Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2012

17:57 Uhr

Börse Frankfurt

Schlechte US-Daten - Dax schließt in Rot

Eine klare Richtung hat es für den Dax am Dienstag nicht gegeben. Am Ende wurde die zwischenzeitlich gute Stimmung durch die ZEW-Konjunkturerwartungen durch enttäuschende US-Einzelhandelsdaten zunichte gemacht.

Börse Frankfurt am Abend

Video: Börse Frankfurt am Abend

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Trotz einer längeren positiven Tagesphase ist der Dax am Dienstag nach enttäuschenden Umsatzzahlen der US-Einzelhändler wieder auf Talfahrt gegangen. Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag 0,2 Prozent tiefer bei 6.728 Zähler, nachdem er am Vormittag im Zuge eines positiv ausgefallenen ZEW-Index noch bis zu 0,7 Prozent zugelegt hatte. Der US-Einzelhandelsumsatz fiel im Januar mit 0,4 Prozent geringer aus als von Analysten erwartet, die mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet hatten. Der Euro sackte weiter ab und notierte bei 1,3150 Dollar nach 1,3193 Dollar zum Vortagesschluss in New York. Der MDax nahm derweil um 0,4 Prozent auf 10.254 Punkte ab, der TecDax verlor 0,2 Prozent auf 774 Zähler.

Unterstützend wirkte sich zeitweise zudem die Auktion italienischer Anleihen aus, die trotz des skeptischeren Blicks der Ratingagentur Moody's auf die Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Länder problemlos über die Bühne ging. Bei der Emission der drei- und fünfjährigen Papiere nahm Italien insgesamt rund sechs Milliarden Euro ein, obwohl das Land von Moody's auf „A3“ von „A2“ heruntergestuft worden war. „Der Markt scheint sich derzeit eher auf die Konjunktur und auf die Entwicklung der Schuldenkrise zu konzentrieren als auf Ratings“, kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:55 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Bund-Future

138,70 Euro (+ 0,3 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Die Schelte der Ratingagentur Moody's für zahlreiche europäische Staaten schien die Stimmung der Anleger nicht zu tangieren. Moody's versah neben Frankreich auch die Top-Noten für Großbritannien und Österreich mit einem negativen Ausblick. Die Kreditwürdigkeit von sechs weiteren Euro-Staaten stuft die Ratingagentur inzwischen als geringer ein, darunter die Bonitäten Italiens und Spaniens.

Dennoch scheinen die Sorgen vor einer Rezession in Deutschland abzunehmen. Die Konjunkturzuversicht von Finanzexperten hat sich im Februar trotz der Euro-Schuldenkrise erneut deutlich aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen kräftig um 27,0 Punkte auf 5,4 Punkte und hoben den Indikator erstmals seit Mai 2011 wieder in den positiven Bereich. Besser stand er zuletzt im April 2011, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim mitteilte. „Aus der Sicht der Finanzmarktexperten stehen die Chancen gut, dass sich die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte in einem leichten Aufwind befinden wird“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Der Index war nach neunmonatiger Talfahrt im Dezember erstmals wieder leicht gestiegen und hatte im Januar bereits kräftig zugelegt.

Analyser to Go

Leoni-Aktie sackt trotz Rekordumsatz ab

Analyser to Go: Leoni-Aktie sackt trotz Rekordumsatz ab

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Aussicht auf eine Sonderdividende hat die Anleger der Deutschen Börse am Dienstag wohlwollend gestimmt. Die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers stiegen um 2,4 Prozent. Börsen-Chef Reto Francioni hatte nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse am Montagabend eine Sonderdividende und ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Das dürfte die Anleger versöhnlich stimmen, sagte ein Händler.  

Die mit Enttäuschung aufgenommenen Geschäftszahlen von ThyssenKrupp haben die Aktien des größten deutschen Stahlkonzerns am Dienstag unter Druck gesetzt. Mit einem Minus von 3,8 Prozent waren sie der mit Abstand schwächste Wert im Dax. Thyssen ist überraschend mit Verlusten in das neue Geschäftsjahr gestartet.

