Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2016

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Risikoscheue Anleger schicken Dax tiefer ins Minus

Die Brexit-Sorgen lassen den deutschen Leitindex ungebremst weiter fallen. Schutz vor den fallenden Kursen suchen die Anleger bei zehnjährigen Bundesanleihen. Die Rendite ist erstmals in der Geschichte negativ.

Börse am Abend

„Ohne Risiko lässt sich kein Geld mehr verdienen“

Börse am Abend: „Ohne Risiko lässt sich kein Geld mehr verdienen“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Düsseldorf/FrankfurtAus Furcht vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU und seinen Folgen haben Anleger am Dienstag erneut europäische Aktien aus ihren Depots geworfen. Der Dax rutschte zum Handelsschluss 1,4 Prozent ins Minus auf 9519 Punkte. „Einige sehen sogar eine Rezessionsgefahr für die Euro-Zone“, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. „Der Appetit der Investoren auf Risiko ist verschwunden, Sicherheit ist angesagt.“

Aus diesem Grund griffen Anleger verstärkt zu Bundesanleihen und drückten die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Titel erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik unter null Prozent. Sie fiel auf bis zu minus 0,034 Prozent. Damit müssen Investoren dafür bezahlen, dem Bund Geld leihen zu dürfen. Zehnjährige britische Bonds warfen am Dienstag zwar noch 1,146 Prozent ab. Dies ist aber ebenfalls so wenig wie nie zuvor.

Genährt wurde die Brexit-Angst von Umfragen, denen zufolge die Befürworter eines Austritts Großbritanniens aus der EU auf dem Vormarsch sind. Außerdem schlug sich das auflagenstarke britische Boulevard-Blatt „Sun“ des Medienmoguls Rupert Murdoch auf die Seite der Brexit-Anhänger. Auch Buchmacher schätzten die Wahrscheinlichkeit, dass die Briten am 23. Juni für den EU-Austritt stimmen, immer größer ein.

Was der Profi empfiehlt: Aktien, die sich wirklich lohnen könnten

Was der Profi empfiehlt

Aktien, die sich wirklich lohnen könnten

Angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren tönt es allerorten vom Börsenparkett: abwarten und absichern. Davon will der Chefstratege von JP Morgan nichts mehr hören - und hat seine ganz eigene Anlagestrategie entwickelt.

Auch am Devisenmarkt war Risikoscheu spürbar. Das Pfund Sterling nahm seine Talfahrt wieder auf fiel zeitweise auf ein Zwei-Monats-Tief von 1,4113 Dollar. Gleichzeitig stiegen die Kosten für eine Absicherung gegen Kursausschläge der britischen Währung erneut auf ein Rekordhoch.

Der Euro büßte unterdessen mehr als einen halben US-Cent auf 1,1226 Dollar ein. Zur Schweizer Währung markierte er mit 1,0822 Franken den tiefsten Stand seit dreieinhalb Monaten. Für Japaner war die Gemeinschaftswährung mit 118,47 Yen sogar so billig wie zuletzt vor mehr als drei Jahren. Franken und Yen gelten als sichere Anlage.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×