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31.07.2014

17:52 Uhr

Börse Frankfurt

Im Dax tanzt der Bär – 9400-Punkte Marke gerettet

Der deutsche Aktienmarkt hat auch am Donnerstag keinen Halt gefunden: An einem von schwachen Quartalszahlen geprägten Tag fiel er zeitweise sogar unter 9400 Punkte. Vor allem Adidas und Lufthansa stürzten regelrecht ab.

Börse am Abend

Weltweit ein schwerer Tag für die Börsen

Börse am Abend: Weltweit ein schwerer Tag für die Börsen

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Frankfurt/DüsseldorfDen Börsentag verbrachte der Dax ausschließlich im Verlustbereich. Der Leitindex startete im Minus und kannte auch danach nur eine Richtung: nach unten. Der Leitindex schloss mit 9407 Punkten 1,94 Prozent tiefer. Kurz vor Handelsschluss unterschritt er die Marke sogar und notierte kurzzeitig bei 9395 Punkten. Der MDax schloss bei 15.790,67 Zählern 2,3 Prozent im Minus, der TecDax bei 1.218,12 Punkten 2,4 Prozent tiefer.

Anleger stellen sich nun die Frage, wie lange sich der Index nach unten bewegen wird. Im Moment ist die Erklärung für das Tief die Bilanzsaison deutscher Unternehmen. Gleich mehrere Dax-Größen wie Siemens, Adidas und Lufthansa veröffentlichten heute ihre Halbjahreszahlen. Geopolitische Probleme könnten allerdings auf Dauer die Börsenbärenpfote auf den Plan rufen: Die Krise in Russland macht vielen der Firmen zu schaffen. Das zeigte sich auch heute am Beispiel Adidas, dessen Aktien wegen gedrosselter Gewinnerwartungen um bis zu 16 Prozent nach unten rutschten.

Chancen und Risiken der Dax-30 (Teil 1)

Adidas

Die Bilanz des vergangenen Quartals brachte Ernüchterung. Von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien versprechen sich die Analysten zudem kaum Impulse für Adidas. Der hohe Russlandanteil der Geschäfte sorgt zusätzlich für Unsicherheit. Insgesamt wird die Aktie von Experten als zu teuer eingeschätzt.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (2014): 18,4
Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) (2014): 1,6
Dividendenrendite: 1,7 Prozent

Allianz

Das niedrige Zinsniveau macht dem größten Versicherungskonzern der Welt zu schaffen. Das operative Wachstum kommt deswegen nicht in Fahrt. Wie bei Adidas ist auch bei der Allianz das Russlandgeschäft ausgeprägt. Die Zahlen für das erste Quartal seien dennoch im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, schrieb Bernstein-Analyst Thomas Seidl. Mit dem anhaltenden Aufwärtstrend in der Schaden- und Unfallversicherung und der stabilen Lage im Lebensversicherungsgeschäft habe er bereits gerechnet. Dennoch sei für ihn die relativ schwache Prämienentwicklung im ersteren Geschäftsbereich eine große Überraschung gewesen, während im letzteren die Preise enorm angezogen hätten. Für die Allianz wird eine Halteposition empfohlen.

KGV (2014): 8,9
KCV (2014): 8,5
Dividendenrendite: 3,7 Prozent

BASF

Beim Chemieriesen BASF spielt weniger Russland, sondern vielmehr China eine Rolle. Das unbeständige Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt birgt Risiken für den Konzern. Paul Walsh, Analyst bei Morgan Stanley, lobt den guten Geschäftsmix, durch den BASF eine gewisse Konjunkturabhängigkeit erreicht. Den Kennzahlen folgend wird dennoch von einem Kauf der Aktie vorerst abgeraten.

KGV (2014): 14,2
KCV (2014): 9,0
Dividendenrendite: 3,2 Prozent

Bayer

Mit dem Zukauf der Sparte der rezeptfreien Medikamente vom US-Pharmahersteller Merck & Co. gelang Bayer ein Coup. Die Übernahme stärke das Portfolio der Leverkusener weiter in Richtung des höhermargigen Life-Sciences-Geschäfts, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Steve Chesney in einer Studie. Die Aussichten sind bei Bayer dementsprechend stabil.

KGV (2014): 16,5
KCV (2014): 12,8
Dividendenrendite: 2,1 Prozent

Beiersdorf

Auch bei Beiersdorf loben die Analysten das weitestgehend konjunkturunabhängige Wachstum. Die Hamburger hätten ein solides Quartal hinter sich, schrieb Analyst Simon Hales in einer Branchenstudie. Er hob die beeindruckende Markenbelebung hervor, verwies aber zugleich auf die hohe Bewertung der Aktie.

