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13.03.2017

17:43 Uhr

Börse Frankfurt

Politik lähmt Börsenhandel in Europa

Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger die neue Börsenwoche ruhig angehen lassen. Der Dax beendete den Handel im Plus. Doch politische Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und lähmten den Handel.

Börse am Mittag

Der stärkere Euro bremst die Börse aus – Dax tritt auf der Stelle

Börse am Mittag: Der stärkere Euro bremst die Börse aus – Dax tritt auf der Stelle

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FrankfurtZwei Tage vor der erwarteten US-Zinserhöhung und der Wahl in den Niederlanden haben sich Anleger mit Engagements an den europäischen Börsen zurückgehalten. Der Dax legte am Montag 0,2 Prozent auf 11.990 Punkte zu, der Euro Stoxx 50 notierte zum Handelsschluss fast unverändert bei 3418 Zählern.

Die Gewinnerliste beim Dax 30 führte zum Schluss die Aktie des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp mit einem Plus von 2,3 Prozent an. Größter Verlierer war das RWE-Papier mit einem Minus von 0,6 Prozent.

Angesichts der starken US-Konjunktur gilt unter Anlegern als ausgemacht, dass die Fed am Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte anhebt. „Viel interessanter ist die Frage, wie es weitergehen wird“, betonten die Analysten der Essener National-Bank. „Immerhin hat die Fed jetzt durchaus die Möglichkeit, auch viermal in diesem Jahr aktiv zu werden.“ Im Dezember hatte sie drei Schritte signalisiert.

Der Euro behauptete dennoch seine jüngsten Kursgewinne und kostete 1,066 Dollar. Grund hierfür sind Spekulationen auf eine nahende Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Insidern zufolge hat der EZB-Rat bei seiner jüngsten Sitzung kurz über eine Zinserhöhung vor dem Auslaufen des aktuellen Anleihe-Ankaufprogramms gesprochen. Er glaube zwar nicht an dieses Szenario, betonte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Aber: „Momentan zählt, dass EZB-Präsident Mario Draghi solchen Spekulationen in seinen Äußerungen letzte Woche keinen Riegel vorgeschoben hat.“ Er halte daher einen Anstieg des Euro auf bis zu 1,13 Dollar für möglich.

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Aus Furcht vor politischen Turbulenzen verhielten sich Anleger zu Beginn des Februars eher zögerlich. Doch gegen Ende knackte der Dax erstmals seit fast zwei Jahren die 12.000er-Marke. Die Tops und Flops.

Ebenfalls am Mittwoch entscheiden die Niederländer über die Zusammensetzung ihres Parlaments. Ein Sieg des europakritischen rechtspopulistischen Kandidaten Geert Wilders könnte Signalwirkung für die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl im April haben, betonte Jens Chrzanowski, Deutschland-Chef des Online-Brokers Admiral Markets. In Frankreich liefert sich Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National ein Kopf-an-Kopf mit ihrem unabhängigen Kontrahenten Emmanuel Macron.

Die aktuellen Spannungen zwischen den Niederlanden und der Türkei könnten Wilders Rückenwind geben, warnten die Analysten der Rabobank. Lukas Daalder, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Robeco mahnte jedoch zur Besonnenheit. „Um eine Regierungskoalition bilden zu können, müsste er seine radikaleren politischen Ideen abschwächen und langweiliger werden.“

Am Aktienmarkt konnte Innogy eine besser als erwartet ausgefallene Gesamtjahresbilanz nicht in Kursgewinne ummünzen. Die Aktien der RWE-Ökostromtochter fielen zunächst um bis zu vier Prozent, konnten die Verluste bis zum Handelsschluss auf 0,3 Prozent begrenzen. „Der etwas enttäuschende Ausblick für den Nettogewinn belastet, denn danach richtet sich die künftige Dividende.“

Gleichzeitig stiegen Mobileye an den US-Börsen um rund 30 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge will der weltgrößte Chip-Hersteller Intel den Anbieter von Software für autonomes Fahren für bis zu 15 Milliarden Dollar übernehmen. Die israelische Firma arbeitet auch mit deutschen Autobauern zusammen. Weder Mobileye noch Intel waren zunächst für eine Stellungnahme erreichbar. Die Intel-Aktie verlor 2,2 Prozent.

Am Mittwoch läuft die Aussetzung der US-Schuldenobergrenze aus. Da die darin festgelegte Summe von 20,04 Billionen Dollar nahezu ausgeschöpft sei, müsse die Regierung den Kongress dazu bewegen, die Aussetzung zu verlängern oder die Schuldengrenze erneut anzuheben, erklärt Analyst Andy Cossor von der DZ Bank. „Sonst droht dem Land innerhalb weniger Monate das Geld auszugehen.“ Mitch McConnell, republikanischer Mehrheitsführer im Senat, signalisierte bereits Kompromissbereitschaft.

Neben der Niederlande-Wahl und dem Fed-Zinsentscheid könnte der große Verfall am Freitag – im Börsenjargon Hexensabbat genannt – in der neuen Woche für zusätzliche Turbulenzen sorgen. In den Tagen zuvor schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

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