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25.08.2014

17:33 Uhr

Börse Frankfurt

„Super-Mario“ treibt den Dax an

Er hat es wieder getan: EZB-Chef Mario Draghi sorgt in einer Rede für Spekulationen über neue Geldspritzen. Anleger hoffen auf einen Geldregen und kaufen Aktien. Von der Krise ist beim Dax keine Spur mehr.

Tag an den Börsen

Anleger setzen auf Super Mario

Tag an den Börsen: Anleger setzen auf Super Mario

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FrankfurtAnleger weltweit haben am Montag auf einen warmen Geldregen aus den Schleusen der EZB gewettet und kräftig Aktien gekauft. Der S&P 500 stieg ein ein Rekordhoch, der Dax ging 1,75 Prozent höher bei 9.502 Punkten aus dem Handel.

EZB-Chef Mario Draghi hatte auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole gesagt, er wolle die immer niedrigere Inflation in der Währungsunion falls nötig mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln erhöhen und so die Wirtschaft ankurbeln. Aus Sicht der Märkte sind breit angelegte Wertpapierkäufe (QE) nun wahrscheinlicher geworden, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar.

Draghi könnte damit dem Model Japan näher kommen: Mit Wertpapierkäufen in Rekordhöhe peppt die Bank of Japan bereits die Wirtschaft des Landes auf. Ein Experiment, das seinesgleichen sucht und hochumstritten ist.

Der Euro ging auf Talfahrt und fiel mit 1,3182 Dollar auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr. Draghis Ziel ist nämlich klar: Die Inflation des Euro verstärken.

Die Inflationsrate in den 18 Euro-Ländern ging im Juli auf 0,4 Prozent zurück und lag damit deutlich unter dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent. Auf breiter Front fallende Preise können eine Wirtschaft auf viele Jahre lähmen. Verbraucher konsumieren dann weniger, weil sie mit noch niedrigeren Preisen in der Zukunft rechnen. Unternehmen schieben Investitionen auf die lange Bank.

Analysten werteten die Aussagen Draghis als dramatisch. „Draghis Rede in Jackson Hole kann durchaus als ein Meilenstein in die Geschichte des EZB-Präsidenten eingehen“, stellte Commerzbank-Analyst Michael Leister fest.

Fed-Chefin will Zinsen nicht überstürzt anheben

Die US-Notenbank Fed hat die Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008 mit ultraniedrigen Zinsen und massiven Wertpapierkäufen wieder in Schwung gebracht. Mit einer Anhebung der Zinsen will sich Fed-Chefin Janet Yellen offenbar noch Zeit lassen. Ein zu schnelles Vorgehen könne die Erholung auf dem Arbeitsmarkt hemmen, sagte Yellen in Jackson Hole.

An den Rentenmärkten löste die Aussicht auf billiges Zentralbankgeld einen Run auf die Bundesanleihen und ihre spanischen, italienischen und französischen Pendants aus. Dabei rutschten die Renditen auf Rekordtiefs. Der überraschend starke Rückgang des Ifo-Index wurde von den Anlegern dagegen meist ignoriert. Die deutsche Wirtschaft sei zwar anfällig für Störungen von außen, aber eine Rezession drohe nicht, sagten Analysten.

Kommentare (32)

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Herr Edi Haas

25.08.2014, 08:03 Uhr

Das Spiel ist so einfach.
Alles wartete auf die Notenbänker die haben geliefert
uns schon gibt es ein VORbörsliches TH
das will erst mal innerbörslich bestätigt werden.
Am Freitag NACH Handelsschluss wieder Calls fast wertlos haben sich jetzt schon verdreifacht.
Geld macht Geld und Kurse Nachrichten.

Herr Edi Haas

25.08.2014, 08:14 Uhr

Da scheinen DIE aber noch eine Menge Puten nach oben abholen zu wollen.
Aber ihr haltet ja immer dagegen statt mit der Welle mitzuschwimmen.
Auch am Freitag war der Put wieder das meistgehandelte Derivat.
Diese Kleinanleger lernen es nie.

Herr Tobias Wahrsager

25.08.2014, 08:35 Uhr

Es ist immer wieder dasselbe: Kurz vor einem großen Börsencrash lügen interessierte Kreise aus der Finanzwelt der breiten Anlegermasse vor, es ginge demnächst wieder aufwärts. Sie, die interessierten Kreise, verkaufen ihre Aktien dann noch schnell auf hohem Kursniveau. So war es immer schon. Der DAX wird in 1,5 Jahren bei um die 4000 Punkte stehen, und das Jammern beim geschädigten und getäuschten Kleinanleger wird groß sein. Alles wie schon gehabt.

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