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06.03.2014

17:46 Uhr

Börse Frankfurt

EZB lässt den Dax erstarren

Spekulationen um eine Zinssenkung der EZB wurden heute enttäuscht. Mario Draghi schraubt nicht am Leitzins. Viele Börsianer mussten sich deswegen neu ausrichten. Der Dax reagierte zunächst nervös, am Ende lethargisch.

Börse am Abend

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FrankfurtDie Europäische Zentralbank hat wie erwartet die Börse in Frankfurt in Bewegung gebracht – wenn auch nur hektisch und kurzzeitig. Zu Beginn der EZB-Pressekonferenz rauschte der Dax von nahe 9600 Punkten zurück in Richtung 9500 Punkte. Später kämpfte sich der Leitindex leicht ins Plus vor. Doch kurz vor Handelsschluss ging dem Dax endgültig die Puste aus. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex bei 9543 Punkten nahezu unverändert.

Was war passiert? Einige Anleger hatten sich mehr von Mario Draghi hinsichtlich Aussagen zur Konjunktur beziehungsweise Aussagen zur Stützung ebendieser versprochen. Außerdem hatten sie auf eine Senkung des Leitzinses spekuliert, der unverändert bei 0,25 Prozent belassen wurde. Da sich nichts von alledem bewahrheitet hatte, verließen diese Anleger die Aktienmärkte und der Dax ging in hektische Zick-Zack-Bewegungen über.

„Die EZB hat heute keine neuen unorthodoxen Maßnahmen beschlossen und ihren Leitzins nicht angetastet“, schrieb Thomas Meißner, Chef-Anleihenanalyst der DZ Bank. „In den zurückliegenden Tagen hatte es am Markt Hoffnungen in diese Richtung gegeben.“

Die größten Kapitalvernichter (DSW-Watchlist)

Platz 15: Artnet

Branche: Internetdienstleister, Kunsthandel

Kursentwicklung (1 Jahr): - 9,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 55,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 53,4 Prozent

Platz 14: K + S

Branche: Düngemitteln, Salze

Kursentwicklung (1 Jahr): - 36,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 60,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 40, 9 Prozent

Platz 13: RWE

Branche: Energieversorgung

Kursentwicklung (1 Jahr): - 14,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 46,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 58,1 Prozent

Platz 12: Teles

Branche: Informationstechnik

Kursentwicklung (1 Jahr): - 7,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 40,0 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 66,5 Prozent

Platz 11: Gigaset

Branche: Holding

Kursentwicklung (1 Jahr): 1,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 71,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 53,6 Prozent

Platz 10: Air Berlin

Branche: Flug

Kursentwicklung (1 Jahr): 7,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 55,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 65,0 Prozent

Platz 9: Commerzbank

Branche: Aktien

Kursentwicklung (1 Jahr): 9,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 64,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 70,5 Prozent

Platz 8: Solar Fabrik

Branche: Solarenergie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 26,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 59,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 63,3 Prozent

Platz 7: Sygnis Pharma

Branche: Biotechnologie

Kursentwicklung (1 Jahr): 71,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 68,9 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 84,3 Prozent

Platz 6: Medigene

Branche: Biotechnologie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 12,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 56,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 80,0 Prozent

Platz 5: Youniq

Branche: Immobilien

Kursentwicklung (1 Jahr): - 52,0 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 80,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 83,5 Prozent

Platz 4: Asian Bamboo

Branche: Holzindustrie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 75,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 96,8 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 79,4 Prozent

Platz 3: Yoc

Branche: Mobilfunk-Marketing

Kursentwicklung (1 Jahr): - 77,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 94,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 85,6 Prozent

Platz 2: 3W Power

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 62,3 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 91,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 95,6 Prozent

Platz 1: Solarworld

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 56,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 93,8 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 97,0 Prozent

Quelle: DSW, Entwicklung im Fünfjahres-Zeitraum wird am stärksten gewichtet.

