert gewonnen.

SAP

Für den Walldorfer Softwarekonzern geht ein Rekordjahr zu Ende. Auch wenn es nicht unter die Top Drei der Dax-Werte reicht, ist der Wertzuwachs der Aktie mit knapp 46 Prozent beachtlich. In den vergangenen drei Jahren machten Aktionäre einen Schnitt von 83 Prozent.

Blech

Volkswagen: Die Vorzugsaktien legten 48,7 Prozent zu. Die Papiere pendelten zwischen 114 und 174 Euro. Besondere Kurspflege gab es von einem Gericht in den USA. Ein New Yorker Berufungsgericht wies die Klage von 26 Hedge-Fonds gegen Porsche zurück. Ein wichtiger Teilerfolg, denn die Kläger werfen dem Unternehmen Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit Volkswagen-Aktien im Jahr 2008 vor. Die Hedge-Fonds sprechen insgesamt von einem Schaden in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Dollar. VW-Aktien stürmten daraufhin an die Spitze des Dax.

Bronze

Lufthansa: Während Air Berlin über den unfertigen Hauptstadtflughafen klagt, kann Lufthansa im Dax glänzen. Die Aktie der größten deutschen Fluglinie kann ein stolzes Kursplus von 55 Prozent vorweisen. Eines der größten Probleme ist die hohe Tankrechnung der Gruppe. Das Sparprogramm soll helfen diese auszugleichen.

Silber

Lanxess: Stolze 65,7 Prozent hat die Aktie des Dax-Neulings 2012 zugelegt. Lanxess wird wegen der Autokrise etwas vorsichtiger. Die Autohersteller sind wichtige Kunden, deswegen schlägt sich die Krise der Branche auf die Zahlen des Chemiekonzern nieder.

Gold

Continental: Die Aktie schaffte nicht nur das zweite Comeback in den Dax (was bisher keinem Unternehmen gelang), sondern setzte sich auch noch an seine Spitze. Mit einem Kursplus von 82 Prozent ist die Continental-Aktie der beste Dax-Wert auf Jahressicht. Dabei hatte die Aktie, bevor sie in den Dax kam, bereits eine Rally von 180 Prozent hinter sich. Das traditionelle Reifengeschäft läuft beim Autozulieferer Continental weiter auf vollen Touren.

Was Anleger ebenfalls im Hinterkopf behielten war die europäische Schuldenkrise. Die Herabstufung Zyperns durch Moody's um drei Stufen erinnerte daran, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist.

Händler zuversichtlich

Die Stimmung an den Finanzmärkten bezeichneten Händler trotz der leichten Rücksetzer weiterhin als gut. „Die Leute kehren an den Aktienmarkt zurück, weil sie keine andere Möglichkeit haben“, sagte Marktexperte Edward Page Croft von Stockopedia. Ähnlich äußerte sich auch ein Aktienhändler: „Ich glaube nicht, dass bei der jüngsten Aufwärtsbewegung alle dabei waren. Das könnte durchaus noch weiter nach oben gehen.“

Kommentare (18)

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Zocker

11.01.2013, 09:16 Uhr

zum Glück nachbörslich noch meine K+S verkauft...danke dass mir Kurse von 34.10-34.15 gestellt wurden.aber wie gesagt.ausserbörslich geht immer was long....im regulären Handel kassiert das Ding eben Prügel.

KaUndEs

11.01.2013, 09:44 Uhr

Wo kommt dieser K+S-Fimmel her? Es scheint, als ob alle Schreiberlinge diese eine Aktie (Option darauf o.ä) kaufen und verkaufen.

Oder postet hier nur einer unter unterschiedlichen Namen, aber immer über K+S?

Zocker

11.01.2013, 09:52 Uhr

Wenn sich mehrere auf etwas einschiessen kann man es besser bewegen.
und dies ist nun mal das kleinste DAX unternehmen.und aus Tradingsicht perfekt.hochvolatil und das seit Jahren.
in 24h 3% verloren ist doch perfekt

es versucht doch keiner mit SAP zu zocken.

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