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17.12.2015

17:54 Uhr

Börse Frankfurt

Janet Yellen beschert Dax ein dickes Plus

Die Anleger haben bekommen, was sie erwartet haben: Die US-Notenbank erhöht die Zinsen erstmals seit Jahren. Das beruhigt die Märkte Der Dax geht rund 270 Punkte höher aus dem Handel.

Nach der Zinswende: Börsenampeln auf grün

Video: Nach der Zinswende: Börsenampeln auf grün

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FrankfurtNach der langerwarteten Zinswende in den USA hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag Gas gegeben. Wie schon zuvor an der Wall Street und in Asien reagierten die Anleger erleichtert auf die moderate Zinsanhebung der US-Notenbank Fed. Selbst das überraschend etwas eingetrübte Ifo-Geschäftsklima konnte der guten Laune nichts anhaben.

Der Dax konnte einen Großteil seiner Gewinne behaupten und ging mit einem Plus von 2,6 Prozent bei 10.738 Punkten aus dem Handel. Am Nachmittag bremste die schwächelnde Wall Street den Leitindex ein wenig ab - in New York hatte es bereits am Vortag nach der Fed-Zinsentscheidung ein Kursfeuerwerk gegeben.

Reaktionen auf die Fed-Zinsentscheidung

Deutsche Bank - Chefvolkswirt David Folkerts-Landau

"Die heutige Entscheidung der Fed, die Zinsen zum ersten Mal seit fast zehn Jahren zu erhöhen, ist ein historischer Moment. Die Zinsanhebung markiert das offizielle Ende der globalen Finanzkrise für die USA und bildet den Auftakt zu einer Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik.

Dieser Schritt wurde allgemein erwartet. Vor dem Hintergrund, dass auf dem US-Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung herrscht und im kommenden Jahr ein Anstieg der Inflation erwartet wird, war eine Anhebung der Zinsen längst überfällig. Diejenigen, die die Zinsanpassung kritisch sehen, lassen außer Acht, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus Zinssätze zwischen zwei und drei Prozent und eine Fed-Bilanz ohne Überschussreserven rechtfertigen - eine Zinspolitik, die weit entfernt vom Krisenmodus ist, der selbst heute noch dominiert."

Dekabank - Chefvolkswirt Ulrich Kater

"Ein kleiner Schritt für die Fed, aber ein großer für das Finanzsystem. Zwei Botschaften verbinden sich mit der Zinswende. Zum ersten begräbt damit die Fed symbolisch die Finanz- und Bankenkrise von 2008. Und zum zweiten schürt diese Zinswende die Hoffnung, dass auch in Euro-Land eine Umkehr bei den Zinsen irgendwann möglich ist, selbst wenn dies noch zwei oder drei Jahre hin sein sollte."

KfW - Chefvolkswirt Jörg Zeuner

"Wir sind auf dem Weg in die Normalität. Die US-Konjunktur läuft solide, der Arbeitsmarkt hat Vollbeschäftigung erreicht und die Kerninflation ist jetzt schon hoch genug, um mit dem Zinserhöhungszyklus zu starten. Mit dem Zinsschritt beginnt die Fed, Handlungsspielraum für neue Herausforderungen zurückzugewinnen. Denn ein langfristig starker Dollar und ein dauerhaft niedriger Ölpreis bringen durchaus Schwierigkeiten für die US-Wirtschaft."

Münchener Rück - Chefvolkswirt Michael Menhart

"Mit der Zinsentscheidung der Fed ist der lange erwartete Einstieg in eine restriktivere Geldpolitik da. Für nächstes Jahr ist mit weiteren Zinsschritten zu rechnen. Gleichwohl wird die US-Zentralbank unter den Notenbanken der großen Volkswirtschaften wohl erst mal alleine bleiben - die EZB hat ja jüngst sogar ihre expansive Politik noch zeitlich ausgeweitet. Angesichts der Risiken für die Finanzstabilität wäre eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes wünschenswert."

Institut für Weltwirtschaft - Stefan Kooths

"Klar ist, dass sich im Zuge der Normalisierung des Zinsniveaus die Preisblasen an Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten zurückbilden werden. Bei diesem Prozess lauern erhebliche Gefahren eines sprunghaften Verlaufs, nicht zuletzt auch für die Devisenmärkte und die in US-Dollar verschuldeten Schwellenländer. Es nützt aber nichts, aus Furcht davor den Ausstieg aus der ultra-expansiven Zentralbankgeldversorgung immer weiter hinauszuzögern. Je länger die künstlich niedrigen Zinsen bestehen bleiben, umso mehr Verzerrungen entstehen und desto schmerzhafter würde eine noch spätere Korrektur. Von einer Normalisierung ist die US-Geldpolitik immer noch meilenweit entfernt. Entscheidend wird jetzt sein, wann die Marktteilnehmer den nächsten Schritt erwarten."

GDV (Versicherungsverband) - Chefvolkswirt Klaus Wiener

"Die erste Straffung der US-Leitzinsen seit dem Jahr 2006 markiert sicher einen historischen Wendepunkt, das allgemeine Zinsniveau wird sich dadurch aber kaum ändern. Für die EZB hat der Zinsentscheid der Fed keine Signalwirkung – dazu sind auch die konjunkturellen Rahmenbedingungen zu unterschiedlich. Die Kapitalmarktzinsen im Euroraum werden wohl noch für sehr lange Zeit auf ihrem extrem niedrigen Niveau verharren."

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte bis zum Donnerstagabend rund einen Prozent auf 20.880 Punkte vor. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,5 Prozent auf 1819 Punkte nach oben.

Das billige Geld der Notenbanken treibt seit Jahren die Aktienmärkte. Die US-Notenbank Fed hat nun wie erwartet die Zinswende eingeleitet. Erstmals seit der Finanzkrise wird der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte von der Nulllinie angehoben und liegt künftig innerhalb einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50 Prozent. Für Beruhigung an den Märkten sorgte die Ankündigung von Fed-Präsidentin Janet Yellen, dass weitere Zinserhöhungen „voraussichtlich graduell“ erfolgen werden.

Kommentare (4)

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Herr Chris Woodley

17.12.2015, 12:13 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Olek Smirnow

17.12.2015, 13:07 Uhr

Erstmals seit der Finanzkrise wird der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte von der Nulllinie angehoben und liegt künftig innerhalb einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50 Prozent.

Angehoben um ihn nächstes Jahr wieder zu senken, sieht man doch sehr schön bei der Bank of Japan. Die EZB kann garnicht die nächsten 100 Jahre erhöhen dann ist der Euro gleich am Ende.
Wie die Notenbanken da raus kommen wollen ist für mich nicht ersichtlich.

Account gelöscht!

17.12.2015, 16:44 Uhr

Sorry Olek,
aber gar nicht wird gar nicht zusammen geschrieben

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