Quelle

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erstellt jedes Jahr eine Liste der größten Kapitalvernichter am deutschen Aktienmarkt. Analysiert werden Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren im Prime Standard der Deutschen Börse notiert sind. Dabei orientieren sich die Anlegerschützer allein am Aktienkurs. Um kurzfristigen Schwankungen nicht zu viel Gewicht zu geben, gehen die vergangenen fünf Jahre in die Betrachtung ein.

„Die Entscheidung ist enttäuschend. Ich hätte ein deutliches Signal der EZB erwartet. Denn das Deflationsrisiko in der Eurozone ist hoch. Und die Finanzierungsbedingungen sind weiterhin schlecht für zu viele Unternehmen in den Krisenländern,“ sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher, „Die Entscheidung spiegelt die noch zu vage Hoffnung der EZB wider, dass die wirtschaftliche Erholung der Eurozone nun an Fahrt gewinnen wird.“

Auf der anderen Seite äußerten sich einige Ökonomen positiv zum Vorgehen der EZB. Holger Schmieding von Berenberg Bank sagte: „Der Aufschwung ist da, den Tiefpunkt der Inflation haben wir erreicht. Es gibt daher keine Notwendigkeit für die EZB, noch einmal etwas zu tun. Sollte jedoch irgendetwas den Aufschwung verderben, wird sie entschlossen handeln. Sie weist auf ihr Sicherheitsnetz hin, sieht aber derzeit keinen Grund dafür, es einzusetzen.“

Die zweite Börsenliga ließ den EZB-Trubel nicht an sich ran. Der MDax gab nur kurzzeitig einen Teil seines Gewinns ab und kehrte am Ende auf ein Plus von 0,2 Prozent auf 16.876 Punkten zurück. Der TecDax verzeichnete ein Plus von 0,9 Prozent auf 1293 Zähler.

Abseits des Notenbankgeschehens in der Euro-Zone blickten die Anleger auf neue US-Zahlen. So fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche um 26.000 auf 323.000 unerwartet stark. Experten hatten mit 335.000 Anträgen gerechnet. Was das auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht der USA zu bedeuteten hat, wird sich schon am Freitag zeigen. Besonders interessant wird sein, wie die Federal Reserve auf die Arbeitsmarktdaten reagieren wird.

Kommentare (4)

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06.03.2014, 08:20 Uhr

Im Grunde genommen, kann man den nächsten Börsentagen nur entspannt entgegen sehen. Die Coba hat ja 10.000 Punkte so gut wie sicher ausgerufen und Schaarschmidt belehrte mich gestern, dass Draghi die Zinsen nicht senken wird. Meine Glaskugel ist da leider weniger eindeutig.

Also alles in Butter und weiterhin schön seitwärts. Wenn es nicht anders kommt, versteht sich. Für mich auf alle Fälle kein Grund im Augenblick weitere Bestände aufzubauen.

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06.03.2014, 15:40 Uhr

Habe gerade mal meine Aussage zur Bruttozinsmarge an Hand des Monatsberichts der DBB überprüft. Die Aussage ist so pauschal nicht richtig, die Bruttozinsmarge stieg vor allem bei den Großbanken. Dies zu verallgemeinern wäre falsch.

Account gelöscht!

06.03.2014, 15:53 Uhr

Nun ja, es wurden aber auch Bearbeitungfees Kreditprüfungsfees und Vergabefees :-) erfunden um diese Margen auszudehnen.
Zu den Kollegen der Genossenschaftlichen Banken kann ich nur beitragen: Die vergeben am liebsten kredite an Leute die gar keine Kredite haben wollen und gar keine benötigen.
Außer Immokredite oder regionalen Standardprojekten sind die zu fast nix zu gebrauchen.
Landesbanken? Ersatzlos streichen.... das sind die die gar keiner mehr braucht oder allenfalls KfW Darlehen durchreichen. Ein Graus!
Sorry, der Frust sitzt tief.....

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