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28.02.2012

17:32 Uhr

Börse Frankfurt

Positiver Dax-Schluss dank guter Konjunkturdaten

Die Zahlen der US-Industrie konnte die leicht positive Dax-Stimmung nur kurzzeitig kippen. Gute Verbraucherdaten und ein leicht abschwächender Ölpreis zählen scheinbar mehr. Nicht zu vergessen der Geldregen der EZB.

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FrankfurtEinen Tag vor der neuen langfristigen Geldspritze der EZB hat sich der Dax am Dienstag erfreulich aus dem Handel verabschiedet. Mit Rückenwind durch den sinkenden Ölpreis und der guten Verbraucherstimmung in Deutschland und den USA schloss der Leitindex am späten Nachmittag mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 6.888 Zähler. Zwischenzeitlich sorgte die Bekanntgabe von schwachen US-Konjunkturdaten am Nachmittag für einen Kellerausflug. Der MDax gewann 0,6 Prozent auf 10.443 Punkte und der TecDax stieg ein Prozent auf 776 Punkte.

Die US-Industrie hat im Januar so wenig Aufträge erhalten wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Bestellungen für langlebige Güter fielen um vier Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Das ist das größte Minus seit Januar 2009 als sich die US-Wirtschaft mitten in einer tiefen Rezession befand. Damit präsentierte sich die US-Industrie zu Jahresanfang noch deutlich schlechter als von Experten befürchtet. Sie hatten ein Minus von einem Prozent prognostiziert. „Das ist ein komplettes Desaster, erbärmlich. Diese Wall-Street-Analysten erzählen uns, dass alles besser wird, aber sie liegen falsch, und die Zahl zeigt das“, sagte Joe Saluzzi, Co-Manager bei Themis Trading in Chatham, New Jersey. Die Märkte dürften das dennoch relativ schnell wegstecken, denn schließlich gebe es genug billiges Notenbankgeld. Andere Analysten wiesen darauf hin, dass die Datenreihe sehr schwankungsanfällig sei. Gleichzeitig fiel das Verbrauchervertrauen in den USA überraschend hoch aus.

Der Ölpreis fiel nach seiner jüngsten Rally zeitweise wieder unter die Marke von 124 Dollar, und die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) attestierte den deutschen Verbrauchern so gute Laune wie seit einem Jahr nicht mehr. „Gfk und das etwas günstigere Öl sind heute sicherlich recht hilfreich für den Dax, aber eigentlich will jeder nur wissen, wie viel Geld die Banken bei der EZB abrufen“, sagte ein Händler. „Dann bekommt man vielleicht eine Vorstellung davon, wie robust die Häuser aufgestellt sind, und wie es mit der Kreditvergabe weitergeht. Aber selbst diese Interpretationen dürften sehr schwierig werden.“

Der Preisauftrieb bei Kraftstoffen und Heizöl hat die Inflationsrate in Deutschland wieder in die Höhe getrieben. Im Februar stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Januar zogen die Preise nach den Angaben vom Dienstag um 0,7 Prozent an.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:59 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Der Eurokurs ist am Dienstag gefallen. Ein Grund war die überraschend deutlich zunehmende Zuversicht der US-Verbraucher in die Konjunktur. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,3412 US-Dollar gehandelt. Im Vormittagshandel war der Euro bis auf 1,3463 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,3454 (1,3388) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7433 (0,7469) Euro.

Die Bundestagsabgeordneten dürfen über die deutsche Beteiligung an Rettungsaktionen in der Euro-Zone nicht in einem exklusiven Geheimgremium entscheiden. Lediglich über den Kauf von Staatsanleihen an den Börsen durch den Euro-Rettungsschirm EFSF dürfe in einem neunköpfigen Sondergremium befunden werden, urteilte das Bundesverfassungsgericht am Dienstag in Karlsruhe. Die Koalition kündigte an, das Gesetz zur Bundestagsbeteiligung nun zügig anzupassen.

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Schlusslicht im Dax waren lange Zeit Bayer, deren Aktien sich nach Bekanntgabe der Bilanz am Ende nur noch minimal um 0,1 Prozent verbilligten. „Das schwache Ergebnis des vierten Quartals hat einige offenbar überrascht“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2011 seien jedoch nicht schlecht und der Ausblick liege im Rahmen der Erwartungen. Im Tagesverlauf werde sicher die Aussicht auf eine beschleunigte US-Zulassung des Krebsmittels Xarelto zur Behandlung der Herzerkrankung ACS in den Vordergrund rücken und der Aktie Auftrieb geben, fügte er hinzu.

