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07.02.2017

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Flucht aus dem Euro hilft dem Dax

Die Verunsicherung unter den Anlegern nimmt zu - ablesbar am schwächelnden Euro-Kurs. Doch am deutschen Aktienmarkt haben Investoren nach dem jüngsten Rückschlag wieder etwas Mut gefasst.

Börse am Abend

Dax hat noch die Kurve gekriegt

Börse am Abend: Dax hat noch die Kurve gekriegt

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FrankfurtAus Sorgen vor politischen Wirren in Europa haben Anleger den Euro verkauft. Die Gemeinschaftswährung sackte am Dienstag innerhalb weniger Stunden um fast einen US-Cent auf 1,0653 Dollar ab, erholte sich dann aber wieder auf 1,069. An den Anleihemärkten flüchteten Investoren in die als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihen, deren Rendite fiel deshalb auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. „Die Verunsicherung nimmt bei den Anlegern deutlich zu“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben aber nach dem jüngsten Rückschlag wieder etwas Mut gefasst. Am Dienstag schüttelte der Dax seine anfänglichen Verluste ab und stieg zum Handelsende um 0,3 Prozent auf 11 549 Punkte. Zum Start hatte ihn noch die überraschend schwache heimische Industrieproduktion belastet.

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Vier renommierte Charttechniker sind sich einig: In der ersten Jahreshälfte dürften die Börsen weiter steigen. Vor allem den MDax sehen sie in Hochform. Doch die Sorglosigkeit der Anleger könnte zum Problem werden.

Auch für die anderen Indizes ging es bergauf: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,9 Prozent auf 22 592 Punkte, und der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor leicht auf 3234 Zähler. Dagegen gewann der deutsche Technologiewerte-Index TecDax 0,2 Prozent auf 1834 Punkte.

Auf Unternehmensseite hatten die Anleger die Bilanzen gleich mehrerer Versicherer zu verarbeiten: So musste der weltgrößte Rückversicherer Munich Re im abgelaufenen Jahr einen stärkeren Gewinneinbruch verkraften als erwartet. Dass der Konzern gleichwohl eine höhere Dividende zahlen will, stimmte die Anleger aber offenbar milde: Nach dem anfänglichen Rutsch auf ein Zweimonatstief erholte sich die Aktie wieder, verlor aber letztendlich noch 0,5 Prozent.

Dagegen konnten Konkurrent Hannover Rück und dessen Mutterkonzern Talanx das Jahr 2016 mit deutlich mehr Gewinn abschließen als ursprünglich geplant. Zudem hob nun auch Talanx die Gewinnprognose für 2017 an. Hannover Rück legten daraufhin um 1,6 Prozent zu und Talanx verloren 0,1 Prozent.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Beim Maschinenbauer Gea lockte die Anleger vor allem ein Aktienrückkaufprogramm, das die Eckdaten zum schwierigen Jahr 2016 in den Hintergrund drängte. Die Gea-Anteile hielten sich mit 3,6 Prozent Kursplus an der MDax-Spitze und standen damit höher als nach der Gewinnwarnung im Herbst.

Mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent quittierten die Anleger die Jahresbilanz des Technologie- und Rüstungskonzerns Jenoptik, der das Jahr 2016 dank einer guten Auftragslage mit neuen Bestmarken abgeschlossen hatte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 142,23 Punkte. Der Bund Future verlor 0,21 Prozent auf 163,09 Punkte.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.02.2017, 17:56 Uhr

Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

Baron v. Fink

07.02.2017, 18:47 Uhr

Der Draghi hilft den Dax auf die Beine, jeden Tag mit neuen Scheine. Ha ha Ha

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