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15.05.2012

18:11 Uhr

Börse Frankfurt

Griechenland drückt Dax deutlich ins Minus

Schlechte Nachrichten aus Athen haben den Dax wieder kräftig in Mitleidenschaft gezogen. Dieser war zwischenzeitlich auf dem tiefsten Stand seit Ende Januar. Grund: Die Regierungsbildung in Griechenland ist gescheitert.

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DüsseldorfAls Reaktion auf die Ausrufung von Neuwahlen drehte der Dax am Nachmittag scharf ins Minus und notierte bei Xetra-Handelsschluss 0,8 Prozent tiefer bei 6.401 Punkten.

Der EuroStoxx50 fiel zunächst auf ein Fünfeinhalb-Monats-Tief von 2.166 Zählern und verabschiedete sich bei 2.175 Stellen in den Feierabend. Der Leitindex der Athener Börse stürzte in der Spitze um mehr als fünf Prozent ab auf ein Rekordtief von 553,61 Stellen. Der griechische Bankenindex notierte ebenfalls so tief wie noch nie. Die Börsen in Madrid und Mailand schlossen jeweils rund zwei Prozent tiefer. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,1 Prozent im Minus.
"Offenbar hatte es am Markt noch einen gewissen Rest-Optimismus gegeben, dass die Vernunft siegt und es doch noch zu einer Regierungsbildung in Griechenland kommt", sagte Volkswirtin Jana Meier von HSBC Trinkaus. "Der erste Schock ist nun zwar verdaut, die heftige Anfangsreaktion zeigt aber, dass die Märkte weiterhin hochsensibel sind."

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Der Griechenland-Schreck drängte die teilweise überraschend starken Konjunkturdaten in den Hintergrund. Dank des starken Wachstums in Deutschland schrammte die Euro-Zone knapp an der befürchteten Rezession vorbei. "Die deutsche Wirtschaft ist nicht kaputtzukriegen", sagte Robert Halver, von der Baader Bank. Deutschland ernte die Früchte seiner Reformen der vergangenen Jahre.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März um 0,5 Prozent zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer Schätzung mit. Die 41 von Reuters befragten Analysten hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet, wobei die Schätzungen von minus 0,3 bis plus 0,2 Prozent reichten. "Deutschland kann die Rezession vermeiden und startet sehr stark ins Jahr 2012", urteilte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

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Die Wirtschaft in den Euroländern tritt hingegen auf der Stelle. Zum Jahresanfang blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 0,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal unverändert. Das teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstagvormittag in einer ersten Schätzung in Luxemburg mit. Im letzten Quartal 2011 war die Wirtschaft um 0,3 Prozent geschrumpft.

Die Börsenprofis sehen auch die Aussichten für die deutsche Wirtschaft deutlich skeptischer als zuletzt erwartet. Das ZEW-Barometer sackte im Mai um 12,6 Zähler auf 10,8 Punkte ab, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung zu seiner Umfrage unter Anlegern und Analysten mitteilte. Es war der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 19,0 Zählern gerechnet. Die Lage wurde hingegen überraschend positiver bewertet: Dieses Barometer stieg auf 44,1 Punkte von 40,7 Zählern.

Die Woche an den Märkten

Montag

Händler warten auf deutsche Großhandelspreise, die Industrieproduktion in der Euro-Zone und das Treffen der Finanzminister der Euro-Gruppe. Unternehmensdaten liefern unter anderem Celesio, Aurubis, Xing, Vivendi.

Dienstag

Börsianer blicken auf das japanische Verbrauchervertrauen und Wachstumsdaten aus verschiedenen europäischen Ländern. Der ZEW-Konjunkturbericht steht an. Aus den USA werden unter anderem die Verbraucherpreise und der Einzelhandelsumsatz erwartet. Bei den Unternehmen kommen Daten von Merck, Rheinmetall, Lanxess, Salzgitter, Allianz, IVG, BP Europa, Bechtle, WMF, Koenig & Bauer, Intesa Sanpaolo, Home Depot, J.C. Penney.

