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07.11.2014

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Schwache US-Daten kosten Dax knapp ein Prozent

Zwar fiel die US-Arbeitslosenquote im Oktober auf ein Sechs-Jahres-Tief, doch es gab weniger neue Jobs als erwartet. Die Anleger reagierten verunsichert und trieben den Dax unter die Marke von 9300 Punkten.

Börse am Abend

Dax geht die Puste aus

Börse am Abend: Dax geht die Puste aus

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FrankfurtMäßige US-Daten haben den Dax zum Wochenausklang deutlich ins Minus fallen lassen. Der letzte Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten war gemischt ausgefallen und ließ die Anleger am Nachmittag mit einigen Fragezeichen zurück. Verunsichert gab der Dax im späten Handel deutlich nach und schloss mit 9291 Punkten 0,9 Prozent schwächer.

Die US-Wirtschaft schuf im Oktober 214.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft. Ökonomen hatten bei diesen sogenannten „Nonfarm Payrolls“ mit 235.000 neuen Jobs gerechnet. Im Vormonat hatten die Unternehmen 248.000 Jobs geschaffen. Die separat berechnete Arbeitslosenquote fiel mit 5,8 Prozent auf ein Sechs-Jahres-Tief. Hier hatten die Experten einen Zielwert von 6,0 oder 5,9 Prozent prognostiziert.

Zuversichtlich gestartet kippte die Stimmung schon am frühen Mittag. Nach Vorlage der Jobzahlen wussten die Börsianer zunächst nicht, wie sie diese aufnehmen sollten. „Der Markt ist nach den Zahlen hin- und hergerissen“, beschrieb Jasper Lawler, Marktanalyst bei CMC Markets das Marktgeschehen. Eine verhalten gestartete Wall Street setzte den Dax aber anschließend deutlich unter Druck.

Analysten zufolge reichten die Daten nicht aus, um die Kurse nach oben zu bringen, schürten aber auch keine Zweifel an einer grundsätzlichen Erholung der Konjunktur. Spekulationen über eine vorzeitige Zinserhöhung kamen ebenfalls nicht auf. „Die Währungshüter in Washington können einer robusten Wirtschaftsentwicklung zunächst gelassen zuschauen“, fasste Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, zusammen.

An allen europäischen Börsen ging es spätestens nach Wall Street-Auftakt deutlich ins Minus. Der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50 lief mit 3064 Zählern 1,2 Prozent schwächer. Lediglich Londons Börse hielt sich dank starker Rohstofftitel über Wasser. In der zweiten Frankfurter Reihe hingegen hielten sich die Abschläge in Grenzen: Der MDax schloss 0,2 Prozent niedriger bei 16.207 Zählern, der TecDax notierte 0,4 Prozent leichter bei 1255 Stellen. An der Wall Street stand der Dow-Jones-Index nahezu unverändert bei 17.552 Punkten.

Schon vor Handelsbeginn erreichten Daten zum deutschen Außenhandel das Parkett. Im September ergab das Saldo der bundesdeutschen Außenhandelsbilanz ein Plus von 18,5 Milliarden Euro und fiel damit exakt so hoch aus, wie von Ökonomen prognostiziert. Sowohl die Aus- als auch die Einfuhren waren aber im Vergleich zum Vormonat viel stärker gewachsen als prognostiziert. Die Exporte stiegen um 5,5 Prozent anstatt den angenommenen 1,9 Prozent, die Importe um 5,4 statt 0,8 Prozent.

Ebenfalls im September gestiegen ist die deutsche Produktion. Wie das Statistische Bundesamt am Morgen berichtete, legte die Produktion nach vorläufigen Berechnungen im Vergleich zum August um 1,4 Prozent zu. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten jedoch mit einem Anstieg um 2,0 Prozent zum Vormonat gerechnet.

Damit geriet Mario Draghi an diesem Freitag ungewohnt schnell in den Hintergrund. Der EZB-Chef hatte die Märkte am Donnerstag mit einer neuerlichen Ankündigung in Aufruhr versetzt. Zwar ließ der EZB-Chef in der Ratssitzung den Leitzins unberührt. In der anschließenden Pressekonferenz kündigte der EZB-Präsident aber an, nötigenfalls unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, sollte die Deflation und die schwache Konjunktur in der Euro-Zone mit den derzeit verwendeten Maßnahmen nicht bekämpft werden können.

Kommentare (1)

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Herr wulff baer

07.11.2014, 09:08 Uhr

Gute Nachrichten für ahnungslose Anleger:

Super-Mario druckt 1000 Milliarden neues ungedecktes Falschgeld und schickt sich an, die Banken von ihren faulen Krediten durch ABS-Kreditverbriefungen zu befreien.

Inzwischen haben dank Draghis Nullzins-Politik 90 Millionen Lebensversicherungen bis zu 50% Wertverlust bei der Ablaufrendite.

Aber hat man Protest gehört?

Der Ahnungslose weiß gar nicht, dass seine private Altersvorsorge notleidend wird.

Das Crabtree-Syndrom wirkt wie Ritalin auf den Michel.

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