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29.10.2012

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

"Sandy" lähmt weltweit die Börsen

Heute spielte das Wetter nicht mit. Das Sturmtief "Sandy" legte die US-Börsen lahm und bremste den Dax. In Griechenland stürzten die Kurse ab. Die verschobene Veröffentlichung der Bankenbilanzen sorgte dort für Unmut.

Börse Frankfurt am Mittag

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DüsseldorfDer Dax legt einen behäbigen Wochenstart hin. Er schloss bei sehr dünnen Umsätzen 0,4 Prozent im Minus auf 7.203 Punkte. Die zweite Reihe beendete den Handelstag ebenfalls im roten Bereich. Der MDax sank um 0,1 Prozent auf 11.398 Punkte und für den TecDax ging es um 0,2 Prozent abwärts auf 800 Zähler.

Verantwortlich für die Zurückhaltung der Anleger war zum einen das Sturmtief "Sandy". Der Hurrikan sorgt in New York für einen Ausnahmezustand und legte heute die US-Börsen lahm. Höchstwahrscheinlich bleibt die Wall Street auch am Dienstag geschlossen.

Zum anderen gingen einige Aktionäre in Deckung vor einer Flut an Quartalszahlen deutsche Großkonzerne. Kaum einer erwartet von ihnen positive Impulse. Im Gegenteil. Die vorangegangenen Berichtssaison in den USA hat gezeigt, dass viele große Konzerne mit der weltweit schwächelnden Konjunktur zu kämpfen haben. Besonders die US-Schwergewichte Google, Microsoft oder DuPont bestätigten die Skepsis der Anleger gegenüber Unternehmensanteilen. Auch Apple konnte seine Prognose nicht ganz erfüllen, was umso enttäuschender ist, weil der Kalifornische Konzern in der Vergangenheit immer wieder mit Fabelzahlen zu begeistern wusste.

"Die Investoren haben Angst vor Enttäuschungen", sagte ein Händler. In Deutschland werden in dieser Woche besonders die Zahlen von Bayer, Fresenius, FMC, Continental, der Lufthansa und der Deutschen Bank in den Fokus der Börsianer rücken.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:55 Uhr)

Dax

7.478 Punkte (+ 0,99 Prozent)

Dow Jones

13.064 Punkte (+ 0,33 Prozent)

Nikkei

+ 0,13 Prozent (Schlussstand vom Montag)

Euro

1,3040 Dollar

Gold

1.714 Dollar

Öl (Brent)

112,01 Dollar

Wirtschaftspolitisch bleibt die Schuldenproblematik in Europa im Mittelpunkt aller Diskussionen. Wieder einmal richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Griechenland. Dort brachen die Kurse an der Athener Börse um über sechs Prozent ein. Verantwortlich dafür waren die Banken. Das griechische Finanzministerium teilte am Nachmittag mit, dass die Veröffentlichung der Bankbilanzen für das zweite Quartal auf den 30. November verschoben worden seien. Grund für diese Verschiebung seien die andauernden Verhandlungen mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds über die notwendige Kapitalausstattung der griechischen Banken, hieß es.

Dax-Aktien im Check A-D

Adidas

Mit Abstand europäischer Marktführer, seitdem Konkurrent Puma ins Straucheln gekommen ist. Stabile Geschäftsentwicklung, weiteres Wachstum in Sicht. Analytisch nicht billig, aber stabile Halteposition.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Allianz

Operative Fortschritte im klassischen Versicherungsgeschäft, allerdings bleibende Unsicherheiten durch aktuelle Schuldenkrise. Kurstechnisch zuletzt vielversprechende Entwicklung – große Aufwärtswende bis nächstes Jahr möglich.

BASF

Durch breites Produktspektrum immer weniger anfällig vom reinen Chemiezyklus; strategisch vielversprechender Ausbau der Agrarchemie. Bewertung akzeptabel, Dividende gut, bei Schwäche kaufen.

Bayer

Starke Kursentwicklung trotz gemischter Nachrichtenlage. Gleicht Schwäche im Pharma-Kerngeschäft zunehmend besser aus; strategischer Ausbau in Richtung Pflanzenschutz aussichtsreich. Kurzfristig Rücksetzer möglich, dann interessant als Basisinvestment.

Beiersdorf

Sehr trendstarke Aktie, oft gegenläufige Entwicklung zum Dax, analytisch nicht billig, aber durch neues Management und Strategie wieder interessant, Dauerinvestment.

BMW

Zuletzt wieder merklich stabilisiert, auch durch gute Absatzzahlen. Bewertung günstig, Dividende gut, Kaufsignal bei Kursanstieg über 63 Euro.

Commerzbank

Nach heftigem Absturz hohes, aber sehr spekulatives Erholungspotenzial. Analytische Zahlen je Aktie durch Rettungsaktionen verwässert, deshalb fundamental keineswegs billig. Kurstechnisch riskant, aber Wende nach oben durchaus möglich; heißeste Aktie im Dax.

Continental

Nach jüngstem Kursanstieg erst Beruhigung abwarten. Aktie keineswegs günstig, starke Konkurrenz durch neue Offensive von Bridgestone. Wenig Dividende, kein Kauf.

Daimler

Derzeit schwächster Autowert, kurstechnisch angeschlagen. Modellpolitik schwierig, wird immer stärker von Konkurrenten bedrängt. Hat mit zyklischem Lastwagengeschäft dazu eine offene Flanke. Kein Kauf.

