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07.08.2013

17:57 Uhr

Börse Frankfurt

Miese Zahlen und schwankende Fed machen Dax zu schaffen

Die Berichtssaison deutscher Konzerne belastet den Dax. Für Verkaufsdruck sorgt außerdem die Fed. Aussagen verschiedener Notenbanker zufolge steht ein "Exit" kurz bevor. Wann genau dieser ansteht, kann aber keiner sagen.

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Die deutsche Berichtssaison sorgt für enttäuschte Anleger. Kaum ein Unternehmen, das Quartalszahlen veröffentlicht, die über den Erwartungen liegen. Im Gegenteil. Ein Großteil der Dax- und MDax-Unternehmen präsentiert miese Umsätze und schwache Gewinne, die sich negativ auf den Kurs des Dax auswirken. Dieser schloss am Mittwoch bei insgesamt niedrigen Umsätzen bei einem Minus von 0,5 Prozent auf 8260 Punkte. "Wenn man sich die Zahlen der Unternehmen anschaut, hat man nicht das Gefühl, dass ein Konjunkturaufschwung vor der Tür steht", bewertete ein Börsianer die deutsche Berichtssaison.

In der zweiten Reihe sah es ein wenig besser aus. Der MDax schaffte kurz von Handelsschluss den Sprung ins Plus, schloss aber bei einem Kurs von 14.608 Punkten unverändert. Der TecDax konnte 0,5 Prozent zulegen auf 1015 Zähler.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Doch nicht nur die Unternehmenszahlen belasten die Kurse. Störfeuer kam auch aus den USA. Konkret geht es um Aussagen vom Präsident der Notenbank von Atlanta, Dennis Lockhart. In einem Interview am Dienstag hatte er davon gesprochen, dass die Fed mit einem Zurückfahren ihrer Anleihen-Käufe schon im kommenden Monat beginnen könne. Der Dax fiel in der Folge über ein Prozent ins Minus.

Die US-Börsen mussten heute ebenfalls federn lassen. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 0,5 Prozent auf 15.440 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,7 Prozent auf 1686 Punkte und der Nasdaq-100 gab 0,7 Prozent nach auf 3101 Zähler.

"Inzwischen sollte der Markt verstanden haben, dass der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wirklich passieren wird", sagte Franz Wenzel, Stratege bei AXA Investment Managers. Er geht davon aus, dass ein erster Schritt im September erfolgen wird.

K+S wird massiv abgewertet

Der in den letzten Wochen arg gebeutelte Kali- und Salzhersteller K+S musste heute eine neue Hiobsbotschaft verkraften. Die Experten der US-Großbank Morgan Stanley senkten massiv ihr Kursziel für die Aktie. Von den ehemals angepeilten 30 Euro schrumpften sie ihre Erwartungen an die Aktie auf elf Euro. Als Rating vergaben sie ein "underweight". Die K+S-Aktie, die in den letzten Tagen über 40 Prozent verlor, konnte heute dennoch zulegen. Mit einem Plus von rund 6,7 Prozent setzten sich die Papiere sogar an die Dax-Spitze. Einige risikoorientierte Anleger dürften das niedrige Kursniveau für einen günstigen Einstieg nutzen, zumal neue Spekulationen über eine Wiederbelebung des Exportbündnisses zwischen Uralkali und Belaruskali auf dem Markt geisterten.

Bei der neben der K+S kriselnde Commerzbank wächst indes die Zuversicht. Der großflächige Konzernumbau trägt Analysten zufolge erste Früchte. Sie rechnen im zweiten Quartal mit schwarzen Zahlen bei Deutschlands zweitgrößter Bank. Gewissheit erhalten die Anleger am Donnerstag. Dann präsentiert das Finanzinstitut offiziell seine Zahlen. Im Vorfeld verteuerten sich die Papiere um 1,9 Prozent.

Kommentare (22)

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Endlich

07.08.2013, 08:41 Uhr

Heute Korrektur, Paulchen?

Staranalyst

07.08.2013, 08:42 Uhr

Was nehmen die für Pillen? Will auch...(mein Urteil ohne Pillen: Sell mit Kursziel 12 Euro).


06.08.2013
INDEPENDENT RESEARCH (Schöndube, Christoph)
Einstufung: Buy
Kursziel: 22,00 €

FRANKFURT (dpa-AFX Analyser) - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für K+S nach einer Kappung der Unternehmensprognosen von 27 auf 22 Euro gesenkt, die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Analyst Christoph Schöndube senkte in einer Studie vom Dienstag seine Gewinnprognosen. Auf dem aktuellen Kursniveau sei allerdings die Unsicherheit in puncto Kalipreis weitgehend eingepreist. Daher laute das Votum weiterhin "Kaufen".

NiemehrUnter8000

07.08.2013, 08:54 Uhr

Ne, nur Rohrkrepierer. Wieder 60 Punkte seit Tief 8210 heute vorbörslich wettgemacht.

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