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26.05.2015

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Nervöser Dax verliert fast 200 Punkte

Ein Linksruck in Spanien und die drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands brachten den Dax heute ins Wanken. Schwache US-Börsen sorgten für zusätzlichen Verkaufsdruck. Am Ende half noch nicht einmal der sinkende Euro.

Börse am Abend

Dax auf Tauchstation - Einzig Henkel im Plus

Börse am Abend: Dax auf Tauchstation - Einzig Henkel im Plus

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FrankfurtDie Euro-Krise meldet sich wieder zu Wort. Die instabile finanzielle Lage Griechenlands und die Stimmenzuwächse für Protestparteien bei den Regionalwahlen in Spanien belasteten heute die Finanzmärkte. Der Dax, der zunächst stark gestartet war, rutschte bereits am Morgen ins Minus. Nach der negativen Eröffnung der US-Börsen vergrößerten sich die Verluste. Am Ende ging der Dax mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 11.625 Punkten aus dem Handel.

Bei den spanischen Regionalwahlen hatten Protestbewegungen wie die linksgerichtete Podemos, die sich als Schwesterpartei der in Griechenland regierenden Syriza sieht, kräftigen Zulauf erhalten. Offenbar habe die spanische Regierung die Notwendigkeit der Reformen und die daraus resultierenden positiven Perspektiven der Bevölkerung nicht klarmachen können, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. „Inwieweit das in den kommenden Monaten bis zur Parlamentswahl gelingen wird, ist offen.“

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Auch an den Anleihemärkten machte sich das Wahlergebnis bemerkbar. Zehnjährige spanische Papiere rentierten heute bei 1,888 Prozent. Zuvor lag die Rendite bei 1,778 Prozent. Italienische Bonds stiegen von 1,913 auf 1,968 Prozent. Einige Anleger schichteten ihr Geld in die als sicher geltenden Bundesanleihen um. Dies verhalf dem Bund-Future zu einen Kursplus von 0,3 Prozent auf 154,48 Punkte.

Griechenland kann nach den Worten von Finanzminister Yanis Varoufakis die geplanten Reformen nur bei einem Verzicht auf harte Sparmaßnahmen durchziehen. Die Ziele könnten nicht erreicht werden, wenn die von den internationalen Geldgebern geforderten „unerträglich hohen“ Ziele für einen Primärüberschuss – bewertet wird der Staatshaushalt ohne Zinskosten – bestehen blieben. „Unsere Regierung kann und wird nicht ein Heilverfahren über fünf Jahre akzeptieren, das sich als schlimmer als die Krankheit erwiesen hat.“

„Gerade die Ungewissheit in Sachen Griechenland lastet auf der Stimmung am heimischen Aktienmarkt“, sagte IG Markets-Analyst Gregor Kuhn. Die Verunsicherung drängte die Hoffnung auf höhere Firmengewinne als Folge der aktuellen Euro-Schwäche in den Hintergrund. Am Dienstag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,0893 Dollar gehandelt.

„Der Euro wird gleich von zwei Seiten in die Zange genommen“, sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Auf der einen Seite mische sich die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren vorgezogenen Anleihekäufen in die Märkte ein, auf der anderen Seite komme Druck aus der europolitischen Ecke. Vor allem die Sorgen über eine Griechenland-Pleite seien „weiterhin omnipräsent“ und die Zeit werde immer knapper.

Kommentare (4)

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Herr Tom Bauer

26.05.2015, 09:49 Uhr

Wir befinden uns derzeit in einer von politischen Meldungen dominierten Börse.
Griechenland, IWF, Linksruck Spanien, Ukraine, usw.
Wie immer kann das zu kurzzeitigen Verwirbelungen der Kurse führen. Wie stark und welche ist nicht vorhersehbar.
Das dominante Thema bleibt jedoch gleich: Jeden Monat suchen Milliarden an Spargeldern, Rentenvorsorge.... nach Rendite. Das Zinsniveau bleibt so niedrig, dass Renetnpapiere keine echte Alternative sind. Die Großen AGs der jeweiligen Branche verdienen gutes Geld. Positive Überraschungen gabs genug. Speziell wenn man die Kurs-Prognosen der Spezialisten der letzten Jahre mit den aktuellen Kursen vergleicht.
Dabeibleiben und bei Schwäche nachkaufen.

Herr walter rehm

26.05.2015, 16:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr walter rehm

26.05.2015, 16:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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