KGV (2014): 28,5
KCV (2014): 23,7
Dividendenrendite: 1,0 Prozent

BMW

Eine erfolgreiche Modellpolitik und die Prestige-Modellreihe „i“ machen BMW zu einem der erfolgreichsten Autobauer der Welt. Eine starke Positionierung im US-Markt sorgt für starke Absatzzahlen. Allerdings ist BMW wie die anderen Autobauer auch stark konjunkturabhängig. Ein Kauf lohnt sich deshalb nur in Schwächephasen mit mittelfristig positiven Aussichten.

KGV (2014): 10,0
KCV (2014): 6,2
Dividendenrendite: 2,8 Prozent

Commerzbank

Die Commerzbank-Aktie hat sich im laufe der Zeit immer mehr zu einer Wette entwickelt. Die Papiere reagieren sehr sensibel auf Börsentrends. Sprich: Bei Hochphasen gehören die Aktien zu den größten Gewinnern, während Talfahrten rauschen sie weit ins Minus. Die operative Erholung der Commerzbank gestaltet sich schwierig. Analysten bleiben skeptisch. Rund 15 Experten raten zum Verkauf der Aktie.

KGV (2014): 17,5
KCV (2014): 10,1
Dividendenrendite: 0 Prozent

Continental

Der Reifenhersteller und Autozulieferer hat ein starke erstes Quartal 2014 hinter sich. Vor allem der starke freie Cashflow habe überzeugt, schrieb Citigroup-Analyst Philip Watkins. Für ein starkes Wachstum sorgt das aussichtsreiche Zuliefergeschäft mit Assistenzsystemen. Die günstigen Kautschukpreise treiben zudem die Reifen-Marge. Die einzige größere Enttäuschung bei der Zahlenvorlage seien die langsamen Fortschritte in der Sparte Powertrain mit einem organischen Umsatzwachstum von nur sechs Prozent gewesen. Insgesamt gilt die Aktien als leicht überkauft.

KGV (2014): 12,9
KCV (2014): 8,4
Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Daimler

Die neue Modellpolitik hat Daimler wieder auf Kurs gebracht und die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten angehoben. In der Sparte der Nutzfahrzeuge ist der Autobauer aus Stuttgart allerdings zu abhängig von den Schwellenländern. Auch das milliardenschwere Russlandgeschäft wird derzeit als Risiko bewertet. Analysten empfehlen deswegen keine weiteren Daimler-Aktien zu kaufen und die, die bereits im Portfolio liegen zu halten.

KGV (2014): 10,9
KCV (2014): 6,4
Dividendenrendite: 3,5 Prozent

Deutsche Bank

Zahlreiche juristische Altlasten drücken auf die Bilanzen der Deutschen Bank. Das schwache Wertpapiere-Geschäft kommt erschwerend hinzu. Analyst Piers Brown von Macquarie verglich in einer Studie die Situation der Deutschen Bank mit der von Barclays. Nachdem bei dem britischen Institut die Euphorie über die Restrukturierung allmählich nachlasse, richte der Markt den Fokus auf deren Umsetzung. Die Deutsche Bank befinde sich seit 18 Monaten in einer vergleichbaren Turnaround-Situation. Es wird eine „Hold-Strategie“ empfohlen.

KGV (2014): 9,0
KCV (2014): 9,3
Dividendenrendite: 2,4 Prozent

Deutsche Börse

Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten kommt der Deutschen Börse zugute, denn dadurch steigen ihre Umsätze. Analysten bemängeln beim Börsenbetreiber allerdings die hohen regulatorischen und juristischen Risiken. Positiv ist die hohe Dividendenrendite. Von einem Kauf wird vorerst abgeraten.

KGV (2014): 14,6
KCV (2014): 12,9
Dividendenrendite: 4,2 Prozent

Deutsche Post

Der Online-Boom hat der Deutschen Post neuen Schwung im Paketgeschäft verliehen. Analysten schätzen die Krisenanfälligkeit der Post trotz des großen Russlandgeschäfts als gering ein. Allerdings verhagelten im ersten Quartal 2014 ungünstige Währungseffekte und ein erlahmendes Frachtgeschäft die Bilanz. Dementsprechend werden weitere Rücksetzer bei der Post-Aktie erwartet.

