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12.05.2011

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Gewinnmitnahmen bremsten den Dax aus

Gute Quartalsbilanzen begeisterten nur noch begrenzt. Wachsende Unsicherheit führten am heutigen Tag zu Gewinnmitnahmen und trieben den Dax ins Negative. Zudem belastete die Griechenland-Krise weiterhin den Euro.

Handelssaal der Frankfurter Börse. Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren. Quelle: Reuters

Handelssaal der Frankfurter Börse. Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren.

Frankfurt/DüssedorfDer deutsche Aktienmarkt kannte am Donnerstag nur eine Richtung: nach unten. Zwar konnte der Dax kurz vor Handelsschluss noch zulegen, trotzdem schloss er den Handel mit einem Minus von 0,68 Prozent auf 7.444 Zähler. In der Spitze lag er sogar knapp 140 Punkte unter dem Vortagswert. "Angesichts der Rallye in den vergangenen Wochen müssen wir immer wieder mal mit Kursrückschlägen rechnen, weil Anleger ihre Gewinne mitnehmen - da helfen dann auch gute Quartalszahlen nicht", sagte ein Händler. „Man redet am Markt davon, dass sich der Wirtschaftsausblick eintrüben könnte“, sagte ein anderer Händler. Zur Verunsicherung trug laut Börsianern auch der drastische Preisrückgang bei Rohstoffen und der wieder festere Dollar bei. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich Anleger aus riskanter eingeschätzten Anlageklassen wie Aktien und Rohstoffen zurückziehen. Auch der MDax, sowie der TecDax hatten mit Verlusten zu kämpfen. Sie schlossen mit minus 0,65 Prozent auf 10.749 Punkte, sowie mit Minus 1,11 Prozent auf 921 Zähler, ähnlich schwach wie der Dax.

Ackermann gegen Umschuldung Griechenlands

Spekulationen über weitere Kredite an Griechenland angesichts des dortigen Generalstreiks bremsten zudem den heutigen Handel. Die Griechen protestierten gegen den strengen Sparkurs der Regierung in Athen, gleichzeitig betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin, dass es weitere Finanzhilfen erst geben werde, wenn die Regierung in Athen ihre Versprechen bezüglich Wirtschaftsreformen umgesetzt hat.

Josef Ackermann, der Konzernchef der Deutschen Bank, äußerte sich am Rande einer Konferenz in St. Gallen ebenfalls zur Causa Griechenland. Er sehe in einer Umschuldung einen "Riesenfehler" und sprach sich für eine Vergrößerung des Rettungspakets für die Hellenen aus. "Eine andere Lösung gibt es nicht", sagte er.

US-Konjunkturdaten bleiben wirkungslos

Auch auf eine Reihe von mit Spannung erwarteten US-Konjunkturdaten handelten Anleger nicht. „Die Zahlen kamen wie erwartet rein und waren in den Kursen schon vorweg genommen worden“, sagte ein Analyst. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der Vorwoche, und die US-Einzelhändler verbuchten im April einen leichten Umsatzrückgang.

RWE kämpft mit Gewinnrückgang

Nur kurzzeitig punkten konnte RWE mit ihrer Quartalsbilanz. Der Energiekonzern hat wegen Verlusten im Gashandelsgeschäft und der vorübergehenden Stilllegung von Atomkraftwerken im ersten Quartal weniger verdient. Von Januar bis Ende März schrumpfte das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro - der Rückgang fiel jedoch weniger stark aus als von Analysten erwartet. Nach einer freundlichen Eröffnung gaben die Aktien aber am Nachmittag nach und schlossen bei 43,24 Euro 1,4 Prozent im Minus. Die Titel von Konkurrent E.ON verloren ebenfalls, nach einer Herunterstufung von "add" auf "neutral" durch WestLB-Analysten, 2,6 Prozent auf 20,90 Euro noch deutlicher.

Auf die Energiekonzerne in Deutschland können zudem in Zukunft erhebliche Kosten zukommen. Die RWE-Prognose - aufgestellt noch vor der Katastrophe von Fukushima und dem Atom-Moratorium der Bundesregierung - steht unter Vorbehalt: Die anstehenden politischen Entscheidungen über die Zukunft der Atomkraft in Deutschland würden zeigen, ob und wenn ja in welcher Höhe man 2011 mit zusätzlichen Ergebnisbelastungen rechnen müsse. In Folge des AKW-Moratoriums wurde auch der Stromeinkauf für RWE teurer. Der Konzern musste nach dem Herunterfahren von Biblis am Markt zukaufen. „Wir importieren jetzt während des Moratoriums vermehrt Strom aus Tschechien und Frankreich. Aus Kernenergie und Braunkohle. Wegen des Moratoriums“, hatte Konzernchef Jürgen Großmann in dieser Woche gesagt. Der Stillstand von Biblis habe bis heute ein Minus von 150 bis 200 Millionen Euro verursacht, sagte Finanzvorstand Rolf Pohlig.

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