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15.03.2011

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Kleiner Hoffnungsschimmer nach Katastrophentag

Nach den Katastrophennachrichten aus Japan sind auch die deutschen Anleger stark verunsichert. Der Dax brach zeitweise um mehr als fünf Prozent ein. Zu Börsenschluss erholte er sich leicht.

Die Anzeigentafel an der Deutschen Börse zeigt den Kursrutsch des Dax an. Quelle: dapd

Die Anzeigentafel an der Deutschen Börse zeigt den Kursrutsch des Dax an.

Frankfurt Nach der erneuten Zuspitzung der Lage in Japan und Panikverkäufen an der Börse Tokio hat sich heute die Talfahrt auch an den westlichen Börsen verschärft. Der Dax verlor zur Eröffnung knapp drei Prozent und sackte anschließend auf ein Minus von über fünf Prozent. Seinen Tiefststand verzeichnete er mit knapp 6490 Punkten. Im Tagesverlauf erholte er sich leicht und schloss mit einem Minus von 3,19 Prozent bei 6647 Punkten. Für den Frankfurter Leitindex waren es die stärksten Verluste seit Dezember 2008. Auch im europäischen Vergleich führten die deutschen Standardwerte im Stoxx50 die Verliererliste an. Der Euro-Stoxx-50-Index rutschte um 3,5 Prozent auf 2750 Punkte.

Im Dezember hatten viele Analysten dem Dax noch rosige Zeiten prophezeit, drei Monate später macht sich unter den Aktienstrategen Ernüchterung breit. Die Atomkatastrophe in Japan treibt die Nervosität, die sich zuletzt bereits wegen der Unruhen in der arabischen Welt breit gemacht hatte, auf die Spitze. „Die schlechten Nachrichten haben sich in letzter Zeit gehäuft, da verkaufen Anleger im Zweifel lieber“, sagte Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein.

Im Branchenmix gab es heute die stärksten Einbußen bei Chemie- und Autowerten, Technologie- sowie Versicherungsaktien. Auch Versicherer und Versorger standen weiter unter massiven Abgabedruck. Weniger stark blieben die Kursverluste im Pharma- und Einzelhandelsbereich sowie den Herstellern von Nahrungsmitteln.

Lufthansa gehörte zu den stärksten Verlierern. Ihr Kurs fiel um 5,8 Prozent auf 13,98 Euro. Am Nachmittag hatte das Unternehmen angekündigt, Tokio aufgrund der drohenden Verstrahlung nicht mehr anzufliegen. Die Lufthansa verlagert ihre Flüge in die Städte im Süden des Landes.

K+S, Linde und Infineon gehörten ebenfalls zu den Schlusslichtern im Dax und büßten über vier Prozent ein. Die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE rutschten weiter ab und lagen zwischenzeitlich fast fünf Prozent im Minus. Eon schloss mit einem Minus von 2,81 Prozent, RWE mit 3,6 Prozent. Die ältesten sieben deutschen Atomkraftwerke - darunter Kraftwerke von Eon und RWE - sollen nach dem Willen der Bundesregierung für drei Monate vom Netz gehen.

Die Deutsche Bank musste ebenfalls Kursverluste verkraften. Ihr Kurs sackte um 3,75 Prozent ab. Die Bank hatte am Morgen in Frankfurt ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2010 vorgelegt. Dabei bekräftigte die Bank ihr Gewinnziel 2011 von 10 Milliarden Euro vor Steuern für die Konzernbereiche Corporate & Investment Bank (CIB) und Private Clients and Asset Management (PCAM). Die Gesamterträge der Bank betrugen 28,6 Milliarden Euro. Dies seien die höchsten Erträge, die die Bank jemals erzielt habe, schrieb der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann in seinem Brief an die Aktionäre.

Die geringsten Verluste verzeichneten am Nachmittag die Siemens-Aktien mit einem Minus von 0,87 Prozent. Der Konzern hatte am Vormittag mitgeteilt, dass er sich von dem Ausstieg beim Reaktor-Bauer Areva NP SAS einen "deutlich positiven" Beitrag zum Quartalsgewinn verspreche. Ein unabhängiger Experte bezifferte den Wert des 34-Prozent-Anteils beim Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Areva SA mit 1,62 Milliarden Euro.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

15.03.2011, 11:21 Uhr

Es ist mal wieder sehr bezeichnend, die Leute haben mehr Angst um ihr Geld, als um irgend ewtas anderes.

ABB

15.03.2011, 12:34 Uhr

aber warum verlieren die Autokonzerne so stark?????

Tobias-Meiser

15.03.2011, 14:15 Uhr

conergy, yeah !!! :)

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