Die Übernahme von 21.000 Wohnungen von der LBBW haben Patrizia am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Aktien der Immobilienfirma stiegen um 1,8 Prozent im SDax. Die neuen Wohnungen würden Patrizia voraussichtlich eine Gewinnmarge von 30 Prozent einbringen, schrieb Analyst Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research in einem Kommentar.

Anleger haben die Quartalszahlen von Carl Zeiss Meditec am Dienstag mit Käufen honoriert. Die Aktien des Medizintechnikspezialisten kletterten im TecDax um 7,6 Prozent auf 17,64 Euro - den höchsten Stand seit knapp fünf Jahren. „Der Umsatz ist sehr stark, und liegt über unseren und den Markterwartungen. Auch das EBIT ist über den Erwartungen aufgrund eines sehr starken Ergebnisses in der Mikrochirurgie“, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger in einem Kommentar.

Moody's schickt Dax ins Minus

Video: Moody's schickt Dax ins Minus

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Titel von Beiersdorf haben von einem optimistischen Ausblick des Mitbewerbers L'Oreal profitiert und notierten 1,3 Prozent fester. Der Firmenchef des französischen Kosmetik-Herstellers, Jean-Paul Agon, stellte in einem Zeitungsinterview ein Umsatzplus von 40 Prozent in Aussicht, das er durch ein verstärktes Engagement in den wachstumsstarken Schwellenländern erreichen wolle.

Kommentare (26)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.02.2012, 09:03 Uhr

So schaut die technische Tagesanalyse der DZ-Bank aus:

DAX: Unspektakulärer Wochenauftakt

Nach den Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende zeigte die Tendenz an den internationalen Aktienmärkten am Montag wieder nach oben. Der DAX konnte sich insbesondere am Vormittag nach oben orientieren, ehe den Rest des Tages eher eine Seitwärtsbewegung dominierte. Nach der Verabschiedung des griechischen Sparpakets durch das Parlament in Athen schien „die Luft erst einmal heraus“ zu sein.

Bislang zeigt sich die seit einigen Tagen laufende Konsolidierung aber auf hohem Niveau, so dass es sich nur um ein notwendiges „Luftholen“ im intakten Aufwärtstrend handelt. Charttechnisch steht dieser nicht zur Disposition. Erst bei nachhaltigen DAX-Kursen unterhalb des 38,2%-Fibonacci-Retracements des letzten
kurzfristigen Teilimpulses von Ende Januar bei 6.680 Punkten würde ein Signal in Richtung „Ausweitung der Konsolidierung“ ausgesendet – und selbst dann wäre der
mittelfristig aufwärts gerichtete Trendverlauf als weiterhin ungefährdet anzusehen.

Mit der am Freitag entstandenen „überverkauften“ Markttechnik (siehe „Projection Oscillator“) und dem positiven Wochenauftakt sollten derlei Gedankenspiele aber
zunächst hinten anstehen. Aktuell dürfte eine Fortsetzung des Aufwärtstrends wieder auf die Agenda rücken. Sollte dem DAX die Herausbildung eines neuen Bewegungshochs
oberhalb des bisherigen bei 6.838 Punkten gelingen, wäre der Weg bis zum nächsten „echten“ charttechnischen Widerstand bei 7.000 Punkten frei.

Account gelöscht!

14.02.2012, 09:05 Uhr

warten wir mal ab, ob sichs auch tatsächlich bewahrheitet ;-)

Account gelöscht!

14.02.2012, 09:14 Uhr

Falls es sich bewahrheitet dann ist es wie immer zu 90% pure Spekulation und mehr nicht. Kein vernünftiger Mensch kann doch ernsthaft mehr diese ganzen Einschätzungen und "Expertenmeinungen" für ernst befinden. Da wird was ungefähres geplappert und wenn es eintrifft wirds als Tatsache hingestellt und wenn nicht als normale Fehleinschätzung. Sorry aber solchen Blödsinn kann jedes Kindergartenkind von sich geben und die Märkte mit Informationen beliefern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×