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08.07.2015

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Hellas schenkt Dax-Anlegern Hoffnung

Ein großer Dax-Kurssturz ließ bislang auf sich warten. Stattdessen: stufenweise Kursrückgänge. Heute wagte der Dax einen zaghaften Erholungsversuch - mit Erfolg. Der Index schließt mit Gewinnen.

Börse am Abend

Trotz Referendum: Dax hält sich weiterhin gut und steigt

Börse am Abend: Trotz Referendum: Dax hält sich weiterhin gut und steigt

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Düsseldorf/FrankfurtDie Anleger müssen in diesen Tagen starke Nerven haben. Dauerbrenner Griechenland macht den Depots zu schaffen. Immerhin: der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat für seine Rede vor den Abgeordneten des EU-Parlament Beifall an den Börsen geerntet. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden zwei oder drei Tagen in der Lage sein werden, den Verpflichtungen im besten Interesse Griechenlands und auch der Eurozone nachzukommen”, sagte der Premier am Mittwoch. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatten Athen am Dienstagabend eine „letzte Frist” bis Sonntag eingeräumt. Händler werteten positiv, dass Tsipras Kompromissbereitschaft signalisiert hatte.

Die keimende Hoffnung auf Einigung spiegelte sich auch im Dax wieder: Nachdem er am Dienstag ein Minus von zwei Prozent verbuchte, wagt der Index heute einen zaghaften Erholungsversuch. Im Laufe des Tages kletterte er um bis zu ein Prozent nach oben. Das Börsenbarometer schloss 0,7 Prozent höher bei 10.747 Punkten.

Doch die nächste Krise ist schon im Anmarsch. Seit Wochen taumeln die chinesischen Börsen. Heute kam der Crash: Wegen der unsicheren Wachstumsaussichten für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft brach die Börse Shanghai ums sechs Prozent ein. Die chinesische Börsenaufsicht sprach von Panikstimmung. Im Juni hat der chinesische Leitindex, der Shanghai Composite, ein 5.178 Punkte erreicht - den höchsten Wert seit der Finanzkrise 2008. Innerhalb von nur einem Monat hat der Index rund 27 Prozent eingebüßt. Letzter Stand: 3.506 Punkte. Das ist das größte Minus seit über zwanzig Jahren. Die Panik weitete sich auf die Börsen in den Nachbarländern aus und stürzte auch die Rohstoffmärkte in Turbulenzen. Die Erschütterung des Börsenbebens waren bis nach Europa spürbar. Am Devisenmarkt flüchteten viele Anleger in den japanischen Yen, der als „sicherer Hafen” Asiens gilt.

„Ich habe noch nie einen derartigen Kurssturz erlebt”, sagte Analyst Du Changchun vom Vermögensberater Northeast Securities. „Ich glaube, niemand hat das.” Wang Feng, Mitgründer und Chef des Hedgefonds Alpha Squared Capital, sprach von Panikverkäufen. „Das Problem ist, dass alle Marktteilnehmer in dieselbe Richtung drängen und zu emotional reagieren.” Positiv bewerten die Börsianer, dass die chinesische Regierung zur Stabilisierung der Märkte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auflegen will. Die Maßnahmen, die es jetzt schon gibt, zeigten bislang keine Wirkung.

Das verlieren die Euro-Länder, wenn Griechenland pleitegeht

Deutschland

88,7 Milliarden Euro

Frankreich

67,9 Milliarden Euro

Italien

59,2 Milliarden Euro

Spanien

40,5 Milliarden Euro

Niederlande

19,3 Milliarden Euro

Belgien

11,9 Milliarden Euro

Österreich

9,4 Milliarden Euro

Finnland

6 Milliarden Euro

Portugal

4,5 Milliarden Euro

Slowakei

2,9 Milliarden Euro

Irland

2,7 Milliarden Euro

Slowenien

1,6 Milliarden Euro

Quellen

IWF, EU-Kommission, EFSF, ESM, EZB, Bank of Greece, Berechnungen des ifo Instituts.

Auch in Europa dürften die Kurse weiter tanzen. Denn zu ihrer Beruhigung ist bislang noch wenig passiert. Zuletzt hatte Griechenland einen Antrag auf Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM gestellt, ob dem stattgegeben wird, bleibt aber unklar. Immerhin gibt es positive Nachrichten von Seiten der Europäischen Zentralbank: Der EZB-Rat soll heute über weitere Nothilfen an griechische Banken beraten. Das sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Kommentare (3)

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Herr walter rehm

08.07.2015, 10:41 Uhr

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Frau Joyce Oliveira

08.07.2015, 11:35 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Friedrich Lubumba

08.07.2015, 18:19 Uhr

 
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