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30.10.2015

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Goldener Oktober endet im Plus

Den Schimmer dieser Jahreszeit findet man nicht nur im leuchtenden Herbstlaub, sondern auch auf dem Börsenparkett. Dank der Großzügigkeit der Notenbanken legt der Dax im Oktober ganze zwölf Prozent zu.

Börse am Abend

Zwölf Prozent zugelegt: Draghis Geldpolitik beflügelt Dax

Börse am Abend: Zwölf Prozent zugelegt: Draghis Geldpolitik beflügelt Dax

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FrankfurtLeicht erschöpft hat sich der Dax aus einem starken Oktober verabschiedet. Nach den Problemen der vergangenen Monate gelang der Frankfurter Benchmark im Oktober die beste Leistung seit 2011. In den vergangenen 30 Tagen konnte der knapp stolze zwölf Prozent hinaufklettern. Kein Wunder, dass der letzte Handelstag leise vonstatten ging. Der Dax geht rund 0,5 Prozent fester bei 10.850 Punkten aus dem Handel. Zu verdanken haben die Börsianer diese starke Performance nur einem Fakt – der weiterhin ultralockeren – Kritiker umschreiben sie auch als „zügellos“ – Politik der beiden Notenbanken Fed und der europäischen EZB.

Heute stand wieder ein bunter Reigen an Quartalszahlen an. Vor allem europäische Geldhäuser gaben sich heute die Ehre, darunter die Royal Bank of Scotland. Sie rutschte wegen Altlasten zurück in die Verlustzone. Die Franzosen von BNP Paribas hingegen überraschten mit einem starken Investmentbanking und schlugen sich dabei sogar besser als viele der sich gut präsentierenden US-Konkurrenten. Die Aktien gewannen im CAC40 1,5 Prozent. Die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, immerhin Spaniens zweitgrößte Bank, leidet weiter unter dem Türkei-Geschäft. Abschreibungen in Milliardenhöhe quittierten die Anleger mit einem Kursverlust von 2,8 Prozent.

Deutsche Finanztitel reagierten nur bedingt auf die Eingaben der Konkurrenz. Die Commerzbank lief mit einem Plus von 0,1 Prozent auf dem durchschnittlichen Niveau des Tages. Weiter bergab ging es mit der Deutschen Bank, die die Nachwehen der gestrigen Dividenden-Streichung spürte und mit 0,7 Prozent Abschlägen zu den schlechtesten Dax-Werten zählte. Anleger befürchten weitere Rechtsunsicherheiten und womöglich hohe Strafen in der Geldwäsche-Affäre in Russland. Das Institut habe zwar Rückstellungen dafür gebildet, sagte der neue Vorstandschef Cryan. Er räumte aber ein, dass das Geld möglicherweise nicht ausreicht, die Deutsche Bank sei hier „verwundbar“.

Die Deutsche Bank plant einen radikalen Konzernumbau und steht vor dem zweitgrößten Jobabbau ihrer Geschichte. Für LBBW-Analyst Ingo Frommen kommt es jetzt auf die Umsetzung der neuen „Strategie 2020“ an. „Nur so kann die Deutsche Bank wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangen“, schrieb der Experte in einem Kommentar. „Dazu brauchen Investoren aber aus unserer Sicht einen langen Atem.“ Die Aktie verlor am Tagesende noch 0,5 Prozent.

Auch die US-Börsen notierten fester. Nach dem gestrigen Nein der Fed zur Erhöhung der Zinsen suchen die Anleger noch den Trend. Kommentatoren bewerten die neue Klarheit durchaus als positiv. Erinnert sei an die Septembersitzung des entscheidenden Offenmarkt-Ausschusses. Die Führungsriege um Federal Reserve-Chefin Janet Yellen hatte sich gegen ein Anheben der Leitzinsen ausgesprochen und die Märkte damit stark verunsichert. Zuletzt hatten schwächere Konjunkturdaten aus den USA die Wahrscheinlichkeit auf einen frühzeitigen Kurswechsel ohnehin geschmälert. Ob sich der Handlungsdruck auf die Währungshüter des Greenback weiter erhöht, davon zeugen nachmittägliche Konjunkturdaten aus den Staaten. Neben dem wichtigen Einkaufsmanagerindex aus Chicago steht der Verbrauchervertrauensindex der Uni Michigan auf der Agenda.

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