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02.06.2011

18:36 Uhr

Börse Frankfurt

Schwache US-Konjunktur belastet den Dax

Schlechte Konjunkturdaten aus den USA lassen den Dax fällt am Feiertag zurückfallen. Besonders schwach präsentierten sich die Autowerte. Fast alle Aktien im Leitindex lagen zum Handelsschluss im Minus.

Der Dax gibt deutlich nach. Quelle: dpa

Der Dax gibt deutlich nach.

FrankfurtAus Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der US-Konjunktur haben sich einige Anleger am Donnerstag aus europäischen Aktienwerten zurückgezogen. Der Dax verlor zwei Prozent auf 7074,12 Punkte, der EuroStoxx50 gab 1,4 Prozent auf 2787,60 Zähler nach. Auch an der Wall Street standen die Zeichen auf Verkauf: Bei Xetra-Schluss in Deutschland notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,6 Prozent niedriger.

"Die Stimmung ist ziemlich düster", sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von ETX Capital. "Die Konjunkturdaten der vergangenen Monate deuteten auf ein ordentliches Wachstum in den USA hin." Die deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Beschäftigtenzahlen der privaten Arbeitsmarktagentur ADP hätten am Mittwoch für ein böses Erwachen gesorgt. "Jeder schaut nun auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Nach den enttäuschenden ADP-Zahlen wurden die Erwartungen heruntergeschraubt." Von Reuters befragte Analysten rechnen inzwischen nur noch mit der Schaffung von 150.000 neuen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft. Am Vortag hatte der Schnitt noch bei 180.000 gelegen.

Am Nachmittag sorgte ein Preisrutsch am Rohölmarkt für zusätzlichen Verkaufsdruck bei den Aktien. Anleger werteten den überraschenden Anstieg der wöchentlichen US-Rohölbestände als weiteres Zeichen für die Schwierigkeiten der weltgrößten Volkswirtschaft. Die US-Ölsorte WTI verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 98,82 Dollar je Barrel (159 Liter). Den Angaben der Energy Information Administration (EIA) des US-Energieministeriums zufolge erreichten die Reserven im Mai mit durchschnittlich 371,34 Millionen Barrel den höchsten Stand seit 2006.

Der zunehmende Konjunktur-Pessimismus drückte den Dollar-Index, der die Kursentwicklung zu sechs wichtigen Währungen wie dem Euro widerspiegelt, auf ein Vier-Wochen-Tief von 74,29 Punkten. Einige Anleger spekulierten auf eine Neuauflage des Ende Juni auslaufenden Anleihe-Ankaufsprogramm der US-Notenbank Fed ("Quantitative Easing 2.0") zur Ankurbelung der schwächelnden US-Konjunktur, sagte RBS-Devisenstrategin Ankita Dudani. Sie halte ein "Quantitative Easing 3.0" aber für unwahrscheinlich, da sie für die zweite Jahreshälfte mit einer Erholung der US-Wirtschaft rechne.

Die wichtigsten Kennzahlen für Anleger

Der Gewinn

Die wohl bekannteste und beliebteste Bewertungskennziffer für Anleger ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Verhältnis von Aktienkurs zu Unternehmensgewinnen. Als Faustregel gilt: Je niedriger das KGV umso besser. Aber Vorsicht: Es gibt kaum eine Größe, bei der die Unternehmen besser tricksen können als beim Gewinn. Schauen Sie nicht nur auf die Gewinne eines einzigen Jahres. Ein gutes Unternehmen sollte über viele Jahre bewiesen haben, dass es profitabel arbeitet. Ein einziger Ausreißer nach oben ist noch lange kein Qualitätssiegel. Außerdem kommt es darauf an, welcher Gewinn gemeint ist. Im Folgenden stellen wir verschiedene Gewinn-Kennziffern vor.

EBIT

EBIT steht für "Earnings before interest and taxes". In den USA wird die Kennzahl EBIT als Operating Income bezeichnet. Dieses operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird gewöhnlich für die Beurteilung der Ertragssituation des Unternehmens, insbesondere im internationalen Vergleich herangezogen. Jedoch ist das EBIT nicht nur das reine Ergebnis vor Zinsen und Steuern, wie es weitläufig bezeichnet wird, sondern genauer gesagt das operative Ergebnis vor dem Finanz- und damit Beteiligungsergebnis, was je nach Unternehmen großen Einfluss auf den Gewinn vor Steuern haben kann. Das EBIT kann alternativ auch berechnet werden, indem von Umsätzen (inkl. sonstiger betrieblicher Erträge) alle operativen Kosten abgezogen werden.

