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15.02.2016

18:27 Uhr

Börse Frankfurt

Japan schiebt Europas Börsen an

Die Stimmung an den Börsen wird besser. In Asien stiegen die Kurse, der Dax zog um 2,67 Prozent auf 9206,84 Punkte an - und EZB-Chef Mario Draghi bekräftigt erneut die Bereitschaft, die Geldpolitik weiter zu lockern.

Börse am Mittag

Dax über 9100 Punkten: Nikkei sorgt für gute Laune

Börse am Mittag: Dax über 9100 Punkten: Nikkei sorgt für gute Laune

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FrankfurtNach einem Kursfeuerwerk in Japan haben auch die europäischen Anleger am Montag bei Aktien zugegriffen. Dax und EuroStoxx setzten ihren Erholungskurs vom Freitag fort: Der deutsche Leitindex schloss mit 9.206,84 Punkten 2,7 Prozent höher, der EuroStoxx50 legte um 2,8 Prozent zu. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 3,31 Prozent auf 18 517,20 Punkte aufwärts und der TecDax mit den Technologiewerten kletterte um 3,30 Prozent auf 1562,08 Punkte nach oben.
„Es könnte diese Woche etwas ruhiger zugehen, aber über den Berg sind wir noch nicht“, sagte ein Händler. Schnäppchenjäger seien unterwegs gewesen, nachdem die Börse in Tokio trotz enttäuschender Daten zur Wirtschaftsentwicklung in Japan um mehr als sieben Prozent in die Höhe geschossen sei. Noch in der Vorwoche hatte der japanische Leitindex elf Prozent verloren.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Seit Jahresbeginn haben Dax und EuroStoxx50 je deutlich mehr als zehn Prozent eingebüßt. Die Wall Street blieb am Montag wegen des US-Feiertages President's Day geschlossen. Dies sorgte im europäischen Handel am Nachmittag für sinkende Umsätze. „Wir werden erst am Dienstag sehen, wie sich der Markt tatsächlich entwickelt in dieser Woche“, sagte ein Händler. Am Freitag hatte ein Comeback der Finanzwerte und der Ölpreise den Börsen in den USA und in Europa ein Plus von zwei bis fast drei Prozent beschert.

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Der Marktrutsch seit Jahresbeginn hat alle 30 Dax-Titel mittlerweile ins Minus gezogen. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Neue Konjunkturdaten aus China und Japan dämpften zu Wochenbeginn allerdings nicht gerade die Angst vieler Anleger vor einer weltweiten Rezession: In China brachen im Januar sowohl die Exporte als auch die Importe überraschend stark ein, während das japanische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2015 schrumpfte. Doch die Anleger wetteten nun darauf, dass die Notenbanken eine Dauerkrise der Weltwirtschaft verhindern werden.

EZB-Chef Mario Draghi bekräftigte denn auch bei einer Anhörung im Europa-Parlament, dass die Notenbank mit einer Vielzahl von Instrumenten ausgestattet und handlungsbereit sei. Dies drückte den Euro um etwa einen halben US-Cent auf 1,1135 Dollar von einem kurz zuvor noch festgelegten EZB-Referenzwert von 1,1180 Dollar. Auch der Yen ging in die Knie und schob im Gegenzug den Dollar auf 114,60 Yen von 113,20 Yen am Freitag.

Kommentare (22)

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15.02.2016, 08:29 Uhr

Seit Jahren belastet sehr viele einzelne marktfeindliche Subventionsgesetze den Markt. Lobbygruppen versuchen per Gesetzgebung den Markt für sich zu manipulieren. Diese Manipulation äußert sich in einer "Verbotspoltiik von CO2" in einer Energiepolitik einer Bevorzugung der unproduktiven Erneuerbaren Energien via EEG, einer Banken Lobbypolitik der Insolvenzverschleppung von Banken via Steuerzahler = ESM.
Einer Euro-Draghi Politik die immer mehr wertloses Geld in den Markt pumpt. In einen Markt, der von einer CO2 freien Gesellschaftslobby bestimmt wird.
Ein Markt der CO2 frei ist, ist ein nicht existierender Markt. Wer CO2 frei will ,der will unseren Wohlstand und unseren Fortschritt stoppen. Es wird keinen Investor in dieser CO2 freien Gesellschaft geben...jedenfalls keinen Investor auf Marktbasis.....staatliche Subventionen können nicht auf Dauer eine CO2 freie Ideologie am Leben erhalten....

Herr Helmut Metz

15.02.2016, 08:40 Uhr

In Japan werden wir schon sehr bald Haruhiko Kurodas (= das dortige Pendant zu Mario Drucki) letztes Gefecht sehen:er wird den Yen in die Hyperinflation drucken.
Fast drei Jahrzente Deflation in Japam haben die keynesianischen Blindgänger immer wieder mit irrwitzigen Konjunkturprogrammen "bekämpft" (obwohl man ein strukturelles Problem nicht monetär bekämpfen, sondern letztendlich nur noch verschlimmern kann).
Wahnsinnige ERHÖHEN nun allerdings immer mehr die gleichen Mittel (die bereits zuvor immer wieder versagt haben), anstatt sie zu überprüfen und zu ändern - wie zuletzt in Japan Abe mit seiner "Abenomics".
Was ist nun (wieder einmal) das Ergebnis? Heute können wir es sogar hier im HB lesen:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/konjunktur-japans-wirtschaft-schrumpft-wieder/12963200.html?nlayer=News_1985586
Die Japaner sitzen nun in der Falle (und sie sind wirklich zu bedauern: sie waren nämlich einst die fleißigste und sparsamste Nation der Welt): bei ihrer ENTWERTUNGSFLUCHT gehen ihnen zunehmend die Fluchtmöglichkeiten aus: da die Japaner selber einen sehr hohen Anteil an den japanischen Staatsanleihen halten, verlieren sie bereits hier seit geraumer Zeit aufgrund der niedrigen (bis negativen) Realverzinsung Rücklagen für ihr Alter. Und seit ihrer fulminanten Detonation Ende der 1980er Jahre konnte auch die Immobilienblase nie mehr richtig reflationiert werden.
Es bleibt den Japanern also fast nur noch die Flucht in die Aktien, wenn sie nicht mit Währungsverfall und Negativzinsen geschröpt (und ihrer Altersvorsorge beraubt) werden wollen.

Herr Marc T Otto

15.02.2016, 08:48 Uhr

Guten Morgen alle zusammen, würde mich sehr interessieren, wie die Bilderberger diese Thematik sehen. Wahrscheinlich liegt hier kein starkes Investment in Japan vor? Darüber sollte auch mal ein Artikel verfasst werden. Danke.

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