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21.02.2011

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

Libyen-Krise verunsichert Dax-Anleger

Die Unruhen im ölreichen Libyen belasten die Finanzmärkte. Der deutsche Aktienmarkt verliert über 100 Punkte. Nur eine Handvoll Titel schafft es ins Plus. Der Ölpreis zieht dagegen steil an.

Aktienhändler an der Frankfurter Börse: Die Regierungskrise in Libyen verunsichert die Anleger Quelle: Reuters

Aktienhändler an der Frankfurter Börse: Die Regierungskrise in Libyen verunsichert die Anleger

FrankfurtDie sich zuspitzende Lage in Libyen hat am Montag die Aktien europäischer Ölkonzerne und des Chemieriesen BASF belastet. Zugleich zog der Ölpreis steil an – und diese Gemengelage drückte die Aktienmärkte: Der Euro-Stoxx50 beendete den Tag 1,9 Prozent schlechter bei 3010 Zählern, der Dax schloss 1,4 Prozent schwächer bei 7321 Punkten

Die Papiere der im deutschen Leitindex schwer gewichteten BASF waren mit einem Abschlag von 2,7 Prozent auf 59,90 Euro größter Verlierer in Frankfurt. Händler verwiesen auf das Engagement der Konzerntochter Wintershall in Libyen, die ihre dortige Produktion der acht Ölfelder wegen der Proteste drosseln muss. Wintershall produziert in Libyen pro Tag bis zu 100 000 Barrel Öl, BASF benötigt den Rohstoff zur Herstellung vieler Chemikalien. Händlern zufolge sind längerfristige Auswirkungen auf BASF durch die Entwicklung in Libyen aber unwahrscheinlich. „Die Nachrichten werden auch zu Gewinnmitnahmen genutzt“, sagte ein Börsianer. Die aktuellen Produktionskürzungen bei Wintershall würden das Jahresergebnis von BASF sicher nicht signifikant
beeinträchtigen.

Die Massenproteste gegen den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi haben Menschenrechtlern zufolge inzwischen mehr als 200 Tote gefordert. Eine Beruhigung ist nicht in Sicht: Gaddafis Sohn kündigte einen Kampf bis zum Ende an. Angesichts dieser Entwicklungen stieg der Preis für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 104,60 Dollar. Die Anteilsscheine der in Libyen tätigen Ölfirmen Eni und OMV notierten jeweils mehr als vier Prozent im Minus. Neben Wintershall haben auch Konzerne wie BP inzwischen ihre Aktivitäten im Land zurückgefahren. Die Aktien des britischen Ölkonzerns verloren 0,3 Prozent.

Am Morgen hatten neue Rekordhochs beim Ifo-Geschäftsklimaindex und dem Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe noch für Schwung gesorgt und den Dax immerhin um 0,2 Prozent auf 7441 Punkte gehievt, den höchsten Stand seit drei Jahren. Händlern zufolge fehlten aber die Investoren aus den USA, um dem deutschen Leitindex im Laufe des Handelstages wieder auf die Beine zu helfen. In den USA blieben die Börsen wegen eines Feiertages geschlossen. "Die große Frage für den Aktienmarkt ist, wie geht es mit der Konjunktur weiter", sagte Aktienstratege Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co. Und da sei ein weiter steigender Ölpreis tendenziell negativ.

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