Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.12.2016

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Keine 15 Punkte mehr bis zur 11.000

VonIlias Stampoulis

Am Tag vor der EZB-Sitzung sprang der Dax um zwei Prozent auf ein neues Jahreshoch. Anleger hoffen nun auf einen Geldsegen durch Mario Draghi. Aber nicht nur deswegen erlebten Europas Bankentitel heute einen Ansturm.

Börse am Abend

Kann der Dax die 11.000 liefern?

Börse am Abend: Kann der Dax die 11.000 liefern?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Düsseldorf/FrankfurtDer Deutsche Aktienindex ist unmittelbar vor der 11.000-Punkte-Marke aus dem Handel gegangen. Am Mittwoch, und damit einen Tag vor der EZB-Sitzung, schloss er mit 10.986 Punkten zwei Prozent fester – ein deutliches Jahreshoch. Antriebsfeder waren europäische Finanztitel, die es im laufenden Jahr so schwer hatten. Anleger setzen nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum in Italien auf eine erfolgreiche Sanierung der kriselnden Institute des Landes. Sie spekulierten darauf, dass der nun gestiegene Druck die Wahrscheinlichkeit für Hilfen seitens der Politik erhöhe. Zudem hoffen die Börsianer mit der sich anbahnenden Zinserhöhung in den USA auf eine Besserung der Branchensituation.

Damit beläuft sich das neue Jahreshoch auf 10.988 Punkte. Ende Oktober war der Dax auf den bisherigen Höchststand von 10.828 Zählern gekommen. Schon gestern waren die Kurse kräftig geklettert. Einen Tag vor der wichtigen Ratssitzung der Europäischen Zentralbank könnte dies der Auftakt zu einer Jahresendrally sein. Wenn denn die Notenbanken mitspielen. Das Parkett hofft darauf, dass Mario Draghi morgen eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms verkündet. Bisher hatten die obersten Währungshüter von weiteren Maßnahmen abgesehen. Handlungsentschlossenheit ja, Aktionismus nein – die Zentralbanker sind sich ihrer Signalwirkung bewusst.

Finanzmärkte nach Italien-Referendum: Keine Panik, aber auch keine Jubelstürme

Finanzmärkte nach Italien-Referendum

Premium Keine Panik, aber auch keine Jubelstürme

Nach dem „Nein“ beim Referendum in Italien blieb der befürchtete Rückschlag an den Märkten aus. Mittelfristig sind die Aussichten an den Börsen jedoch äußerst bescheiden. Unterschätzen Investoren die politischen Risiken?

Auf den vergangenen Pressekonferenzen nach den Ratssitzungen hatte Mario Draghi ein ums andere Mal die Notwendigkeit der Datenfundierung betont. Man müsse den Effekt der aktuellen Programme erst auswerten, ehe man den Kurs justiere. Geht es nach den Börsianern gibt es nun genug Daten, die die Notenbanker evaluieren können. Das Gros der Anleger spekuliert auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik – entweder durch eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms oder eine Ausweitung des monatlichen Kaufvolumens. “Von der EZB erwarten wir mindestens eine sechsmonatige Verlängerung", sagte etwa Analyst James Woods vom Broker Rivkin Securities.

Das treibt Europas Aktienkurse quer durch alle Branchen. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx.50, legte 1,2 Prozent auf 3138 Zähler zu. Manch einer träumt gar von Aktienprogrammen. Das gescheiterte Referendum in Italien dürfte die Chancen auf eine Expansion mehr erhöht als verringert haben. Ist doch das Letzte, was die Währungshüter wollen, ein Wiederaufflammen der Euro-Krise, die wiederum mit Italien als Wackelkandidaten um ein vielfaches schwerer ausfallen würde als mit Griechenland.

Dividendenrekord: So viel schütten die Dax-Unternehmen aus

Dividendenrekord

So viel schütten die Dax-Unternehmen aus

Im kommenden Jahr gibt es einen neuen Rekord. Die Dax-Unternehmen werden insgesamt 31 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Bei wem es welche Dividende und Dividendenrendite gibt, erfahren Sie in der Galerie.

Sollte die EZB am Donnerstag eine Lockerung beschließen, dürfte der Dax die 11.000-Punkte-Marke knacken. Wobei der für die Zukunft wichtigste Termin erst die Woche darauf auf der Tagesordnung steht. Am Mittwoch kommt die US-Notenbank Fed in ihrem Offenmarktausschuss zusammen. Während die Europäische Zentralbank im Begriff ist, ihre Maßnahmen auszuweiten, steht in Washington ein Anziehen der Zügel kurz bevor.

Inzwischen gilt es auf dem Parkett als ausgemachte Sache, dass die Dollar-Währungshüter die Zinsen erstmals im laufenden Jahr erhöhen werden. Aktuelle Konjunkturdaten haben den Druck auf Fed-Chefin Janet Yellen erneut erhöht. Auch den Wahlsieg Trumps hatten die Finanzmärkte, an deren Stabilität mehrere Anläufe für eine Zinserhöhung in diesem Jahr gescheitert waren, unerwartet gut und schnell weggesteckt. Ganz im Gegenteil – mit Donald Trump als designiertem US-Präsidenten der nächsten vier Jahre feierte die Wall Street einen November der Allzeithochs.

Kommentare (41)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Kastner

07.12.2016, 08:15 Uhr

Gestern: Deutsche Bank + 6 Prozent
Gestern: Italiens größtes schwarzes Loch, die Monte siena dei Paschi verhandelt direkt mit der EZB.
Das sieht wie der nächste Tabubruch aus, aber wen interessierts.
Da hilft nur, zeitig dabei zu sein.

Herr Percy Stuart

07.12.2016, 08:27 Uhr

Liebe HB-Redaktion, ihr wisst doch auch alle, dass der große Knall kommen wird.
Warum wird nicht offen darüber berichtet, wie die Überschuldungslage des Finanzsystems tatsächlich aussieht. Der DAX-Kurs spiegelt doch in keinster Weise mehr die wirtschaftliche Entwicklung wieder. Wäre alles so toll, hätten wir keine Nullzinspolitik der Notenbanken, würde Draghi nicht Unternehmensanleihen aufkaufen und monatlich 60 Mrd. Euro in die Märkte pumpen, um sie am Laufen zu halten.
Das sind doch die Fakten, ich verstehe diesen Optimismus nicht, wenn man sich die tatsächlichen Realitäten anschaut. So gut wie kein Wirtschaftswachstum und ständige neue Euro- und Bankenrettungspakete, alle paar Wochen europäische Krisengipfel in Brüssel und Berlin.

Tschortscho Eibl

07.12.2016, 08:31 Uhr

Man spricht nicht mehr über rote Linien die überschritten werden!
Das Rädchen wird am laufen gehalten um jeden Preis.

Man lebt mit 25% Jugendarbeitslosigkeit im Süden
Zu erwartender Altersarmut hier.

Und den Zig anderen Problemen die keiner Anpacken und Lösen kann !!

Definition of the Stupid:
Kowing the truth
seeing the truth
but still believing the lies


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×