Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.05.2015

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Griechisches Schuldendrama drückt den Dax ins Minus

Griechenland muss sich mit seinen Geldgebern einigen. Doch die Zeit wird knapp. Vom Treffen der Euro-Finanzminister erwarten die Dax-Anleger indes keine Fortschritte. Gerüchte über ein „Grexit“ belasten den Leitindex.

Tag an den Börsen

Trügerische Ruhe an der Börse

Tag an den Börsen: Trügerische Ruhe an der Börse

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDer Dax kann derzeit keine dauerhafte Richtung einschlagen. Nach massiven Gewinnen am Freitag musste der Leitindex am Montag bei insgesamt sehr niedrigen Umsätzen ein Minus von 0,3 Prozent auf 11.673 Punkten hinnehmen. Der MDax schloss 0,1 Prozent tiefer auf 20.589 Punkten. Der TecDax stieg bei 1672 Zählern um 0,6 Prozent.

Für Verkaufsstimmung sorgten heute zwei Faktoren. Zum einen belasteten miese deutsche Industriedaten die Stimmung. Die Produktion war im März um 0,8 Prozent gefallen, während die Aufträge schwächer als erwartet zulegten. Zum anderen blickten die Anleger mit Sorge auf das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Seit Monaten wird über Reformen gestritten, die die Euro-Länder und der IWF von der Regierung in Athen für weitere Finanzhilfen verlangen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnete zuletzt nicht mit substanziellen Fortschritten. „Die Anleger werden zusehends pessimistischer“, sagt Adam Myers, Stratege bei Credit Agricole. Immer mehr Anleger setzen offenbar auf ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Sie nehmen entweder ihre Gewinne mit oder halten sich aus dem Marktgeschehen gleich komplett raus. Das bestätigen auch die niedrigen Handelsumsätze im Dax, die heute nur ein Volumen von etwas mehr als 2,4 Milliarden Euro erreichten.

An den griechischen Märkten war die Nervosität ebenfalls zu spüren: Der Athener Leitindex verlor bis zu 3,6 Prozent, der Bankenindex gab knapp neun Prozent nach. Am Anleihenmarkt kletterten die Renditen zehnjähriger griechischer Titel in der Spitze auf rund elf Prozent nach 10,784 Prozent im Schlussgeschäft am Freitag. Auch die Verzinsung der deutschen, italienischen und spanischen Anleihen zog an. Der Euro rutschte 0,5 Prozent ins Minus auf 1,1149 Dollar.

In der neuen Woche werde sich nun zeigen müssen, ob die Optimisten oder die Pessimisten die Oberhand am Aktienmarkt behalten, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einer Studie. Neben der Quartalsberichtssaison sei auch das Thema Griechenland von Bedeutung.

Experten wie Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie bei der Baader Bank, haben keine strukturellen Zweifel an Aktien, die für Gewinnmitnahme sprechen würden. Weder werde der Euro zu einer Starkwährung, noch würden wirklich höhere Renditen bei Anleihen Aktien ernsthafte Konkurrenz machen. Eher sei von einem „reinigenden Gewitter, einer vorübergehenden Korrektur“ auszugehen.

Bei den Einzelwerten fielen heute die Lufthansa-Aktien auf, die 3,4 Prozent zulegen konnten. Direkt dahinter positionierte sich K+S mit einem Plus von 1,9 Prozent. Der Kali- und Salzkonzern will morgen über sein erstes Quartal berichten. Analystenschätzungen zufolge hat K+S zum Jahresauftakt deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Auf der anderen Seite waren Volkswagen mit einem Verlust von zwei Prozent und Continental mit minus 1,3 Prozent zu finden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×