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03.10.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Investoren verlieren ihren Optimismus

Im Grunde war es erwartet worden: Griechenland kann erneut seine Zusagen nicht einhalten und reißt die Defizit-Zielmarke. Dies traf die europäischen Börsen hart, auch Bundesanleihen werden als gefährdeter empfunden.

Es war ein verlustreicher Tag an den Märkten: ein nachdenklicher Händler an der deutschen Börse in Frankfurt. dpa

Es war ein verlustreicher Tag an den Märkten: ein nachdenklicher Händler an der deutschen Börse in Frankfurt.

FrankfurtEine neue Schreckensnachricht aus Griechenland hat den Dax im Feiertagshandel erheblich belastet. Der Leitindex verharrte den gesamten Handelstag über im Minus und verlor schlussendlich 2,3 Prozent auf 5.376 Punkte. Für große Unsicherheit sorgte die Meldung vom Wochenende, dass Schuldensünder Griechenland sein für dieses Jahr gestecktes Sparziel verfehlen wird. Das Defizit könne nicht wie vereinbart auf 7,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIPs) gedrückt werden, hatte das griechische Finanzministerium am Sonntagabend bekanntgegeben. Stattdessen würden 8,5 Prozent erwartet.

Diese neuen Finanz-Fehltritte Griechenlands haben Zweifel geschürt, ob der Schuldensünder das Ruder überhaupt noch herumreißen kann. Die am Tropf internationaler Geldgeber hängende Regierung in Athen räumte ein, dass sie die auferlegten Haushaltsziele 2011 und 2012 klar verfehlen wird. Im kommenden Jahr wird demnach auch die Wirtschaft ihre Talfahrt fortsetzen. Am Montag durchkämmten die Prüfer von Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfond (IWF) Kreisen zufolge noch die Athener Finanzen. Vom Votum dieser Troika hängt ab, ob Griechenland die zur Rettung vor einer Staatspleite dringend benötigte nächste Tranche an Hilfsgeldern überwiesen bekommt.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

- 0,04Prozent

CSI300

- 0,5 Prozent

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Am Devisenmarkt fiel der Euro zeitweise auf ein Achteinhalb-Monats-Tief von 1,3236 Dollar. „Die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands ist eine Büchse der Pandora, die niemand öffnen will“, sagte Analyst Teppei Ino von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. „Während einige Märkte dies schon eingepreist zu haben scheinen, sieht es so aus, als ob der Euro noch einiges vor sich hat.“

Dennoch stiegen die Prämien zur Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets deutscher Staatspapiere per Credit Default Swap (CDS) um 6.000 Euro auf einen Rekordwert von 118.000 Euro. „Wenn es schlecht läuft, werden die Deutschen für den Rest Europas zahlen müssen“, sagte ein Börsianer. „Im Augenblick scheint alles darauf hinauszulaufen.“

In den USA hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im September entgegen den Erwartungen von Experten aufgehellt. Der entsprechende Index sei von 50,6 Punkten im Vormonat auf 51,6 Zähler gestiegen, teilte das Institute for Supply Management (ISM) in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 50,5 Punkte gerechnet. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung.

Rating Großbritanniens unverändert

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Top-Bewertung Großbritanniens bestätigt. Die langfristige Bonität des EU-Landes beträgt damit weiter „AAA“, wie S&P mitteilte. Der Ausblick für das Rating ist stabil was eine mittelfristige Herabstufung unwahrscheinlich macht. S&P hatte im Sommer für Furore gesorgt, als die Agentur der weltgrößten Volkswirtschaft USA trotz beigelegten Streits um die nationale Schuldengrenze die Top-Bonität entzogen hatte. Großbritannien sei eine gesunde, offene und diversifizierte Volkswirtschaft, begründet S&P seine Entscheidung. Das politische und ökonomische Umfeld sei stabil und flexibel.

Kommentare (34)

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Account gelöscht!

03.10.2011, 08:35 Uhr

moin zusammen, nach dem netten abverkauf in der letzten stunde in ny am freitag plus den miesen s&p-future heute morgen, besteht heute nun endlich die chance das (fucking) gap bei 5346 vom 21/09 zuzumachen.
wann der markt wieder nach oben dreht, hängt sehr stark vom eur/usd-wechselkurs ab. so wie das gechäft von oben nach unten bei einem festen euro mühsam war, so ist es jetzt natürlich umgekehrt auch mit einem schwachen euro von unten nach oben schwierig. von daher bleibt die euro/dax-korrelation das a und o.
so sieht jedenfalls mein grober game-plan aus. verbleibende offene gaps sind bei 5640 (29/09) und 5502 (vom 30/09).
ps: für den zu erwartenden eher trägen handelsverlauf bis zum frühen nachmittag, hab ich mich schon mal vorsorglich mit spannender lektüre von sport-bild bis kicker, etc. eingedeckt.

happy trading :-)

donolli

03.10.2011, 09:51 Uhr

Na daytrader, wir sind wohl heute die einzigen die sich bemühen etwas Geld zu verdienen! :-)

Account gelöscht!

03.10.2011, 10:10 Uhr

passt schon. ich spiel schon seit über 1 std. mein long von 5291 auf die 5370 hoch, mit s/l bei einstand.

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