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05.03.2012

17:48 Uhr

Börse Frankfurt

Konjunkturängste ziehen den Dax ins Minus

China schraubte seinen Konjunkturausblick zurück, der Einkaufsmanagerindex der Euro-Zone fiel und die US-Industrie bekam weniger Aufträge. Solche Nachrichten hören Anlegern nicht gerne. Der Dax rutschte tief ins Minus.

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FrankfurtChinas Wirtschaft wird nicht so stark wachsen wie vorher erwartet. Neben Sorgen um Griechenlands Anleihentausch beunruhigten auch schwache US-Wirtschaftsdaten heute deutsche Investoren. Zusätzlich vermeldeten die Dienstleister in der Eurozone ein schwächelndes Geschäft. Der deutsche Leitindex wurde von den unerfreulichen Konjunkturnachrichten belastet und beendete den Montagshandel 0,79 Prozent tiefer bei 6.866 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 0,6 Prozent nach.

Händlern zufolge wirkte, neben der vielen negativen Konjunkturnachrichten, die Tatsache stützend, dass sich die Banken mit dem billigen EZB-Geld mit Aktien eindecken würden. „Mit dem Geld aus dem Mega-Tender der EZB im Rücken nutzen die Banken jede Kurskorrektur, um wieder einzusteigen“, sagte ein Börsianer. Letztendlich überwog jedoch der Konjunktur-Pessimismus.

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Die US-Industrie zog im Januar 1,0 Prozent weniger Aufträge an Land als im Vormonat, teilte das Handelsministerium am Montag in Washington mit. Das war der größte Rückgang seit mehr als einem Jahr. Analysten hatten sogar ein Minus von 1,5 Prozent vorausgesagt. Sie erklärten den Rückgang mit dem Auslaufen von Steuervergünstigungen für Investitionen. Besser läuft es dagegen in der Service-Branche: Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Februar überraschend um 0,5 auf 57,3 Punkte. Das ist der beste Wert seit einem Jahr. Die meisten Experten sagen der weltgrößten Volkswirtschaft einen leichten Aufschwung voraus. „Gefahren gehen vom teuren Öl und dem ungewissen Ausgang der Schuldenkrise in Europa aus“, sagte Sam Wardwell von Pioneer Investments.

China erwartet für das laufende Jahr nur noch ein Anziehen der Konjunktur um 7,5 Prozent - dies wäre das geringste Wirtschaftswachstum seit 1990. Wenn China zu schwächeln beginne, belaste das die Weltwirtschaft, sagte Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis Global Markets. Die Führung in Peking hatte jahrelang die Messlatte beim Wachstum auf acht Prozent gelegt und sie dann jeweils deutlich übertroffen.

Der Tag an den Märkten (Stand: 16:05 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

In der Euro-Zone sorgten die mauen Geschäfte der Dienstleister für schlechte Laune. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex verlor im Februar 1,6 auf 48,8 Punkte und rutsche wieder unter die Marke von 50 Zählern, ab der das Barometer Wachstum signalisiert. „Damit steigt das Risiko eines Rückfalls der Euro-Zone in die Rezession“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Für Unsicherheit sorgt auch weiter Griechenland. Wenige Tage vor Ablauf der Tauschfrist ist der Erfolg des historischen Schuldenschnitts in Griechenland ungewiss.

Bau- und Minenwerte knicken ein

Die Zweifel an einem anhaltend robusten Wachstum in China belasteten heute vor allem die Aktien europäischer Bau- und Minenkonzerne. HeidelCement beendeten den Handel - zusätzlich belastet durch eine Herunterstufung von ING - mit einem Abschlag von 3,5 Prozent. K+S gaben um 1,5 Prozent nach. In London notierten Vedanta 3,2 Prozent schwächer, Rio Tinto verloren 2,7 Prozent. China ist weltweit der größte Abnehmer von Industriemetallen.

Auf Talfahrt gingen heute auch die Finanzwerte: Die Aktien der Deutschen Bank schlossen zwei, die der Commerzbank 3,3 Prozent tiefer. Das Ergebnis des Hybridanleihen-Rückkaufprogramms hat die Investoren am Montag nicht überzeugt. Die Commerzbank hat von seinen Anlegern hybride Wertpapiere mit einem Nominalvolumen von 965 Millionen Euro gekauft und wandelt diese in 361 Millionen neue Aktien um. „Der Preis von 1,91 Euro je Aktie ist nicht sonderlich attraktiv, das gibt ja fast keine Prämie zum Börsenkurs, und auch von der Dividendenrendite her lohnt sich das nicht. Man muss ja auch den Verwässerungseffekt bedenken“, sagte Marktanalyst Heino Ruland.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten dagegen die Beiersdorf-Aktien mit einem Plus von 1,3 Prozent. Mehrere Analysten - darunter von Deutscher Bank, Credit Suisse und JP Morgan - hatten nach der Bilanzvorlage des Nivea-Herstellers in der vorigen Woche ihr Kursziel für die Titel erhöht. Henkel-Aktien beendeten den Handel mit einem Plus von 1,1 Prozent. Experten zufolge hat das Unternehmen im vierten Quartal seinen Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert. Die offiziellen Zahlen werden am Donnerstag veröffentlicht.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

05.03.2012, 10:39 Uhr

Schlafen alle Händler noch?

Leser

05.03.2012, 12:34 Uhr

Händler äußern sich hier schon lange kaum mehr, nachdem alle möglichen Trolle, Ideologen und Vulgärakrobaten hier das Ruder übernommen haben.

Account gelöscht!

05.03.2012, 12:47 Uhr

k+s ist ja beinahe schon wieder kaufenswert...

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