EBITDA

Das EBITDA steht für "Earnings before interest, taxes, depreciation und amortization" aus dem Englischen. Dieses Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Amortisation von immateriellen Wirtschaftsgütern hat Cash-Flow-Charakter, da die liquiditätsunwirksamen Abschreibungen ähnlich wie bei der indirekten Cash-Flow-Berechnung zum Jahresüberschuss hinzu addiert werden. Das EBITDA wird häufig für junge, wachstumsstarke Unternehmen oder Unternehmen mit außergewöhnlich hohem Abschreibungsbedarf als Kennzahl verwendet, die gegebenenfalls negative Jahresüberschüsse erwirtschaften. Das EBITDA lässt sich auch berechnen, indem von den Umsätzen (inkl. sonstiger betrieblicher Erträge) alle operativen Kosten abgezogen und Abschreibungen addiert werden.

Der Cash-Flow

Der Cash-Flow ist eine der wichtigsten Kennzahlen, um die Ertragskraft eines Unternehmens zu beurteilen. Der Cash-Flow aus dem operativen Geschäft zeigt das Saldo aus Mittelzufluss und -abfluss an, lässt also Rückschlüsse auf frei verfügbare Mittel eines Unternehmens zu. Im Gegensatz zu den verschiedenen Gewinnkennziffern lässt sich der Cash Flow kaum durch Bilanztricks schön rechnen. Er eignet sich besonders gut, um Unternehmen innerhalb einer Branche zu vergleichen. Nachteil: Der Cash Flow schwankt stark. Vergleiche über mehrere Jahre sind schwierig. Ein niedriges Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV) deutet darauf hin, dass der Kurs im Vergleich zum Cash-Flow günstig ist.

Die Marktkapitalisierung

Für manch konservativen Anleger ist Größe entscheidend. Je höher die Marktkapitalisierung, also der aktuelle Börsenwert eines Unternehmens, umso geringer die Kursschwankungen. Soweit die Theorie. Zwar schwankt der Aktienkurs großer Konzerne im langfristigen Durchschnitt weniger stark als der von kleineren Unternehmen. Eine Garantie gegen Kursverluste ist das aber nicht. Während der Finanzkrise verloren auch so hochkapitalisierte Dax-Aktien wie Eon oder Siemens kräftig an Wert. Aber die Kurschancen nach oben sind wesentlich kleiner als bei den Kleinen.

Der Umsatz

Eine von Anlegern meist vernachlässigte Größe ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV). Es setzt den aktuellen Aktienkurs eines Unternehmens in Beziehung zu den Umsätzen. Dabei liefert das KUV sehr verlässliche Hinweise darauf, ob eine Aktie möglicherweise interessant sein könnte - oder nicht. Denn anders als der Gewinn lassen sich die Umsätze nicht so leicht manipulieren. Wie bei den anderen Verhältnis-Kennziffern gilt auch beim KUV: Je niedriger der Wert desto besser. Besonders wichtig ist diese Zahl bei sehr jungen Unternehmen, die noch keine oder nur sehr geringe Gewinne erwirtschaften.

Die Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ergibt sich aus dem Verhältnis aus der Dividende und dem aktuellen Aktienkurs. Gerade in unsicheren Zeiten gibt die Kennziffer aber einen recht guten Hinweis auf die Qualität einer Aktie. Allgemein gilt: Je höher die Dividendenrendite, desto rentabler ist eine Aktie. Aufschlussreich ist ein Blick auf die Dividendenrendite vor allem im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie etwa Anleihen. Bei einigen Aktien liegt die Dividendenrendite sogar höher als die Rendite für Anleihen desselben Unternehmens. Aber: Während der Zins bei Anleihen fest ist, kann die Höhe der Dividenden schwanken.

