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05.02.2015

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Griechenlands Schulden belasten den Dax

Die EZB will griechische Staatsbonds nicht mehr als Kreditsicherheit akzeptieren. Die Athener Börsen gingen auf Talfahrt. Auch der Dax musste Verluste hinnehmen. Selbst starke US-Börsen konnten die Stimmung nicht drehen.

Börse am Mittag

MDax klettert auf historische Bestmarke

Börse am Mittag: MDax klettert auf historische Bestmarke

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FrankfurtGriechenland will seine Schulden zurückzahlen. Doch wie das Land das anstellen möchte, ist unklarer denn je. Die neue griechische Regierung um den Ministerpräsident Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis kämpft um eine Rückzahlungspolitik, die die griechische Gesellschaft nicht so stark belastet wie die Auflagen der Troika.

An den europäischen Börsen löst der sparkritische Kurs Griechenlands Verunsicherung aus. Der Dax rutschte von Beginn an ins Minus, das er nur am Vormittag kurz verlassen konnte. Selbst die von starken Arbeitsmarktdaten angetriebenen US-Börsen brachten keine Wende. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 10.905 Punkten aus dem Handel.

Dramatischer war die Lage in Athen. Dort gab der ASE General Index zwischenzeitlich über neun Prozent nach. Später stabilisierte sich der Leitindex ein wenig. Beendet hat er den Handelstag dennoch mit einem satten Minus in Höhe von 3,4 Prozent auf 819 Punkten.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Heimlicher Star des heutigen Börsenhandels war der MDax. Der Index der mittelgroßen Werte beendete den Handel mit einem Plus von einem Prozent auf 19.105 Punkten. Damit notierte der MDax so hoch wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Trotz des Rekords des MDax bleibt die Lage an der Börse angespannt. Die Anleger blicken mit Sorge auf die Europäische Zentralbank und auf Griechenland. Die Zentralbank hob am Mittwochabend zunächst überraschend die Sonderregelungen für den Einsatz griechischer Staatsanleihen als Sicherheiten auf. Ab dem 11. Februar könnten griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für EZB-Kredite genutzt werden.

Später jedoch ruderte die EZB teilweise zurück. Die Zentralbank genehmigt griechischen Banken Notfallkredite in Höhe von 60 Milliarden Euro. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Notenbankkreisen. Das Notfall-Programm namens ELA richtet sich an Banken, die sich zeitweise in einer außergewöhnlichen Situation befinden.

„In dieser Größenordnung bewegt sich der Spielraum“, sagte einer der Insider am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Es könnte sogar noch mehr sein. „Die Welt“ hatte zuvor Ähnliches berichtet. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Bundesbankchef Jens Weidmann hatte zuvor gegen eine zu laxe Gangart bezüglich des ELA-Programms gewettert. Er fordert auch bei der Bewilligung von Notfall-Liquiditätshilfen (ELA) von der EZB gegenüber Griechenland einen harten Kurs. „Ich bin der Auffassung, dass wir bei ELA strenge Maßstäbe anlegen sollten“, sagte Weidmann der „Börsen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Wenn das Konsequenzen für die Finanzstabilität habe, müsse die Politik handeln.

Kommentare (73)

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Herr Peter Lorenz

05.02.2015, 07:32 Uhr

Was ist denn mit dem Ölpreis. Ist er zu hoch? Zu niedrig? Zu gelb? HB schreibt doch einmal, dass der niedrige Ölpreis die deutsche Wirtschaft antreibt. Ein anderes mal wird geschrieben, dass der gestiegene Ölpreis für Erleichterung sorgt. Nun, gestern ist er wieder stark gefallen. Welche Meinung darf es heute sein? Was ist mit Griechenland, was nicht vorher schon war?

Juan Garcias

05.02.2015, 07:35 Uhr

Sturm im Wasserglas und wohl ein wenig Säbelrasseln. Könnte nochmal eine schöne Einstiegs-/Nachkaufgelegenheit bieten.

Alleine schon wegen der deutschen Versicherer und französischen Großbanken wird man eine Lösung für griechische Anleihen finden.

Juan Garcias

05.02.2015, 07:42 Uhr

Herr Lorenz

Ehrlicher wäre natürlich "wir haben keine Ahnung" zu schreiben, aber das möchte ja keiner lesen. Ich habe mich eh schon gefragt, warum der Ölpreis steigt nur weil ein paar Rigs stillgelegt wurden. Das ändert nichts an dem Überangebot und dem Äbschwachen der Weltwirtschaft. Aber auch das ist alles nicht neu.

Eigentlich könnte man täglich schreiben "Dax steigt/fällt wegen EZB"..

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