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11.03.2011

18:27 Uhr

Börse Frankfurt

Japan-Beben: Dax schließt unter 7000 Punkten

Der Dax notiert tief im Minus und fällt unter die Marke von 7.000 Punkten. Das Erdbeben in Japan schockt die Anleger. Auf der Verkaufsliste ganz oben: Aktien von Rückversicherern. Entspannung gibt es dagegen am Ölmarkt.

Börsenhändler in Sorge: Die Märkte müssen einige schlechte Nachrichten verarbeiten. Quelle: dapd

Börsenhändler in Sorge: Die Märkte müssen einige schlechte Nachrichten verarbeiten.

Frankfurt/DüsseldorfZum Wochenschluss setzt der Dax seine Korrektur fort.

Das schwere Erdbeben in Japan und die anhaltend unsichere Lage in Libyen haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar gedrückt. Der Dax verlor 1,16 Prozent auf 6981,49 Punkte und sank damit erstmals seit dem 12. Januar unter die psychologische wichtige Marke von 7000 Punkten. Im Verlauf der Woche büßte der deutsche Leitindex fast drei Prozent ein und zehrte damit fast alle Gewinne vom Januar und Februar auf. Der Dax hatte in den ersten Wochen des Jahres kräftig zugelegt und
war bis auf 7441,82 Punkte gestiegen. Auch der MDax und der TecDax gaben zum Wochenausklang kräftig nach. Sie gaben 1,38 Prozent auf 10 011,76 Punkte beziehungsweise 1,08 Prozent auf 869,43 Punkte nach.

Der wichtigste Grund für den Kursverlust am Freitag war das verheerende Erdbeben in Japan. Vor dem Beben hatten bereits die anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im arabischen Raum die Märkte verunsichert. Der dadurch stark gestiegene Ölpreis hatte zuletzt bereits die gute Stimmung vertrieben und die größtenteils sehr guten Unternehmenszahlen überlagert. "Der Markt war bereits kippelig und das Erdbeben ist da quasi das Tüpfelchen auf dem i", sagte Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank.

Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research betonte, dass sich die Angst breit mache, dass es zu weiteren Erdstößen in Japan kommen könnte. Für den schwachen Gesamtmarkt sei allerdings die unsichere Lage in Saudi-Arabien und die damit verbundene Sorge um die Ölförderung wohl ein noch wichtigerer Belastungsfaktor.

Am stärksten betroffen waren am Freitag die Aktien der Rückversicherer, auf die immense Kosten zukommen könnten. Die Aktien des Branchenführers Munich Re sackten im Dax um 4,28 Prozent auf 111,75 Euro ab und die Papiere des Konkurrenten Hannover Rück büßten am MDax-Ende 5,28 Prozent auf 38,645 Euro ein. Die Folgen des Bebens sind zwar noch nicht absehbar, Händler verwiesen jedoch auf Aussagen der Munich Re vom Vortag. Der weltgrößte Rückversicherer hatte erklärt, er müsse um sein Gewinnziel für 2011 bangen, falls es nach den schweren Naturkatastrophen in Australien und Neuseeland im Januar und Februar zu weiteren Großschäden kommen werde.

Am Ende des deutschen Leitindex lagen jedoch die Papiere des Kasseler Salz- und Düngemittelproduzenten K+S, die wegen einer Aktienplatzierung von BASF um 4,74 Prozent auf 51,670 Euro abrutschten. Der Chemiekonzern hat durch den Verkauf seiner noch bestehenden Anteile an der früheren Tochter zirka eine Milliarde Euro eingenommen und will damit seinen Schuldenstand reduzieren. Die 19,7 Millionen K+S-Aktien seien für 50 Euro das Stück platziert worden, hieß es. Die BASF-Titel gaben 0,58 Prozent auf 58,39 Euro ab.

Versorgeraktien gefragt

Unter den wenigen Gewinnern im Dax Versorgeraktien. Eon gewannen 1,01 Prozent auf 23,080 Euro und RWE legten 0,53 Prozent auf 47,925 zu. Händler verwiesen auf den defensiven Charakter der beiden Werte,
weshalb sie in einem schwachen Markt gefragt seien.

Zahlen gab es am Freitag nur vom Flughafenbetreiber Fraport, dessen Papiere sich mit einem Minus von 0,91 Prozent auf 50,26 Euro etwas besser als der Gesamtmarkt schlugen. Ein Händler sah die Ergebnisse für 2010 als "mehr oder weniger" im Rahmen der Erwartungen an. Unterschiedlich wurde allerdings der Ausblick aufgenommen. Der Börsianer bezeichnete diesen als operativ etwas enttäuschend. Analyst Johannes Braun von der Commerzbank sah ihn dagegen als "solide" an Der EuroStoxx 50 verlor ebenfalls deutlich an Boden und ging mit einem Abschlag von 0,89 Prozent auf 2883,84 Punkte aus dem Handel. Verluste verbuchten auch die Leitindizes in Paris und London.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,91 (Donnerstag: 2,98) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,26 Prozent auf 122,17 Punkte zu. Der Bund Future stieg um 0,28 Prozent auf 122,37 Punkte. Der Eurokurs ging dagegen leicht zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3773 (Donnerstag: 1,3817) US- Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7261 (0,7238) Euro.

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Kommentare (8)

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Account gelöscht!

11.03.2011, 08:44 Uhr

"Sturz" unter 7000?! Wo stand man gestern? Wo vor 5 Monaten?
Sturz??? Geht es noch etwas dramatischer?

Noch immer, da mag das H`B schreiben was es will, ist der Aktienmarkt amßgeblich vom Ausland, ibs. USA, geprägt. Deshalb lassen kluge Kleinanleger die Finger von Aktien.

Außerdem gerne mal wieder:
Sturz von März 2000 bis März 2011 um -14 %. Verwahrkosten und Trandaktionskosten nicht berücksichtigt! Da lobe ich meine guten alten Bundesschätze: Die brachten in der Zeit rund +40 % und zwar ohne Abzüge von Kosten!!!
Nochmals seit 2000:
Aktien (DAX) - 14 % - Kosten = - 16 %
Schatzbriefe + 40 % - Null = + 40 %
Delta zugunsten Schatzbrief: + 56 %
(jeweils p.a., versteht sich)
Fazit: Zockt ab wen Ihr wollt, mich nicht!



Account gelöscht!

11.03.2011, 08:47 Uhr

Irrtum, sorry: .... natürlich nicht per anno, sondern auf 11 Jahre, versteht sich!!!

keksjoe

11.03.2011, 09:20 Uhr

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