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15.05.2013

18:03 Uhr

Börse Frankfurt

Geldflut lässt Dax-Anleger die Rezession vergessen

Während die Euro-Zone mit der Rezession kämpft, steigt der Dax von einem Rekord zum nächsten. Verantwortlich für die Kursrally ist die massenhaft vorhandene Liquidität. Doch allmählich macht sich Skepsis breit.

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FrankfurtUnd schon wieder ein Rekord. Der Dax schloss am Mittwoch mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 8.362 Punkten so hoch wie nie zuvor. In der zweiten Reihe feierte der MDax ebenfalls einen neuen Rekord. Erstmals in seiner Geschichte durchbrach er die 14.000 Punkte-Marke. Der Index der mittelgroßen Werte schloss bei einem Kurs von 14.055 Punkten rund 0,6 Prozent fester. Der TecDax verzeichnete am Ende ein Plus von 0,4 Prozent auf 967 Zähler.

Doch so erfreulich die Schlusskurse auch anzuschauen sind, so groß ist auch die Skepsis der Anleger gegenüber den Rekordständen. Denn eigentlich gab es heute keinen Anlass zur Freude. Angesichts schwacher Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und den USA schleicht sich bei den Investoren immer mehr das Gefühl ein, dass die Kurse von der massenhaft vorhandenen Liquidität, ausgelöst durch die Niedrigzinspolitik der EZB, nach oben getrieben werden.

Die Statistikbehörde Eurostat teilte am Mittwoch in Brüssel mit, dass das BIP in den 17 Euro-Ländern im ersten Quartal um 0,2 Prozent gesunken sei. “Insgesamt betrachtet enttäuschten die heute vorgelegten BIP-Daten die Erwartungen”, schrieb Volkswirt Thilo Heidrich von der Postbank in einem Kommentar. “Die erhofften Stabilisierungstendenzen fielen schwächer aus und ein Großteil der Euro-Staaten verharrt mehr oder weniger tief in der Rezession.”

An der Börse vermehrten sich im Anschluss an die miesen Wirtschaftsdaten aus Europa die Spekulationen, dass die EZB über die Niedrigzinspolitik hinaus nun auch Konjunkturmaßnahmen in Erwägung ziehen könnte, was sich stützend auf die Aktienkurse auswirkte.

Besonders tief im Rezessionssumpf watet das krisengeplagte Italien. Das Land steckt in der längsten Rezession seit Jahrzehnten. Die Wirtschaftskraft büßte zum Jahresauftakt 0,5 Prozent ein. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schrumpft damit schon seit sieben Quartalen in Folge und damit so lange wie noch nie seit Beginn der Statistik 1970.

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Die 30 Dax-Konzerne haben ihre Gewinnerwartungen deutlich verfehlt, die Schätzungen waren viel zu hoch.

Frankreich muss ebenfalls gegen eine Rezession ankämpfen. Mit einem Minus des Wachstums von 0,2 Prozent rutscht das Land zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Jahren in die Rezession.

Die schwierige europäische Konjunkturlage ging auch an Deutschland nicht spurlos vorbei. Zwar konnte die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone im ersten Jahresquartal um 0,1 Prozent wachsen, allerdings wurde von den Analysten ein Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Darüber hinaus korrigierten die Statistiker ihre Angaben zum vierten Quartal 2012. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres schrumpfte die Wirtschaft demnach um 0,7 Prozent. Die Zahlen legen nahe, dass die Rekordkurse, auf denen sich die deutschen Aktien derzeit bewegen, immer weniger mit den realen deutschen Wirtschaftszahlen korrelieren. Eine Studie von Ernst & Young unterstützt diese These. Die Beraterfirma ermittelte, dass Deutschlands Top-Konzerne erstmals seit 2009 weniger Umsatz gemacht haben als im Vorjahr.

"Die deutschen Top-Unternehmen bekommen den konjunkturellen Gegenwind in Europa immer stärker zu spüren", sagt Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young. "Dank ihrer globalen Aufstellung und der guten Entwicklung in den USA und China halten sich die Einbußen zwar in Grenzen, abkoppeln können sich die Unternehmen von der Konjunkturkrise in Europa allerdings nicht mehr."

Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Die heute veröffentlichten Zahlen zur US-Industrieproduktion enttäuschten und sorgten für eine stärkere Abwärtsdynamik des Dax im Nachmittagshandel. Laut den Daten sank die Industrieproduktion im April um 0,5 Prozent. Experten hatten einen Rückgang von lediglich 0,2 Prozent erwartet.

Kommentare (30)

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Einfach_nur_krank

15.05.2013, 07:41 Uhr

Fitch stuft Kreditwürdigkeit Griechenlands herauf

Die Kreditwächter sehen zaghafte Fortschritte bei der Neuausrichtung der griechischen Wirtschaft. Die gegenwärtige Regierung habe ein viel größeres Bekenntnis zu dem Reformprogramm gezeigt als ihre Vorgänger.

Paulchen

15.05.2013, 08:10 Uhr

Heute Korrektur¿¿¿

Account gelöscht!

15.05.2013, 08:49 Uhr

Tja, das viele neue Geld muß ja irgendwo hin...

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