Deutsche Bank

Chance auf Turn-around besteht, doch große Unsicherheit durch die Umwälzungen der Branche. Bewertung nicht überzogen, substanziell und operativ deutlich stärker als Commerzbank.

Für Diskussionsbedarf sorgen außerdem die von den internationalen Geldgebern geforderten Arbeitsmarktreformen. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) habe weitere Zugeständnisse abgelehnt, sagte Finanzminister Yannis Stournaras am Sonntagabend. Seit Monaten berät die griechische Regierung mit der Troika über ein 13,5 Milliarden schweres Sparpaket. Mitte des Monats hatten die internationalen Finanzinspektoren erklärt, es bestehe Einigkeit in den meisten Fragen. Eine Einigung ist für die Freigabe der nächsten Hilfstranche nötig, um eine Staatspleite Griechenlands zu vermeiden. Der Euro verlor vor diesem Hintergrund 0,3 Prozent und kostete am Nachmittag 1,29 Dollar.

Aufwind für Linde-Papiere

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Bei den Einzelwerten waren heute Linde-Aktien gefragt. Der Industriegase-Spezialist legte im dritten Quartal ein operatives Ergebnis vor, das höher ausfiel als von den Analysten erwartet. Auch der positive Ausblick kam an der Börse gut an. "Angesichts der momentanen Wirtschaftslage ist der Linde-Bericht auf jeden Fall eine gute Nachricht", sagte ein Händler. Befeuert von den guten Zahlen eroberten die Papiere mit einem Plus von 2,5 Prozent die Spitze des Dax.

Dax-Aktien im Check K-V

K+S

Langfristig interessante Geschäftsaussichten durch Erschließung neuer, großer Kali-Vorkommen. Mittelfristig durch Impulse vom Agrarmarkt interessant. Starkes Kaufsignal bei Kursanstieg über 40 Euro.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Lanxess

Kursberuhigung nach Aufstieg in den Dax abwarten, dann dank analytisch günstiger Bewertung ein Kauf. Strategisch erfolgreiche Geschäftsentwicklung durch Schwerpunktverlagerung von Basischemie zu Spezialchemie.

Linde

Langfristig eine der stärksten Aktien im Dax, Basisinvestment. Gewinner bei der Renaissance der Industriegase  und der Verflüssigung von Erdgas. Fundamental nicht billig – aber das sind Linde-Aktie nie.

Merck

Pharmaspezialist mit spekulativem Potenzial. Entwicklung in den vergangenen Monaten besser als erwartet. Durch Flüssigkristalle auch stark im zyklischen Geschäft  - eine Chance, wenn sich die Wirtschaft 2013 deutlicher als erwartet erholt.

Münchener Rück

Wegen geringer Schadenquote gutes Ergebnis 2012 in Aussicht, dazu hohe und sichere Dividende (derzeit der Hauptgrund für die Aktie). Erstversicherungstochter Ergo dämpft die Entwicklung allerdings; weitere Zukäufe durch Großaktionär Buffett eher unwahrscheinlich.

RWE

Wie Eon mitten im Comeback. Umbau des Energiemix hin zu mehr alternativen Quellen läuft. Hohe Dividende aber kurstechnisch kurzfristig angeschlagen.

SAP

Stabile Geschäftsentwicklung, langfristig der Dax-Wert mit der besten Performance. Kurzfristig nach Anstieg auf bis zu 57 Euro zunächst noch laufende Korrekturbewegung abwarten.

Siemens

Wieder einmal vor grundlegendem Konzernumbau. Aktie nimmt positive Ergebnisse vorweg, hat aber erst bei Anstieg über 80 Euro die große Wende geschafft.

Thyssen-Krupp

Spekulativer Turn-around. Die Lösung vom amerikanischen Stahldebakel sollte möglich sein, kurstechnisch in einer vielversprechenden Startposition.

Volkswagen

Langfristig der beste deutsche Autowert. Erweiterung ins Billigsegment bringt weitere strategische Option. Bisher ist VW der Spagat zwischen den vielen, unterschiedlichen Marken erstaunlich gut gelungen. Aktie nicht überteuert, bei Schwäche ein Kauf.

Einen besonders schwachen Wochenstart erwischten die Aktien der ThyssenKrupp. Die Papiere sackten um 3,7 Prozent ab. Händler führten dies auf einen Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vom Freitagabend zurück. Demnach ist der Industriekonzern unzufrieden mit den bisherigen Geboten für seine defizitären Stahlwerke in den USA und Brasilien. Das Unternehmen soll die Interessenten daher aufgefordert, ihre Offerten erneut einzureichen. "Die Preisvorstellungen von ThyssenKrupp erscheinen unrealistisch", sagte ein Händler. "Wenn der Konzern aber daran festhält, wird es zu keinem Deal kommen, was die Aktie ordentlich in Mitleidenschaft ziehen dürfte."

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

29.10.2012, 07:29 Uhr

FYI: DST (Daylight Savingstime Time) endet in USA erst am nächsten Wochenende. D.h., diese Woche beginnt NYSE und NASD-Trading schon um 14:30 Uhr (bis 21:00) MEZ. Und "the one and only" US Job-Daten am Freitag sind damit bereits um 13:30 Uhr unserer Zeit.
Falls sie irgendwann diese Woche überhaupt nochmal öffnen.....

zeus

29.10.2012, 08:21 Uhr

"Falls sie irgendwann diese Woche überhaupt nochmal öffnen....." - also alles: "nichtswissen".

Account gelöscht!

29.10.2012, 08:29 Uhr

Naja, immerhin heute zumindest ein halber Tag Sonder-Urlaub für mich :-)

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