Mittwoch

Auf dem Tageskalender stehen die britische Arbeitslosenquote, die Verbraucherpreise für die Euro-Zone, das Ifo-Weltwirtschaftsklima sowie Wohnbaubeginne und Industrieproduktion für die USA. Es kommen außerdem der Inflationsbericht der Bank von England und das Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed. Zahlen veröffentlichen beispielsweise Talanx, BayernLB und EADS. Zu Hauptversammlungen laden unter anderem Deutsche Börse und BMW.

Donnerstag

An Christi Himmelfahrt wird an deutschen Börsen gehandelt. Es stehen japanische Wachstumszahlen an sowie aus USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Frühindikatoren und ein regionaler Industrieindex. Wal Mart Stores und Applied Materials stellen Erstquartalsergebnisse vor.

Freitag

Für Deutschland werden die Erzeugerpreise gemeldet. Die London Stock Exchange liefert ihre Geschäftszahlen.

Zur Stimmungsaufhellung trug dagegen der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von New York bei. Er lag mit 17,09 Punkten doppelt so hoch wie erwartet. "Wir sehen uns in unserem Wachstumsszenario bestätigt", betonte Helaba-Analystin Viola Stork.

Weitere Wirtschaftsdaten der USA fielen jedoch negativ aus. Die US-Verbraucherpreise für April sind unverändert gegenüber der Preise des Vormonats, erwartet wurde ein Plus von 0,1 Prozent. Die US-Einzelhandelsumsätze sind dagegen nur um 0,1 Prozent statt der erwarteten 0,2 Prozent gestiegen.

Am Devisenmarkt fiel der Euro auf bis zu 1,2769 Dollar und war damit so billig wie zuletzt Mitte Januar. Im Gegenzug drehte der Bund-Future ins Plus und lag in der Spitze gerade einmal 16 Ticks unter seinem Rekordhoch. Aus Furcht, dass Spanien und Italien vom Strudel einer Zahlungsunfähigkeit oder einem Euro-Austritt Griechenlands mitgerissen werden, trennten sich zahlreiche Investoren von den Anleihen dieser beiden Länder. Dies trieb die Renditen der jeweiligen zehnjährigen Bonds auf 6,341 beziehungsweise 5,957 Prozent.


Kommentare (99)

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Maserati

15.05.2012, 07:52 Uhr

Ob der Dax weiter durch die GR-Krise "abwärts getrieben" wird wollen wir doch erst mal abwarten. Immerhin hat der Dax seit seinem Jahreshoch am 19.03.12 bereits über 800 Punkte nachgegeben, die deutschen Unternehmenszahlen sind doch sehr gut (auch heute).
GR wird irgendwie eine "Regierung" hinzaubern - und dann möchte ich lieber nicht short sein.

Account gelöscht!

15.05.2012, 07:57 Uhr

Griechenland ohne Regierung, Spanien-Bonds kaum gefragt, Bundesanleihen kaum verzinst, Staatschuldenanstieg in allen Euro-Ländern bei höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten in D, Niedergang der CDU, Hollande nimmt Amtsgeschäfte in FR auf, Löhne in Relation zur Produltivität um rund 25 % zu hoch in Portugal, Spanien, Italien, Frankreich.
Zahlungen von rund 8 % des BIP durch Deutschland an Euro-Länder, wenn der Euro bleibt; steigende Nervosität; angeschlagene spanische Banken versorgen sich mit Zentralbankgeld, Immobílienpreise in Spanien trotz Rückgang noch 60 % über Niveau von 2001 lassen weiteren Verfall erwaten .... und und und.
Ich bin kein Weltuntergangsapostel. Die Erde dreht sich weiter und die Räder werden nicht still stehen.

Aber wohin die Reise für den Dax geht, das ist so unklar wie selten. 5.500/5.700 sind bis zum 4. Quartal ebenso realistisch vorstellbar wie 6.800/7.000.

Oder?

Sodener

15.05.2012, 08:02 Uhr

Es dreht sich alles um die 6500 und die 6350, wir haben zur Zeit politische Börsen. Der Dax richtet sich nicht nach den guten Unternehmenszahlen (noch nicht)! Das Gap-closing vom letzten Freitag zu Montag ist jedoch jederzeit möglich.

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