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09.02.2015

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

Furcht vor Grexit bremst den Dax

Sorgen um Griechenland und den Konflikt in der Ostukraine setzten dem deutschen Aktienmarkt am Montag zu. Die Anleger entschieden, Gewinne mitzunehmen. Von der Bullen-Stimmung der vergangenen Tage gab es keine Spur.

Börse am Abend

Dax fürchtet sich vor Grexit

Börse am Abend: Dax fürchtet sich vor Grexit

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FrankfurtDie Furcht vor einer griechischen Tragödie hat die Anleger doch noch erfasst. In seiner Regierungserklärung machte der griechische Premier Alexis Tsipras zwar Zugeständnisse, doch eine Verlängerung des laufenden EU-Hilfsprogramms lehnte er strikt ab. Auf dem heutigen G20-Finanzministertreffen spitzte sich die Lage weiter zu. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist ohne Reformzusagen nicht zu weiteren Hilfen bereit. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht kaum noch Chancen für eine rasche Einigung. Die britische Regierung spielt bereits auf höchster Ebene die Folgen eines Euro-Austritts durch.

An den Börsen wächst unterdessen die Furcht vor einem chaotischen Euro-Austritt, dem sogenannten „Grexit”. Der Leitindex verließ am Montag nicht die Verlustzone und ging rund 1,7 Prozent leichter bei 10.663 Punkten aus dem Handel. Die 10.800-Punkte-Marke, die er in der vergangenen Woche mehrfach übersprang, konnte der Index nicht halten - dazu ist Griechenland derzeit zu präsent. Auch der EuroStoxx 50 verlor 1,3 Prozent.

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Die Tsipras-Regierung warnte, eine Destabilisierung Griechenlands hätte schwere Folgen für ganz Europa, etwa in Sicherheitsfragen. Dagegen konterte Schäuble: „Ohne (Reform-)Programm ist es für Griechenland schwierig.” Wenn Athen eine finanzielle Überbrückung von seinen europäischen Partnern wolle, „brauchen wir ein Programm”. Ihm sei nicht klar, wie das Land sonst weitermachen wolle: „Ich habe nicht verstanden, wie die griechische Regierung das stemmen will”, so Schäuble. Er sei zu jeder Hilfe bereit: „Aber wenn von mir keine Hilfe gewünscht wird, ist das auch in Ordnung.”

Neben der Griechenland-Debatte dämpften der weiter schwelende Ukraine-Konflikt und enttäuschende Konjunkturdaten aus China die Stimmung der Investoren. In dieser Gemengelage seien – wie von den Analysten von JP Morgan empfohlen – Gewinnmitnahmen gerechtfertigt, sagte ein Händler. Die Analysten hatten ihre Kaufempfehlung für den Dax kassiert und zu einer neutralen Gewichtung geraten. Vorige Woche hatte der Dax noch die 11.000er Marke in Angriff genommen. Doch führten Börsianer diesen Anstieg fast ausschließlich auf die ab März erwartete Flutung des Finanzsystems durch die EZB zurück, die damit die Konjunktur im Währungsraum ankurbeln will.

Wer weiterhin auf die Bullen setzt, schaut nicht auf Griechenland, sondern auf die Konjunktur in Deutschland: Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr so viele Waren exportiert wie nie zuvor. Wie das Statistische Bundesamt am Montag unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte, wurden 2014 von Deutschland Waren im Wert von 1133,6 Milliarden Euro ausgeführt.

Dies sei ein Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2012 lag bei 1095,8 Milliarden Euro. Die Außenhandelsbilanz schloss 2014 der Statistik zufolge mit dem bislang höchsten Überschuss von 217,0 Milliarden Euro. Damit sei der bisherige Höchstwert von 195,3 Milliarden Euro im Jahr 2007 „deutlich übertroffen” worden. Bislang lässt das die Börsianer kalt.

Kommentare (22)

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Rocco Siffredi (Riesenarschloch)

09.02.2015, 09:25 Uhr

"Dividenden sind die neuen Zinsen", "Aktien sind alternativlos", "Was kann Anleger noch schrecken?", "Der Dax fällt nicht mehr unter 10.000 Punkte", "Experten sehen den Dax bei 20.000 Punkten" usw.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/dax-ausblick-was-kann-die-anleger-noch-schrecken/11339000.html

http://www.godmode-trader.de/analyse/dax-alle-warten-auf-ruecksetzer-um-einzusteigen,4102563

Herr Real ist

09.02.2015, 09:36 Uhr

Wie der Herr Bauer immer predigt:"Aktien simnd alternativlos"
Ich habe in letzter Zeit einiges gekauft. Gut, auf die Kaufkurse liege ich momentan schief,aber die Zeit und die Divid. werden es schon richten.

Rocco Siffredi (Riesenarschloch)

09.02.2015, 09:38 Uhr

Die Medien überschlagen sich ja förmlich. Da kommt man gar nicht mehr hinterher: http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/zertifikate/nachrichten/dividenden-stars-dividenden-sind-die-neuen-zinsen/11333350.html http://www.faz.net/aktuell/finanzen/geldanlage-trotz-niedrigzinsen/die-vermoegensfrage-viele-alternativen-zum-niedrigzins-13413894.html

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