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17.02.2015

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Griechen-Streit lähmt den Dax

Athen und die EU können sich nicht einigen. An den Börsen wächst daher die Nervosität. Nach einer rasanten Berg- und Talfahrt schließt der deutsche Leitindex letztendlich mit leichten Verlusten.

Börse am Abend

„Je wahrscheinlicher ein Grexit wird, desto mehr verliert er an Schrecken“

Börse am Abend: „Je wahrscheinlicher ein Grexit wird, desto mehr verliert er an Schrecken“

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FrankfurtDie Zeit für Griechenland wird knapp. Bis zum Ende der Woche muss Athen mit der EU einen Kompromiss in der Schuldendebatte finden – sonst droht die Staatspleite und möglicherweise auch der Austritt aus der Euro-Zone.

An den Börsen sorgten die gescheiterten Gespräche zwischen Vertretern Athens und der EU für Verwerfungen. Zunächst gab der Dax deutlich nach. Bis zu 1,3 Prozent rutschte er ins Minus. Später jedoch sorgten Spekulationen über einen Kompromiss für anziehende Kurse. Eine schwache Wall Street zog den Dax am Nachmittag dann letztlich wieder tiefer ins Minus. Am Ende verlor der Leitindex 0,3 Prozent auf 10.896 Punkte.

Die Lage bleibt somit prekär. Das zeigt auch die Situation an der griechischen Börse. Der Athener Leitindex gab zunächst bis zu 4,7 Prozent nach. Der Bankenindex des Landes sackte zeitweise um knapp zehn Prozent ab. Später schnellte der Athener Leitindex bis zu 0,2 Prozent ins Plus. Doch genauso schnell ging es mit 2,5 Prozent wieder bergab. Der griechische Bankenindex kletterte innerhalb weniger Minuten von einem Minus bis zu zehn Prozent zunächst auf ein Plus von drei Prozent, später jedoch rauschte er wieder 4,4 Prozent ins Negative.

An den Finanzmärkten versuchen sich die Akteure auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. So sehen Analysten der Commerzbank die Wahrscheinlichkeit für einen „Grexit“ mittlerweile bei rund 50 Prozent. „Jetzt liegen die Alternativen glasklar auf dem Tisch“, sagte ein EU-Diplomat nach dem Scheitern der Eurogruppen-Sitzung zur Beilegung des Schuldenstreits mit Griechenland am Montag.

„Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone würde sicherlich erst einmal für eine Schrecksekunde am Aktienmarkt sorgen,“ betont ein Händler. Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank, sagt für die ersten Tage danach einen Kursrutsch von fünf bis sieben Prozent des Dax voraus. „Den werden wir in den folgenden vier Wochen aber wieder vollständig aufholen.“ Es stünden genügend Investoren bereit, die die Gelegenheit zum Einstieg nutzen dürften.

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent

Möglich ist neben dem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aber immer noch eine Einigung in letzter Sekunde. Ein Einlenken von beiden Seiten würde folgendes bedeuten: eine Verlängerung des laufenden Programms über den 28. Februar hinaus und dessen ordnungsgemäßen Abschluss. Allerdings müssten die Euro-Partner auf drei „Nein“ der griechischen Regierung Rücksicht nehmen, sagte ein EU-Diplomat. Es dürfe nicht von einem „Programm“ die Rede sein, nicht von einem „Memorandum“ und auch nicht von der Prüfinstanz „Troika“, die die Einhaltung der Reformzusagen prüft und aus EU-Kommission, EZB und IWF besteht.

Das dritte Szenario geht davon aus, dass Griechenland andere Geldgeber findet. Der IWF, normalerweise die erste Adresse für ein solches Ansinnen, würde dabei jedoch wohl ausscheiden. Er ist mit seinem bisherigen Engagement in zweistelliger Milliardenhöhe Teil des abgelehnten alten Hilfssystems und der verhassten „Troika“.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn zum Grexit

„Griechenland muss aus dem Euro austreten!“

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn zum Grexit: „Griechenland muss aus dem Euro austreten!“

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Ein Weg wären Länder außerhalb des Euro-Raums. Und da hat die regierungsführende Syriza-Partei in Athen seit langem enge Drähte zu Russland – das aber wegen der Folgen der Ukraine-Krise selbst wirtschaftlich unter Druck steht. Andere Geldgeber wären die USA oder China, wobei man in der zweitgrößten Volkswirtschaft von Geldangeboten an Athen bislang nicht wissen will.

Kommentare (45)

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Herr Peter Lorenz

17.02.2015, 07:18 Uhr

Natürlich habe ich als unerfahrener Anleger dem seriösen HB geglaubt. meine Staatsanleihen abgestoßen und mich mit vergleichsweise günstigeren Aktien eingedeckt. Zumal ja auch stets betont wurde,. dass Aktien alternativlos und die Dividenden die neuen Zinsen sind.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/dax-ausblick-teure-aktien-sind-vergleichsweise-guenstig/11372030-2.html

Account gelöscht!

17.02.2015, 07:53 Uhr

Aktien sind Sachwerte und daher alternativlos.
Wenn Sie die big player also die Marktführer zum richtigen Zeitpunkt kaufen kann gar nichts passieren.
Nicht handeln sondern halten und schauen Sie sich Ihr Depot dann in 30-50 Jahren an und freuen sich so lange über die Div.

Herr Niccolo Machiavelli

17.02.2015, 08:15 Uhr

Angsthasen haben an der Börse nichts verloren. Das ist nur etwas für Männer mit starken Nerven und klarem Kopf.

Griechenland-Anleihen würd ich übrigens nicht kaufen, dies als Überlegung - aber müssen Sie selbst wissen.

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