KGV (2014): 16,2
KCV (2014): 10,1
Dividendenrendite: 2,6 Prozent

Deutsche Telekom

Noch vor kurzem wollte die Deutsche Telekom ihr Mobilfunkgeschäft in den USA loswerden, nun erweist es sich als durchaus rentabel und krisenresistent. Auch der Heimatmarkt wirkt stabil, allerdings sind hier hohe Investitionen nötig, um sich vor der Konkurrenz insbesondere vor Vodafone abzuheben. Als riskant gilt das Osteuropageschäft. Insgesamt wird zur einer Halteposition geraten.

KGV (2014): 20,4
KCV (2014): 4,1
Dividendenrendite: 5,6 Prozent

Eon

Die Versorger wie Eon kämpfen seit Jahren mit Strukturproblemen und der Energiewende in Deutschland. Problematisch für die Düsseldorfer ist auch die hohe Abhängigkeit vom Russlandgeschäft. Alberto Ponti, Analyst bei der Societe Generale, vergibt eine negative Einschätzung für die Geschäfte außerhalb der Europäischen Union, insbesondere wegen anhaltender Schwierigkeiten in Brasilien.

KGV (2014): 14,7
KCV (2014): 4,5
Dividendenrendite: 4,5 Prozent

Fresenius Medical Care

Das Tochterunternehmen von Fresenius gehört zu den defensiven Titel im Dax. Analysten loben das langfristig konjunkturunabhängige Wachstum. Anleger sollten aber die die Risiken der US-Gesundheitspolitik im Blick behalten. Bei der Vorstellung der Bilanzen des vergangenen Quartals konnte Fresenius Medical Care die Experten nicht überzeugen. Die Zahlen des Dialysespezialisten seien schwächer als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Justin Smith von der Societe Generale. Er habe daher seine Schätzungen für das Aktienergebnis (EPS) in den Jahren 2014 bis 2019 gekürzt.

KGV (2014): 13,4
KCV (2014): 8,2
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

An der eher gedämpften Stimmung an den Börsen konnte auch die eigentlich günstige Entscheidung der US-Notenbank Fed wenig ändern. Sie hatte am Mittwoch Abend angekündigt, die Zinsen bei den niedrigen 0,25 Prozentpunkten zu belassen. Doch die deutschen Anleger schien das kaum zu kümmern - sie schickten den Großteil der Dax-Werte auf Talfahrt und nahmen Gewinne mit, wo es ging.

Die Russland-Sanktionen sind konkreter geworden und treffen vor allem die russische Finanzbranche hart: Staatseigene russische Banken dürfen in der EU keine neuen Aktien oder Anleihen verkaufen. Ein Kandidat ist die russische Sberbank und die VTB. Die Maßnahmen greifen ab Freitag. Darüber hinaus wurde auch die russische Rüstungsindustrie und einigen Technologiebereiche mit Strafen belegt.

Eine weitere Sorge der Anleger dürfte die Staatspleite Argentiniens sein. Das Land hatte sich mit US-Hedgefonds in der Nacht zum Donnerstag nicht über die Zahlung von Schulden von 1,33 Milliarden Dollar einigen können, die die Fonds vor US-Gerichten eingeklagt und Recht bekommen hatten. Die Bonitätswächter von S&P erklärten das Land daraufhin für pleite.

Kommentare (14)

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Herr Edi Haas

31.07.2014, 09:31 Uhr

Auch heute wieder,wie ich gestern schon sagte,VOR Handelsstart Schnäppchen in fast allen Derivaten.So billig
bekommt man sie NACH Handelsstart nie.
Schaut es euch an,die Linde Calls haben sich schon verdoppelt und erst die Calls gestern NACH Handelsschluss.
Nicht nur das sie nicht ausgestoppt werden können,so billig wie gestern Abend waren sie schon lange nicht mehr.
Deshalb hier nicht dauernd streiten,aber ihr wollt es ja nicht sehen.
Die Notenbank kauft weiter,deshalb ist das Wetten und Zocken an der Börse so einfach wie noch nie.

Sergio Puntila

31.07.2014, 09:38 Uhr

...und täglich grüßt das Murmeltier...

Herr Edi Haas

31.07.2014, 09:46 Uhr

Ich lasse mir meine Meinung nicht verbieten,ich schreibe das hier auch gerne mehrmals täglich,wie in den letzten Monaten auch,schreiben Sie doch mal was zum Markt.
Ich hoffe Sie gehören nicht zu der Sorte Kleinanleger die immer nur Puts kaufen,deshalb ist der Put das meistgehandelte Derivat.
Ich schaue gar nicht auf den Dax mir reichen ein paar Scheine und schon habe ich eine tolle Rendite.
Das hat doch alles nichts mehr mit Unternehmenszahlen zu tun,alles von der Technik bestimmt das muss man halt wissen und nutzen meiner Meinung.

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