Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2014

17:39 Uhr

Börse Frankfurt

Lahme Party beim Dax

So ganz trauten Anleger dem Braten dann doch nicht: Der Dax startete mit einem kräftigen Plus, gab seine Gewinne dann aber doch wieder ab. Kein Wunder, denn die Konjunktur bietet wenig Stoff für Kauflaune.

Tag an den Börsen

Dax ziert sich trotz guten US-Vorgaben

Tag an den Börsen: Dax ziert sich trotz guten US-Vorgaben

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtAus dem starken Wochenstart wurde ein Fehlstart: Nach einem satten Plus von mehr als 100 Punkten zum Handelsstart kehrte der Dax kurz vor Handelsschluss wieder an seinen Vortagesstand zurück. Der Dax ging schließlich 0,15 Prozent höher bei 9.209 Punkten aus dem Handel.

Für Kauflaune sorgten den Tag über vor allem die positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA. Am Freitag hatten Investoren nicht auf die Zahlen reagieren können, weil die Börse wegen des Tags der Deutschen Einheit geschlossen war.

Die US-Unternehmen schufen im September außerhalb der Landwirtschaft 248.000 neue Jobs. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 215.000 gerechnet. Gleichzeitig fiel die Arbeitslosenquote überraschend stark auf ein Sechs-Jahres-Tief von 5,9 Prozent.

Die schwindende Zahl von Arbeitssuchenden in den USA werde mittelfristig zu steigenden Löhnen und Gehältern führen, betonte Finanzmarkt-Experte Ruland. Daher werde die Zinswende der US-Notenbank voraussichtlich früher kommen als bislang gedacht. Börsianer rechnen derzeit damit, dass die Fed den Leitzins Mitte 2015 anheben wird.

Konjunktur bietet wenig Stoff für eine Rally

Hierzulande waren die Konjunkturdaten allerdings schwach. Der deutschen Industrie sind die Aufträge im August so stark weggebrochen wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Die Bestellungen fielen um 5,7 Prozent zum Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin mit.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Damit könnte auch an den Börsen die Luft dünner werden: „Ein Blick auf die fundamentalen Kurstreiber macht für die kommenden Monate wenig Hoffnung auf nachhaltig steigende Notierungen. Die konjunkturellen Frühindikatoren für Deutschland und die Euro-Zone befinden sich seit Monaten im Rückwärtsgang“, sagt Reinwand. „Eine Wende zum Besseren ist derzeit noch nicht in Sicht“, sagt Markus Reinwand von der Helaba.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Carl Icahn Jr.

06.10.2014, 08:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr wulff baer

06.10.2014, 08:25 Uhr

Na ist doch klar.
Die Hochfrequenz und die Profis kaufen jetzt wieder mit Draghis zinsfreien Falschgeld billiger ein, treiben die Kurse mit getürkten Bewertungen wieder nach oben. Anschließend wird mit Lichtgeschwindigkeit wieder Kasse gemacht.
Unser allseits geschätzter(?) Mr.Dax, sicherlich immer noch ein Insider, hat für den Dax ja die Bezeichnung "Mogelpackung" gewählt, weil sich im Index alle gezahlten Dividenden befinden, die, wenn man sie herausrechnen würde, den Index in die 5000 er-Kategorie einorden würden.
Also ist der Dax eigentlich ein renditeschwaches Vehikel, das nur von Profis verstanden wird.
Deswegen ist der "dumme Sparbuch-Deutsche" (Zitat Trader Ican jr.) gut beraten, wenn er an dem undurchsichtigen Glücksspiel nicht teilnimmt.

Herr Tom Bauer

06.10.2014, 09:27 Uhr

Genau, das nennt man dann Dax Kursindex und der ist im Internet "überall" zu finden.

Dennoch eine Frage : Warum glauben Sie, dass Profis, wie Sie schreiben zum Thema Dax-Geldanlage irgendwas besser verstehen können als Sie selbst?

Ich glaube es waren überwiegend Profis, die in den letzten Jahren nix gekonnt hatten ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×