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30.06.2015

17:43 Uhr

Börse Frankfurt

Skeptische Anleger schicken Dax ins Minus

Ein Schritt vor, zwei zurück. Griechenland lässt dem Dax keine Ruhe. Immer wieder tauchen widersprüchliche Meldungen auf. Zuletzt soll Athen um ein drittes Hilfsprogramm gebeten haben. Der Dax schließt wieder im Minus.

Dax klettert wieder

Die Stunde Null in Griechenland

Dax klettert wieder: Die Stunde Null in Griechenland

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FrankfurtGibt es eine „Last-Minute-Lösung“ für Griechenland oder nicht – keiner weiß es so wirklich. Für die Anleger eine unbefriedigende Lage. Der Dax sprang daher heute zwischen leichten Gewinnen und mittelgroßen Verlusten. Am Ende schloss er 1,3 Prozent leichter auf 10.945 Punkten. In der zweiten Reihe lag der MDax 0,9 Prozent in Minus auf 19.622 Punkten. Der TecDax beendete den Handel bei 1642 Zählern 0,3 Prozent im Minus.

Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg will die griechische Regierung seine Euro-Partner um ein drittes Hilfsprogramm bitten. Das geht aus einem Statement des Büros von Ministerpräsident Alexis Tsipras hervor. Konkret soll ein zweijähriges Programm unter dem Euro-Hilfsfonds ESM beantragt werden. Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem ließ kurz danach über Twitter verkünden, dass die Euro-Gruppe am Dienstag (19 Uhr) in einer Telefonkonferenz über das neue griechische Hilfsgesuch debattieren will.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen hatte zuvor Hoffnungen gedämpft, dass es in letzter Minute noch eine Einigung mit der griechischen Regierung über eine Verlängerung des Hilfsprogramms geben könnte. Das zweite Programm laufe um Mitternacht aus, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. „Ich kenne keine belastbaren anderen Hinweise“, sagte sie auf die Frage, wie sie Gesprächsbemühungen der EU-Kommission mit Athen am Dienstag einschätze. „Alles was ich weiß, ist, dass das letzte Angebot der Kommission, das mir bekannt ist, eines vom Freitag letzter Woche ist. Mehr kann ich nicht beisteuern.“

Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Vor 1987

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002

US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.

24. März 2003

Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008

Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.

15. September 2008

Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

01. Dezember 2008

Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.

15. März 2011

Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.

8. August 2011

Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Merkel betonte, dass es aber weiter beim Angebot von Gesprächen mit Athen bleibe: „Natürlich“ würden nach Mitternacht nicht die Gesprächsfäden gekappt, das sei in der EU nicht üblich. „Das heißt, die Tür steht offen für Gesprächsfäden.“

Die Experten des Vermögensverwalters BNP Paribas Investment Partners setzten ihre Hoffnung dagegen darauf, dass die Griechen bei der Abstimmung am kommenden Sonntag für eine Annahme der Gläubiger-Vorschläge stimmen. Bis dahin müsse aber mit größeren Kursausschlägen gerechnet werden.

Kommentare (1)

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Herr walter rehm

01.07.2015, 09:57 Uhr

"Skeptische Anleger...." wer soll das sein....es handeln doch nur Maschinen und Systeme...alles vollautomatisch...tolles Minus....immer noch bei 11.000 unser Dax....in diesem jahr immer noch 11% Plus....wenn ich dann an die 7.000.....8.000....9.000....10.000.....11.000......denke....immer wurde Crash gesagt :)

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