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18.10.2013

18:28 Uhr

Börse Frankfurt

Kurz vor Schluss knackt der Dax den Rekord

Stabile Konjunkturdaten aus China und Bilanzzahlen aus den USA sorgten für einen deutschen Leitindex, der langsam aber zielstrebig in Fahrt kam und sich nicht davon abbringen lies, am Ende einen neuen Höchststand zu erreichen.

Börsianer zeigten sich am Montag optimistisch. dpa

Börsianer zeigten sich am Montag optimistisch.

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt konnte sich von seinen gestrigen Verlusten erholen. Nach Beilegung des Haushaltsstreits in den USA, der die Finanzmärkte größtenteils kalt gelassen hatte, kam es gestern zu Gewinnmitnahmen, der Dax fiel um 0,3 Prozent. Robuste Konjunkturdaten aus China unterstützten den Dax am Morgen, konnten über den Tag hinaus aber nicht keine sehr große Kauflaune versprühen. Nach einem Anstieg um 0,3 Prozent fiel der Leitindex wieder zurück. Danach nahm er aber langsam an Fahrt auf und legte kontinuierlich zu. Kurz vor Schluss wuchs die deutsche Benchmark Dax immer weiter, ehe er dann 10 Minuten vor Handelsschluss bei 8865 Punkten lag und das Allzeithoch vom Mittwoch um fünf Zähler toppte, womit er dann auch den Wochenhandel schloss.

Bis zum Ende hin war unklar, ob der Dax noch einmal das Hoch nehmen konnte. Denn die neuerliche Stimmungsaufhellung viel am Anfang nicht stark genug aus. Impulsen kamen am Nachmittag aus den USA: Die New Yorker Indizes zeigten durch positive Bilanzen der großen Konzern wie Google, General Electronics und Morgan Stanley eine feste Performance und sorgten so weiter für eine langsam steigenden deutschen Leitindex.

Der MDax hingegen zeigte sich von Anfang an in guter Laune: Er legte um 1,7 Prozent zu und stand am Ende bei 15.700 Punkte - dies ist der höchste Wert seiner Geschichte. Der TecDax wuchs um 0,6 Prozent bei 1104 Zählern.

In China hat das Wirtschaftswachstum im Spätsommer angezogen: Im dritten Quartal von Juli bis September stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Statistikbehörde in Peking am Freitag mitteilte. In den ersten neun Monaten betrug das Wirtschaftswachstum demnach 7,7 Prozent. Offizielles Ziel der Regierung ist ein Wachstum von 7,5 Prozent im Jahr.

"Einerseits wirken die staatlichen Stimulierungsmaßnahmen. Andererseits gewinnt die Weltwirtschaft derzeit neuen Schwung." begründet Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, den Wachstum in einem Kommentar.

So beeinflussen die USA die weltweiten Börsen

Warum steigen die Börsenkurse trotz des US-Haushaltsstreits?

Erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte knackte der Dax in dieser Woche die Marke von 8800 Punkten, auch an anderen Aktienmärkten ging es nach oben. Getrieben wurden die Kurse von der Hoffnung der Anleger, dass im Haushaltspoker in Washington noch eine Lösung gefunden wird. Doch das ist nicht der einzige Grund.

Was bewegt die Börsen sonst noch?

Die Notenbanken fluten die Märkte mit extrem billigem Geld, damit soll die Konjunktur angeregt werden. Die Hoffnung auf Kursgewinne und Dividenden in Zeiten extrem niedriger Zinsen locken Investoren seit Monaten an den Aktienmarkt. „Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch. Ein größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar“, sagt ZEW-Präsident Clemens Fuest. Zudem sorgt der Beginn der Berichtssaison mit guten Zahlen einiger US-Konzerne für Lichtblicke.

Wie lange pumpen die Notenbanken noch billiges Geld in den Markt?

Ein rascher Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ist angesichts der schwachen Konjunktur weder bei der US-Notenbank Fed noch bei der Europäischen Zentralbank wahrscheinlich. Im Gegenteil: Die EZB hatte klar gemacht, dass sie den Geldhahn so schnell nicht zudrehen wird.

Hatte die Fed nicht die Drosselung ihrer Anleihenkäufe angekündigt?

Notenbankchef Ben Bernanke hatte im Juni in Aussicht gestellt, die Anleihenkäufe noch in diesem Jahr zurückzufahren und Mitte 2014 eventuell auslaufen zu lassen - vorausgesetzt, die Konjunktur zieht an. Doch die Fed kauft weiter jeden Monat Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar (63,6 Milliarden Euro). Da Etatstreit und Verwaltungsstillstand das Wachstum bremsen dürften, könnte der Einstieg in den Ausstieg auch in den USA noch auf sich warten lassen. „Wenn die Etatschlacht Wirtschaft und Finanzmärkte zu hart trifft, dürfte die Drosselung der Anleihenkäufe auf März verschoben werden“, schätzt Unicredit-Ökonomin Chiara Silvestre.

Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?

