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18.11.2011

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

EZB-Antrieb verpufft – Dax schließt im Minus

Das Strohfeuer, dass durch Anleihekäufe der EZB ausgelöst wurde, ist schon wieder erloschen. Der Dax musste deutliche Verluste hinnehmen. Die Risiken für Anleger wachsen, zumal aus Russland schlechte Nachrichten kommen.

Börse Frankfurt: Anleger halten sich noch zurück und behalten Anleihen und die EZB im Auge. dpa

Börse Frankfurt: Anleger halten sich noch zurück und behalten Anleihen und die EZB im Auge.

FrankfurtFür den Dax geht eine verlustreiche Woche zu Ende. Fünf Tage in Folge schloss der Leitindex im Minus. Heute sah es für den Dax nicht anders aus. Nach einer kurzen Erholung am frühen Nachmittag fiel der Dax erneut und schloss 0,8 Prozent tiefer bei 5.800 Punkten. Stützkäufe der EZB bei Staatsanleihen konnten die Stimmung am Nachmittag nur kurz aufhellen.

In die Diskussion, inwieweit die EZB Staatsanleihen kaufen sollte, hat sich nun auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank eingeschaltet. „Die EZB solle dem Rettungsfonds EFSF helfen, Anleihen verschuldeter Euro-Länder zu kaufen,“ sagte Thomas Mayer, Chefsvolkswirt der Deutschen Bank, dem ZDF-„Morgenmagazin“. „Ich denke, dass letztendlich die EZB hinter dem EFSF stehen sollte.“ Gleichzeitig müsse die EZB darauf achten, dass nicht unbegrenzt Staatsanleihen gekauft würden, sagte Mayer.

Gewinner der Woche (Dax, MDax, TecDax)

Wire Card

+ 4,77 Prozent

Pfeiffer Vacuum

+ 2,64 Prozent

Gigaset

+ 2,24 Prozent

Deutsche Börse

+ 0,77 Prozent

Südzucker

+ 0,68 Prozent

Freenet

+ 0,41 Prozent

Russische Zentralbank will vorerst nicht bei EFSF einsteigen

Die Zurückhaltung der russischen Zentralbank in der Frage einer Beteiligung am Rettungsfonds EFSF hat am Freitagnachmittag die europäischen Aktienmärkte und den Euro belastet. Dax und EuroStoxx50 fielen auf Tagestiefs von 5769,69 beziehungsweise 2220,27 Punkten. Die Gemeinschaftswährung gab etwa die Hälfte ihrer Kursgewinne ab und kostete nur noch 1,3514 Dollar.

Der russische Notenbankpräsident Sergej Ignatjew hatte zuvor gesagt, angesichts der noch unklaren Details über die Ausgestaltung des EFSF würde er sich derzeit nicht für einen direkten Einstieg aussprechen. „Das hat den Abgabedruck auf Dax und Euro verstärkt“, sagte ein Börsianer. Die Russische Führung hat in der Vergangenheit mehrfach betont, sie würde eine Lösung unter Leitung des Internationalen Währungsfonds (IWF) bevorzugen.

Dank Stützungskäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) machte sich bei den zehnjährigen spanischen und italienischen Papieren am Freitag etwas Entspannung breit. Die italienischen Renditen fielen auf 6,784 Prozent zurück nach 6,917 Prozent am Vortag, die spanischen notierten bei 6,439 (Vortag: 6,515 Prozent).

Gestern noch hatte die Auktion spanischer und französischer Anleihen für Unruhe gesorgt. Beide Länder konnten sich nur zu deutlich höheren Zinsen frisches Geld am Markt besorgen. Spanien musste den Anlegern fast sieben Prozent Rendite bieten und nähert sich damit bedrohlich der Marke, ab der sein Schuldendienst zu teuer wird.

Verlustreiche Woche für den Dax

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Für Verkaufsstimmung sorgte allerdings auch die Tatsache, dass die Schuldenkrise europäischen Banken immer mehr den Zugang zu frischen Investorengeldern versperrt. Die Refinanzierung für drei Jahre und länger sei derzeit nahezu unmöglich, sagten zahlreiche Top-Banker am Freitag in Frankfurt. „Die Bereitschaft von Investoren, sich längerfristig in Banken zu engagieren, ist nicht sehr ausgeprägt“, sagte Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann auf einer Finanzkonferenz.

Verlierer der Woche (Dax, MDax, TecDax)

Q-Cells

- 27,76 Prozent

Solarworld

- 27,14 Prozent

SMA Solar

- 20,89 Prozent

Centrotherm

- 19,20 Prozent

Hochtief

- 17,77 Prozent

Sky Deutschland

- 15,81 Prozent

Griechenland tritt angesichts der Probleme der weit größeren Volkswirtschaften wie Italien etwas in den Hintergrund - trotzdem dürfte das Augenmerk der Investoren heute wieder Griechenland gelten. Mit einem Schuldenschnitt und Privatisierungserlösen in Milliardenhöhe will Griechenland sein Staatsdefizit um mehr als ein Drittel drücken, wie es im Haushaltsentwurf vom Freitag hieß. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben soll 2012 nur noch 5,7 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Ein neues Sparpaket soll der Bevölkerung nicht zugemutet werden. „Wir brauchen keine weiteren Maßnahmen mehr, die an den Einkommen der Bürger zehren - so lange wir umsetzen, was wir bereits beschlossen haben“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos.

Kommentare (76)

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leser

18.11.2011, 07:24 Uhr

...und immer noch ist es keine Euro-Krise sondern eine veritable Schuldenkrise - mit Verlaub.

Ach_so.....

18.11.2011, 07:32 Uhr

Remember, auch gestern wurde das sog. Gap (Vortagsschlusskurs) erst ziemlich spät (16:37 CET) zugemacht. Aber besser spät als nie...

Account gelöscht!

18.11.2011, 08:11 Uhr

moin
habe meine long Positionen im Laufe der Woche aufgelöst, nur wenig plus, bin ebenso kurzfristig gestern short gegangen, leider ein wenig zu früh, mal sehen
solange Berlin wegen EZB-Anleihekäufen anscheind von interesssierten Kreisen ( so liest man)unter Druck gesetzt wird mit steigenden Zinsen für I,ES etc., schwindet die Hoffnung auf x-mas-rallye

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