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11.11.2013

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Höchster Schlusskurs der Dax-Geschichte

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Gewinnen in die Woche gestartet. Der deutsche Leitindex schloss den recht ruhigen Handelstag zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte über der Marke von 9100 Zählern.

Nach einem zögerlichen Start gewinnt der Dax am Montag leicht an Fahrt. Reuters

Nach einem zögerlichen Start gewinnt der Dax am Montag leicht an Fahrt.

FrankfurtNach der turbulenten Vorwoche ist am Aktienmarkt Ruhe eingekehrt. Nach einem zögerlichen Start gewann der Dax doch noch leicht an Fahrt und beendete den Montag mit plus 0,3 Prozent auf 9107 Punkte und schloss damit zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte über der Marke von 9100 Zählern.

Der MDax, der in der Vorwoche ebenfalls eine neue Bestmarke erreicht hatte, stieg zum Wochenbeginn um 0,8 Prozent auf 16.194 Punkte. Der TecDax rückte um 0,6 Prozent auf 1140 Punkte vor.

Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

Trotz der wochenlangen Schließung von Bundesbehörden im Zusammenhang mit dem Etatstreits schufen die US-Unternehmen im Oktober 204.000 neue Stellen - fast doppelt so viel wie erwartet. In China wuchsen die Exporte im vergangenen Monat zum Vorjahresmonat um 5,6 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 3,2 Prozent gerechnet.

Trotz des starken US-Beschäftigungsaufbaus werde die Notenbank Fed sicher noch eine ganze Weile über den Ankauf von Immobilienpapieren und Anleihen monatlich 85 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte pumpen, betonten die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. „Auf den zweiten Blick offenbart der Arbeitsmarktbericht einige Schwächen: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit ist ebenso zurückgegangen wie die Erwerbsquote.“

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Gold -Anleger setzten offenbar dennoch auf einen baldigen Einstieg in den Ausstieg aus der ultra-lockeren US-Geldpolitik. Sie trennten sich erneut von der „Anti-Inflationswährung“ und drückten den Preis des Edelmetalls 0,4 Prozent ins Minus auf 1283,76 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Unterdessen legte der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, um 20 Ticks auf 141,22 Punkte zu. Der Freitagsverlust sei überzogen gewesen und nur dem 1,4-prozentigen Kursrutsch seines US-Pendants T-Bond-Future geschuldet, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti. Aus seiner Sicht haben sich die Aussichten für die Euro-Zone durch die überraschende Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag aufgehellt. Der Euro legte am Montag ebenfalls zu und verteuerte sich auf 1,3392 Dollar von 1,3368 Dollar zum New Yorker Freitagsschluss.

Kommentare (27)

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Nein_wir_haben_keine_Blase

11.11.2013, 08:14 Uhr

Wachstumsrate in 2013 weltweit im niedrigen einstelligen Bereich, deutschlandweit bei 1,x% und europaweit negativ.

Aber: DAX +30% in weniger als einem Jahr.

Wirklich sehr gesund, oder?

Account gelöscht!

11.11.2013, 08:31 Uhr

Wie immer liegt ein hochinteressanter Börsentgag vor uns, der mich aber letztlich nicht interessiert.
Bin wie immer zu über 90 % investiert. z.B in den amerikanischen Medizintechnikkonzern Medtronic. Als Mitglied im sog. S&P Dividend Aristocrats Index zahlt der nicht nur seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts regelmäßig eine Dividende, sondern die Dividende wird seit 1978 Jahr für Jahr gesteigert.
Haltedauer
Viel Erfolg beim Traden! Kostolany rules!

Programmierer

11.11.2013, 08:58 Uhr

Jetzt kaufen und dann wieder UP
Das vorbörsliche Hoch bei 9100 nehm ich mit

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