Je länger die Hängepartie dauert, umso nervöser dürften die Märkte werden. Sobald ernsthafte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der USA aufkämen, sei mit schwersten Erschütterungen zu rechnen, sagen Experten. Ökonom Brian Horrigan von Natixis Global Asset Management warnt vor einem Absturz: „Die Kombination aus einer Panik im Finanzsektor mit plötzlichen, tiefen Einschnitten bei den Staatsausgaben und steigender Unsicherheit könnten leicht zu einer Rezession führen.“ Die Ratingagentur Fitch droht den USA mit dem Verlust ihres Spitzenratings. Fitch fürchtet, dass die Regierung ihre Angestellten im schlimmsten Fall nicht mehr bezahlen kann und Sozialleistungen ausbleiben: „All das würde die Wahrnehmung der US-Kreditwürdigkeit sowie die Wirtschaft beschädigen.“ Für die Ratingexperten wäre aber am schlimmsten, wenn das Vertrauen in das System und in den Dollar als weltweite Reservewährung verloren ginge.

Wie lange kann die Hängepartie dauern?

An diesem Donnerstag ist die Schuldengrenze erreicht: Wenn sich die politischen Lager nicht auf eine Anhebung verständigen, dürfen sich die Vereinigten Staaten kein neues Geld mehr am Kapitalmarkt leihen. Mit dem Stichtag ist aber nicht automatisch Schluss: Dem Staat bleiben dann noch rund 30 Milliarden Dollar an Barreserven, um seine Verpflichtungen zu erfüllen. Das ist allerdings zu wenig, um zum Beispiel bald anstehende 60 Milliarden Dollar an Rentenzahlungen zu leisten. Ohne neue Kredite würde es danach richtig ernst, auch um die Zinsen und Tilgungen für US-Staatspapiere zu zahlen.

Ist bei einer Einigung alles im Lot ?

Das Image der USA als Weltmacht ist bereits angekratzt. Die Streitereien untergraben das Vertrauen in das Funktionieren des politischen Systems. Hinzu kommen ökonomische Folgen. „Untersuchungen zeigen, dass die Konjunktur durch einen Anstieg der politischen Unsicherheit zumindest vorübergehend erheblich gedämpft werden kann“, erklärt Ökonom Nils Jannsen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW). Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück, Verbraucher zögerten größeren Anschaffungen hinaus. Erste Ökonomen haben bereits ihre Prognosen für die weltgrößte Volkswirtschaft gesenkt.

Was bedeutet das für die Anleger?

Die Börsen sind nervös. Am Dienstag sorgte die Hoffnung auf eine Einigung im Haushaltsstreit für einen Höhenflug. Doch die Luft ist dünn. Weil sich der Poker am Mittwoch hinzog, erstarrten die Börsianer wie das Kaninchen vor der Schlange. Privatanleger sollten sich derzeit also gut überlegen, ob sie ein- oder aussteigen wollen. Doch alternative Anlagen sind weiter unattraktiv. Das Sparbuch wirft so gut wie nichts mehr ab, Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität wie Deutschland bringen mickrige Erträge, meist unter der Inflationsrate.

Tagesstärkste Aktien waren Adidas und Fresenius Medical Care mit einem mit einem Wertzuwachs von 2,5 Prozent pro Papier. Es folgten Lufthansa, Henkel und Siemens mit einem Zuwachs von jeweils über zwei Prozent. Die Aktien der Fluggesellschaft Lufthansa profitierten von der neuen Unternehmensstrategie. Beiersdorf-Papiere stiegen um 1,2 Prozent, nachdem Goldman Sachs eine Kaufempfehlung für den französischen Konkurrenten L'Oreal aussprach.

Die Commerzbank setzte ihren Aufwärtstrend der letzten Tage fort und markierte einen Punktezuwachs um 1,3 Prozent. Die Analysten von HSBC hatten ihr Kursziel für die Aktien der Geldhauses erhöht: von 9,50 Euro auf 11 Euro.

Kommentare (14)

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Programmierer

18.10.2013, 08:04 Uhr

"Der Dax erholt sich"

Was ist das denn für eine Überschrift?
Von was erholt er sich?
Muß er sich erholen weil er gestern die 8800 verteitigt hat?
Auf zu neuen Höhen sage ich da nur.
Leider bin ich glatt und schaue zerknirscht dem weiteren Anstieg zu.
Fühle mich schon wie eine Pute.

Programmierer

18.10.2013, 09:02 Uhr

"Wir wolln die 9000 sehn wir wolln die 9000 sehn
wir wolln wir wolln die 9000 sehn"

Komm lieber Dax, was machts du da unten so lange,komm hoch ins Warme, auf die Sonnenseite der 9000 auf dem Weg dahin gibt es auch lecker Putenfleisch.

Go!

Putenfleisch_Suess_Sauer

18.10.2013, 14:51 Uhr

Jetzt ziehen die Amis unsern kleinen Dax gleich mit nach oben (hope for stimulus heißt es da). 8850 bis 17 Uhr.

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