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28.09.2012

17:43 Uhr

Börse Frankfurt

Sorgen um Spanien belasten Dax

Nach einem hoffnungsvollen Start drehte der Dax ins Minus. Der Leitindex hat damit eine extrem schwache Woche hinter sich. Die Anleger schauten besorgt nach Spanien. Währenddessen sorgte Thyssen-Krupp für Aufsehen.

Ein Händler an der Frankfurter Börse. AFP

Ein Händler an der Frankfurter Börse.

DüsseldorfDie Freude der europäischen Aktienanleger über die Sparziele Spaniens ist schnell verflogen. Auf den zweiten Blick zweifelten Investoren an der Umsetzung. Der Dax gab seine anfänglichen Gewinne ab und schloss ein Prozent schwächer bei 7.216 Punkten. Der EuroStoxx50 rutschte sogar um 1,8 Prozent auf 2.461 Zähler ab. Auf Wochensicht hat der Dax gut drei Prozent verloren.

„Beim Lesen des spanischen Haushaltsentwurfes frage ich mich, wie man bei einer schrumpfenden Wirtschaft von steigenden Steuereinnahmen ausgehen kann“, sagte ein Börsianer. Helaba-Analyst Christian Schmidt bezweifelte ebenfalls, dass die angekündigten Maßnahmen wie geplant durchgesetzt werden können. In den vergangenen Tagen hatte es in Spanien Proteste gegen den harten Sparkurs gegeben.

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Ministerpräsident Mariano Rajoy setzt bei seinem Haushaltsentwurf für 2013 vor allem auf Ausgabenkürzungen. Gleichzeitig rechnet die Regierung trotz einer anhaltenden Rezession mit einem Plus der Steuereinnahmen von 3,8 Prozent. Außerdem bekamen einige Investoren im Vorfeld des spanischen Bankenstresstests (18:00 Uhr) kalte Füße und gingen auf Nummer Sicher.

Die Skepsis der Investoren zeigte sich auch am Rentenmarkt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Titel hielt sich über der psychologisch wichtigen Marke von sechs Prozent.

Warten auf Moody's

Die Anleger zeigten sich nach Einschätzung von Händlern zudem besorgt über eine neue Einschätzung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die Ratingagentur Moody's. Die Kreditbewertung wird am späten Abend erwartet. Mit Blick auf die angespannte Lage im Euro-Krisenstaat ist eine nochmals schlechtere Benotung nicht auszuschließen. Bei Moody's steht die Spanien-Bewertung nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Sollte es also zu einer erneuten Abstufung kommen, wäre das nach Einschätzung des Commerzbank-Experten Christoph Rieger ein „kräftiger Rückschlag“. Weitere Kurverluste beim Euro wären dann wohl die Folge, hieß es von Händlern.

Spanien mit Salamitaktik

Die Märkte hoffen seit Wochen auf einen Hilfsantrag Madrids, doch die Regierung zögert diesen Schritte bislang hinaus. Die Hilfen aus dem Rettungsfonds sind Voraussetzung dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) spanische Staatsanleihen aufkauft, um die Schuldenlast des Landes zu drücken. Investoren versprechen sich vom Eingreifen der EZB eine nachhaltige Stabilisierung des Landes und damit eine deutliche Entschärfung der Schuldenkrise.

Spanien werde kaum darum herumkommen, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, betonte Commerzbank-Volkswirt Peter Dixon. Andere Börsianer urteilten ähnlich. Allerdings erleichtere der Sparhaushalt Rajoy die Entscheidung zugunsten eines umfassenden Hilfsantrags. „Mit diesem Programm muss sich Spanien weniger Auflagen von seinen europäischen Partnern diktieren lassen“, fügte ein Händler hinzu.

Durch den Gang unter den Rettungsschirm würde Spanien die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) erfüllen, mit der die hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen gedrückt werden sollen. Bislang hat das Land lediglich Gelder für seinen maroden Bankensektor beantragt.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

28.09.2012, 09:07 Uhr

"Dax steigt wieder über 7.300 Punkte"

das ist bestimmt nachhaltig. So wie das Sparpaket von Spanien. Spanien wird immer mehr das zweite Griechenland. Italien ist auch bald dabei. Dann haben wir einen fröhlichen Dreierbund, der total pleite und ruiniert Europa immer weiter in den Abgrund zieht.

Und die Politiker schauen gnadenlos zu

Super-Mario

28.09.2012, 09:24 Uhr

Wofür gibt es mich. Ich helfe wo ich kann.

Whistleblower

28.09.2012, 09:41 Uhr

Wer kann das Gerücht bestätigen (oder widerlegen) wir seien am Ende der Hausse angelangt weil Aktien im Moment wieder "weitergereicht" werden, also weg von den Institutionellen die jetzt verkaufen, hin zu den Privatanlegern die sich (viel zu teuer) eindecken? Banker anwesend?

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