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20.01.2015

17:48 Uhr

Börse Frankfurt

Kraftloser Dax schließt kaum verändert

Die EZB wird am Donnerstag ihre Entscheidung zu möglichen Anleihekäufen bekanntgeben. Bei den Dax-Anleger wächst daher mit jedem Tag die Nervosität. Davon betroffen sind auch die Rohstoff- und Anleihemärkte.

Börse am Mittag

Außergewöhnlich guter ZEW-Konjunkturindex

Börse am Mittag: Außergewöhnlich guter ZEW-Konjunkturindex

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FrankfurtJe näher die Entscheidung der EZB rückt, desto vorsichtiger werden die Anleger. Der Dax konnte daher nach dem Erreichen eines erneuten Allzeithochs bei 10.298 Punkten heute keine weiteren Akzente setzen. Am Ende reichte es lediglich für einen Schlussstand von 10.257 Zählern. Das ist zwar einen neuer Schlussrekord, allerdings konnte sich der Dax damit nur 0,1 Prozent von seinem Vortagskurs entfernen.

In der zweiten Reihe hielten sich die Indizes stabiler. Der MDax, der ebenfalls mit 17.986 Punkten einen neuen Rekordstand erklimmen konnte, beendete den Handelstag 0,4 Prozent im Plus auf 17.954 Punkten. Der TecDax ging 0,2 Prozent höher auf 1457 Zählern aus dem Handel.

Gestoppt wurde der Dax heute unter anderem von einer schwachen Wall Street. Die US-Börsen mussten bereits Minuten nach Eröffnung Verluste hinnehmen. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der Dow Jones 0,6 Prozent im Minus auf 17.400 Punkten. Der S&P-500 verlor 0,5 Prozent. Der Nasdaq lag 0,4 Prozent im Minus.

Vor der Eröffnung der US-Börsen lag der Fokus der Anleger hauptsächlich auf der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Mittelpunkt des Interesses steht das Anleihekaufprogramm der EZB. Mittlerweile fragen sich die Anleger nicht mehr ob, sondern wie stark die Zentralbank die Märkte unterstützen wird. Im Gespräch sind die Aufkäufe von Staatsanleihen. Dieses sogenannte „Quantitative Easing“ (QE) soll die drohende Deflation in der Euro-Zone verhindern. Außerdem erhofft sich die Notenbank mit dieser Maßnahme, die Kreditvergabe zwischen den Banken im europäischen Währungsraum anzukurbeln. Vielfach wird mit einem Kaufvolumen von 600 Milliarden Euro gerechnet. Ob es der Notenbank gelingt, die hohen Erwartungen der Investoren zu erfüllen, halten aber viele für fraglich.

„Ich glaube nicht, dass sich die Märkte mit weniger zufrieden geben werden – und ihnen auch eine bloße Ankündigung reichen würde“, sagte ein Händler. „Am Donnerstag muss die EZB endlich Nägel mit Köpfen machen.“ Andere Händler gehen bereits in die Defensive: „Die Erwartungen an die EZB sind sehr hoch. Möglicherweise zu hoch.“.

Dass auch einige Anleger bezüglich des Maßnahmenpakets der EZB unsicher sind, zeigt die Entwicklung der Goldmärkte. Seit Jahresanfang hat sich die Feinunze des Edelmetalls um über acht Prozent verteuert. Heute legte der Preis für 31 Gramm Feingold weitere 1,4 Prozent zu auf 1295 Dollar. Die in Euro notierten Goldpapiere erlebten einen noch stärkeren Anstieg. Seit Jahresanfang legte der Preis knapp 13 Prozent zu.

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent

Verstärkt wird die Flucht in Gold durch die schwachen Renditen für Staatsanleihen, insbesondere für deutsche Staatsbonds. Zum ersten Mal überhaupt müssen Käufer deutscher Staatspapiere mit fünf Jahren Laufzeit auf einen Kupon verzichten. Die hohe Nachfrage nach sicheren deutschen Schuldverschreibungen erlaubt es, die Gläubiger leer ausgehen zu lassen. In Anbetracht des möglichen Staatsanleihekaufprogramms der EZB könnte die Nachfrage sogar noch weiter anziehen.

Rohöl hat seinen leichten Erholungskurs wieder abgebrochen. Zuletzt kostete ein Barrel der Sorte Brent nur noch 46,48 Dollar und damit 0,2 Prozent weniger als gestern. Am vergangenen Wochenende lag der Ölpreis noch etwas über 50 Dollar.

Kommentare (54)

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Herr Peter Lorenz

20.01.2015, 08:03 Uhr

"Doch ist die Rally auch von Dauer? Das aktuelle Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter knapp 1500 Marktteilnehmern zur Börsenstimmung, zeigt, dass das durchaus der Fall sein könnte."

Ja, wenn man Lineal und Bleistift nimmt und die Hochs stumpf verbindet, kommt vermutlich eine Schnittpunkt mit der Y-Achse bei 15.000 oder 20.000 raus, was dann als Zielmarke erklärt wird. So haben wohl auch "Analysten" oder wie sie auch genannt werden, "Experten", verfahren, als sie einen Goldkurs von 2500 USD prognostizierten.

www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/jp-morgan-goldpreis-koennte-auf-2500-dollar-steigen/4477968.html

Ein wenig seriöser wäre vielleicht angebracht. Das beinhaltet auch Zurückhaltung mit der Wortwahl.

Herr Andreas Hobi

20.01.2015, 08:23 Uhr

Ist Herr Draghi womöglich psychisch gestört, weil er seinerzeit alles verloren hat?
In einem Interview verspottet der EZB-Präsident mal wieder die Deutschen: Sie müssten endlich kapieren, dass der "Euro unumkehrbar" sei und ihre übertriebene Angst vor der Inflation vergessen. Dabei verlor selbst Draghi schon einmal sein Erbe durch die Geldentwertung. Trotzdem will er diese Woche seine Mega-Schulden-Bombe zünden.
Er müsste es eigentlich besser wissen. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), tut nichts lieber, als gegen die "unbegründete" Inflationsfurcht der Deutschen zu wettern. Dabei verschlang genau dieses Wertvernichtungs-Monster in den 70er-Jahren das finanzielle Vermächtnis seines Vaters.
Dieses überraschende Geständnis entschlüpfte Mario Draghi jetzt in einem ansonsten betulich-einschmeichelnden Interview mit der "Zeit". Denn das väterliche Erbe, angelegt in festverzinslichen italienischen Staatspapieren, wurde bis 1976 ein Opfer der Inflation. Draghi: "Auf diese Weise war das ganze Geld verdampft."
Als hoher ehem. Mitarbeiter von Goldman Sachs und Mensch mit vielleicht niederträchtigen Gedanken, wie können es unsere Politiker zu allererst Merkel zulassen, dass so einer so viel Macht haben kann?
Hat er den Auftrag uns zu vernichten und welche Rollen spielen diese ganzen anderen Politiker?

Account gelöscht!

20.01.2015, 08:29 Uhr

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