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11.06.2015

17:55 Uhr

Börse Frankfurt

IWF setzt Hellas-Gespräche aus - Dax fällt

Der Internationale Währungsfonds hat die Verhandlungen über die Griechenland-Rettung ausgesetzt. Danach herrschte Ausverkaufsstimmung an der Börse. Dabei hatte der Handel so positiv begonnen.

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FrankfurtDie Hoffnung auf eine baldige Lösung im Griechenland-Streit verführte die Anleger am Mittwoch zunächst dazu, bei den Aktien zuzulangen. Mehr als 1,6 Prozent gewann der Index bis kurz nach 16 Uhr. Der Höchststand: 11.452 Punkte. Doch dann verloren die Anleger die Zuversicht. Der Internationale Währungsfonds hatte seine Verhandlungen mit Hellas auf Eis gelegt. Der Grund: Sie kommen einfach zu schleppend voran. Die Anleger bewegte das zum Verkauf. Die Dax-Kurve stürzte binnen weniger Minuten ruckartig nach unten. Für ein Minus am heutigen Handelstag reichte die Enttäuschung dennoch nicht. Der Dax ging noch mit 0,6 Prozent im Plus bei 11.333 Punkten aus dem Handel.

Das Griechenland-Drama zerrt schon seit Wochen an den Nerven der europäischen Politiker und Anleger. Am Mittwochabend hatten sich die Staatschefs von Griechenland, Deutschland und Frankreich erneut zu Krisengesprächen getroffen. Nach dem rund zweistündigen Gespräch in Brüssel vereinbarten die Parteien der Bundesregierung zufolge, dass die Verhandlungen zwischen der Regierung in Athen und den Gläubigern intensiviert werden sollen.

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Der Dax kämpft um die 11.000 Punkte. Mit Finanzinstrumenten können Anleger von heftigen Kursschwankungen an den Aktienmärkten profitieren und gleichzeitig ihr Depot absichern. Doch diese Produkte haben einen Fallstrick.

Noch am Donnerstagmorgen äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zufrieden über das Treffen. Einem hochrangigen EU-Vertreter zufolge gibt es „gute Aussichten”, dass kommende Woche eine Einigung zustande kommt, die für die Euro-Finanzminister akzeptabel sein dürfte. Am kommenden Donnerstag trifft sich die Eurogruppe regulär in Luxemburg. Auch ihr Chef, Jeroen Dijsselbloem, hält einen Kompromiss bis dahin für möglich.

Doch es gibt auch negative Zeichen. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Bonitätsnote Griechenlands von CCC+ auf CCC mit einem negativen Ausblick herab und warnte davor, dass das Land ohne eine Einigung mit den Geldgebern in den kommenden zwölf Monaten voraussichtlich in die Pleite rutschen wird. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht eine wachsende Gefahr einer Staatspleite Griechenlands. „Die Zeit läuft ab und das Risiko einer Insolvenz nimmt täglich zu”, sagte er in London.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Auf den Rentenmärkten konnte der Ausverkauf heute zumindest begrenzt werden. Zwar sprang die Rendite für die zehnjährigen Bundesanleihen am Morgen kurz über ein Prozent. Am Abend griffen die Investoren jedoch wieder verstärkt bei den als sicher geltenden Schuldpapieren des Bundes zu. Deren Rendite sank auf 0,886 Prozent.

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