Der Buchwert

Eine wichtige Größe, um zu erkennen, ob ein Unternehmen an der Börse günstig bewertet ist oder nicht, ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Dabei werden die Vermögenswerte eines Unternehmens in Relation zum aktuellen Aktienkurs gesetzt. Das KBV spielt für Value-Investoren wie Warren Buffett eine große Rolle. Sie glauben, dass der Buchwert den "wahren" Wert eines Unternehmens widerspiegelt. Wird ein Unternehmen an der Börse unter seinem Buchwert gehandelt, schließt der Value-Investor darauf, dass der Markt den eigentlichen Wert unterschätzt. Die grobe Regel lautet: Je niedriger das KBV, desto größer das Kurspotenzial - vorausgesetzt, dem Unternehmen drohen in absehbarer Zukunft keine heftigen Abschreibungen oder gar die Pleite.

Das Eigenkapital

Wichtig ist es für Anleger zu wissen, wie rentabel das Eigenkapital eines Unternehmens arbeitet. Die Eigenkapitalrendite berechnet sich aus dem Verhältnis des Gewinns zum Eigenkapital. Je höher der Wert desto besser. Allerdings gibt es - wie beim KGV - auch hier ein definitorisches Problem. Welcher Gewinn ist gemeint, was wird als Eigenkapital gezählt? Je nach Rechnungslegung kann es so zu großen Unterschieden kommen.

Beta

Das Beta misst die Schwankungsintensität (Volatilität) einer Aktie im Vergleich zu einem Index während eines bestimmten Zeitraums der Vergangenheit. Je höher das Beta eines Unternehmens ist, desto höher ist folglich die Volatilität und damit das Risiko für den Investor. Ziel der Investor Relations ist es unter anderem, dieses Beta durch zeitnahe und ausführliche Kommunikation möglichst gering zu halten. Das Beta wiederum hat wichtige Bedeutung für die Berechnung der Eigenkapitalkosten oder Optionsscheinprämien. Denn je höher die Kapitalkosten eines Unternehmens sind, desto niedriger ist nach dem DCF-Modell der Unternehmenswert.

Die angekündigte Verschärfung der griechischen Sparbemühungen, die den Euro zeitweise auf ein Vier-Wochen-Hoch von 1,4486 Dollar hievte, traf am Aktienmarkt nur auf geringes Echo. Die zusätzlichen Anstrengungen gelten als Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche an Hilfskrediten. "Da wirkt die Herabstufung der griechischen Bonität von gestern abend noch nach", sagte ein Börsianer. Moody's hatte die Kreditwürdigkeit um drei Stufen auf "Caa1' gesenkt. Als Grund nannte die Rating-Agentur Zweifel, dass der Mittelmeer-Anrainer um eine Umschuldung herumkommen werde.

Weit oben auf der Verkaufsliste der Anleger standen die Favoriten der vergangenen Tage: BASF und Daimler gaben 3,1 beziehungsweise 2,4 Prozent nach. Beide hatten sich in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich entwickelt. Spekulationen auf finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit dem geplanten Atom-Ausstieg drückten RWE und E.ON weiter ins Minus. Sie büßten in der Spitze jeweils etwa zwei Prozent ein. RWE-Titel waren mit 39,24 Euro so billig wie seit Oktober 2004 nicht mehr, E.ON fielen auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief von 19,05 Euro. Zeitweise als einziger Wert im Plus halten konnten sich die Papiere der Commerzbank, die um 2,1 Prozent auf 3,21 Euro zulegten - doch am Ende ebenfalls ein leichtes Minus verbuchen mussten.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Dax

02.06.2011, 09:19 Uhr

Wer bei 7140 verkaufen muss hat wohl den Ausstieg bei 7340 gestern verpasst.über deren Kompetenz muss man wohl kaum ein Wort erwähnen ;-)

puste

02.06.2011, 13:10 Uhr

Was ist das für ein unnötiger, wenig intelligenter, vielleicht sogar Hassbeitrag aus der Hartz-VI-Ecke!!

Dax

02.06.2011, 15:48 Uhr

kein Hartz 4,Dienstag long,gestern short.und jetzt an der Seitenlinie.
muss den Rest vom Monat nichts mehr tun,also kann quasi wie ein Hartz 4 Empfänger rumlümmeln,allerdings in London,Paris...achja,Morgen bin ich beim Länderspiel in Wien....

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