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02.05.2012

18:03 Uhr

Börse Frankfurt

Konjunktursorgen drücken Dax ins Minus

Der Handelstag hatte gut angefangen. Doch schlechten Zahlen aus Deutschland, Italien und vor allem aus den USA sorgten am Ende doch noch für Katerstimmung nach dem Maifeiertag und schickten den Dax auf Talfahrt.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtEigentlich sollte es ein ruhiger Handelstag werden, doch es kam anders. Am Ende schloss der Dax mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 6.711 Punkte deutlich im Minus. Die zweite Reihe sah nicht besser aus. Der MDax ging mit einem Abschlag von 0,04 Prozent auf 10.823 Punkte aus dem Handel und der TecDax notierte 0,5 Prozent tiefer auf 793 Zähler.

Noch am Morgen sorgten erfreuliche Konjunkturdaten aus den USA für Kauflaune. Der dortige ISM-Einkaufsmangerindex zeigte nach oben und löste bei den Anlegern bezüglich einer Erholung der US-Wirtschaft Zuversicht aus.

Doch schon zum Vormittag drehte sich die Stimmung und der Dax begann seine Talfahrt. Zunächst enttäuschte der Einkaufsmanager der deutschen Industrie. Der Index fiel um 2,2 auf 46,2 Punkte, teilte das Markit-Institut mit. Das ist der schlechteste Wert seit Juli 2009. „Die wiederholte Nachfrageschwäche hat die Betriebe zu Produktionskürzungen veranlasst“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Die Unternehmen hätten deshalb erstmals seit März 2010 wieder Stellen abgebaut.

Dax im Bann der US-Konjunktur

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Später kamen die deutschen Arbeitslosenzahlen hinzu und die bestätigten die beschriebene Entwicklung des Markit-Instituts. Mit der Unterschreitung der drei Millionengrenze war zwar zu rechnen, nicht aber mit dem dürftigen Rückgang der Erwerbslosenzahl im April. Um lediglich 65.000 ist die Arbeitslosenzahl gesunken und damit lag die Sinkrate deutlich unter dem Jahresschnitt. Das ist unüblich, denn normalerweise erholt sich der Arbeitsmarkt saisonbedingt im Frühling am stärksten. Die Zahlen lassen also erahnen, dass sich die europäische Schuldenkrise zunehmend auf die deutsche Konjunktur und damit auch auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirkt.

Aus Italien kamen heute ebenfalls belastende Nachrichten für die Börsen. Der dortige Einkaufsmanagerindex fiel überraschenderweise deutlich von 47,9 Zähler auf 43,8. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 47,0 Stellen gerechnet.

Im Anschluss an die Zahlen stürzte der Euro unter die Marke von 1,32 Dollar. Am Abend notierte er bei 1,3153 Dollar über 0,6 Prozent tiefer. Die Rendite für italienische Staatsanleihen zog an auf ein Niveau von 5,551 Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:40 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Nach der Flut an schlechten Nachrichten aus Europa hofften viele Anleger auf die USA. Am Nachmittag sollte der ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA für positive Impulse sorgen und weitere Anzeichen einer Konjunkturerholung der USA liefern. Doch auch die US-Zahlen konnten nicht überzeugen. Statt der erwarteten 170.000 neuen Stellen wurden im April lediglich 119.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

"Der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort, wenn auch in moderaterem Tempo", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Im Hinblick auf den am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht müsse man mögliche Enttäuschungen einkalkulieren.

Die Anleger in den USA wie in Deutschland reagiert mit Verkäufen. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss rund 0,4 tiefer auf 13.230 Punkte der S&P-500 lag 0,5 Prozent im Minus auf 1.399 Punkte und der Nasdaq-100 sank um 0,1 Prozent auf 2.725 Zähler. In Deutschland beschleunigte der Dax seine Talfahrt und sank auf ein Tagestief von 6.665 Punkte. Damit lag er über 200 Punkte unter seinem Tageshoch von heute Morgen, das bei 6.876 Punkte lag.

Kommentare (29)

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Account gelöscht!

02.05.2012, 08:17 Uhr

Spanien muss mehr als 6% Zins zahlen um seine Anleihen loszuschlagen, die Griechen und Franzosen wählen diesen Sonntag den Euro zum Teufel. Rund um brennt die Hütte, Rezessionen wohin man schaut, Europa liegt darnieder und in D gehen die Industrieaufträge zurück (siehe Siemens-Zahlen). Alles irrelevant für den DAX, solange der DOW steigt...

discretionarytrader

02.05.2012, 08:49 Uhr

Solange sich positive Unternehemensnachrichten und schwache Makro-News neutralisieren wird es keinen nachhaltigen Ausbruch im DAX nach oben geben. Guter Blog: "www.daxweekly.blogspot.de"

Account gelöscht!

02.05.2012, 09:15 Uhr

Sky is the limit @ hamburger

;)

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