Ganz vorne hingegen dabei waren HeidelbergCement mit einem Plus von zwei Prozent nach guten Zahlen des irischen Wettbewerbers CRH.

Im Technologie-Index TecDax gewannen Q-Cells 3,3 Prozent, nachdem sie zeitweise mehr als 11 Prozent zulegten. Am Vorabend hatten Gläubiger dem angeschlagenen Solarkonzern Zahlungsaufschub für eine Wandelschuldverschreibung gewährt.

Eine Herunterstufung hat der Hannover-Rück-Aktie am Dienstag zu schaffen gemacht. Die Papiere gehörten mit einem Abschlag von 1,7 Prozent zu den größten MDax -Verlierern. Nach dem deutlichen Anstieg der Rückversicherer-Werte seit dem zweiten Halbjahr 2011 sei es an der Zeit, Gewinne mitzunehmen, schrieben die Analysten der Exane BNP Paribas in einem Kommentar. Sie setzten Hannover Rück herunter auf „Underperform“. Die Aktien haben seit Juli 2011 mehr als 16 Prozent gewonnen. Die Bewertung der im Dax gelisteten Münchener Rück, die im selben Zeitraum nur um gut fünf Prozent zulegten, beließen die Analysten auf „Outperform“. Das Kursziel erhöhten sie um acht Prozent auf 122 Euro. Die Papiere notierten 0,8 Prozent fester.

Dagegen profitierten die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 im Nebenwerteindex MDax von einer Kaufempfehlung der Commerzbank und zogen um 2,7 Prozent an.

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Kommentare (6)

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Account gelöscht!

28.02.2012, 11:05 Uhr

Ungeachtet der Griechenland-Abstufung macht der Dax seinen Weg in Richtung 7000. Da der Welt-Markt auch in Fernost positiv beurteilt wird, sollte das Thema Griechenland keine so wichtige Rolle spielen. Die meisten Dax-Unternehmen können auch weiterhin mit ausgebauten Umsätzen und hohen Gewinnen rechnen. Selbst wenn Griechenland nun deutsche Importe bremst,wirkt sich das nur unbedeutend aus, denn das Exportvolumen nach Griechenland macht weniger als 1 % des Gesamtexportes der deutschen Wirtschaft aus. Nur Optimismus kann für die Zukunft förderlich sein um den Kaufwillen der Menschen anzuregen.

Besserwisser

28.02.2012, 11:59 Uhr

bverfg-urteil und die teilweise schlechten nachrichten von unternehmen heute, sollten den dax eigentlich schnell ins minus drehen lassen. zumal irgendwie das zu hohe spaniendefizit auch noch dazu kommt, dürfte der dax spätestens ab mittags ins bodenlose stürzen.

Knife_and_Forke

28.02.2012, 12:44 Uhr

selten so ein Unsinn gelesen, dass wir vor einer Ression (bedeutet so viel wie Abschwung) stehen, sollte sich doch herum gesprochen haben??? Knapp die Hälfte der Dax-Unternehmen haben ihren Ausblick auf "negativ" gesenkt, da sie eben NICHT mehr davon ausgehen, dass die Umsätze + Gewinn steigen. Wo soll es denn auch her kommen? Fahren Sie Auto? Tanken Sie oft? Dann wissen Sie, wo die Leute ihr Geld lassen (müssen). Und vom Export nach Griechenland redet doch kein Mensch...Und diese Ungereihmtheiten sollen dazu führen, dass der Dax die 7000 schafft? Ist nicht ganz nachvollziehbar. Außerdem spielt das Thema Griechland immer noch eine gehörige Rolle, aber es nutzt sich halt ab. Dennoch ist eine Staatspleite nicht abgewendet. Eine Austritt Griechenlands wäre das Ende vom Euro, was zunächst Chaotische Verhältnisse sorgen wird. Und das ist eben NOCH NICHT gelöst, sondern die Gefahr ist Realer denn je. Aber glauben Sie nur schön an ihre 7000. Wenn es nur genügend Leute glauben, wirds ja vielleicht auch wahr.

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