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15.01.2010

07:40 Uhr

Börse Frankfurt

Sorge um Banken und Konjunktur, Dax tief im Minus

Dem Dax geht mit hohen Verlusten aus dem Handel. Schlechte Nachrichten kommen aus den USA, wo die Quartalszahlen von JP Morgen schlechter rausgefallen sind als zunächst angenommen. Die Sorgen um den Zustand der Finanzbranche sind zurück an der Börse. Damit nicht genug: Neue Konjunkturdaten aus den USA drücken den Dax unter 5 900 Punkte.

Gute Stimmung bei den Händlern an der Frankfurter Börse. Am Nachmittag wird die Zuversicht auf die Probe gestellt. Quelle: dpa

Gute Stimmung bei den Händlern an der Frankfurter Börse. Am Nachmittag wird die Zuversicht auf die Probe gestellt.

HB FRANKFURT. Neue Daten von der US Konjunktur und die Quartalsbilanz von JP Morgan drückten den Dax tief ins Minus. Längst vergessen geglaubte Ängste vor der Rückkehr der Krise kommen zurück. Die deutschen Aktienindizes sind am Freitag mit deutlichen Kursverlusten aus einer schwachen Handelswoche gegangen. Der Dax büßte 1,89 Prozent auf 5 875 Punkte ein und schraubte damit sein Wochenminus auf 2,67 Prozent. Nach dem schwachen Wochenausklang endete der deutsche Leitindex auf dem tiefsten Stand seit dem 18. Dezember 2009.

Der MDax verlor 1,24 Prozent auf 7 846 Punkte und der TecDax rutschte um 2,51 Prozent auf 841 Punkte ab. Der Auswahlindex für Technologiewerte litt vor allem unter schwachen Solartiteln. Das Handelsvolumen mit Dax-Werten stieg auf 156 (Donnerstag: 115,5) Millionen Aktien. Der Umsatz erhöhte sich auf 4,4 (3,34) Milliarden Euro.

"Mit der jüngsten Kursschwäche - der Dax ist wieder klar unter 6 000 Punkte gerutscht - und der ausgefallenen Jahresanfangsrallye ist zumindest die zuvor positive Dynamik der Aktienmärkte verloren gegangen", sagte Marktanalyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Auch charttechnisch sei die Lage inzwischen prekär und das lasse nicht viel Gutes erwarten. Die entscheidenden Nachrichten liefere derzeit die US-Berichtssaison, sagte de Schutter, die in der neuen Woche erst richtig in Fahrt kommt.

Im Freitaghandel seien aber bereits die Bilanzvorlagen von JPMorgan und Intel , zwei ganz wichtigen Gradmessern für die taktgebenden Branchen Banken und Technologie, verdaut worden und die Reaktion war negativ. Andreas Lipkow, Aktienhändler bei MWB fairtrade, sagte: "Die Stimmung war wohl zu optimistisch und nun wird die Möglichkeit für Gewinnmitnahmen genutzt."

Auf der Stimmung lasteten die Quartalsergebnisse der US-Bank JPMorgan sowie schwächer als erwartet ausgefallene Daten zur Stimmung der US-Verbraucher. "Die Bankenkrise ist vielleicht doch noch nicht vorbei", sagte ein Händler.

In Reaktion auf die Geschäftszahlen von JPMorgan stießen die Anleger auf beiden Seiten des Atlantiks vor allem Finanzwerte ab. Der europäische Branchenindex des Stoxx gab zwei Prozent nach. "JPMorgan hat mit einem Gewinn von 74 US-Cent je Aktie die Erwartungen zwar deutlich übertroffen, aber einige hatten wohl noch mehr erwartet", sagte ein Börsianer. Für Verunsicherung sorgte zudem, dass die zweitgrößte US-Bank Rückstellungen für Kreditverluste in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar bilden musste und die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückblieben. "JPMorgan ist ein Schwergewicht, und man hatte gehofft, dass sie die ersten sind, die die Verluste aus dem Kreditgeschäft zurückfahren", sagte Jamie Cox von Harris Financial Group. JPMorgan-Aktien verloren 1,4 Prozent. Die Papiere der Konkurrenten Bank of America, Citigroup, Morgan Stanley büßten bis zu knapp drei Prozent ein.

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