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14.06.2011

17:17 Uhr

Börse Frankfurt

Trotz Griechen-Krise - Dax schließt mit satten Gewinnen

Nach einem ruhigen Handelstag am Pfingstmontag sind heute die Bullen los: Trotz des Griechenland-Debakels schloss der Dax mit deutlichem Plus. Dafür sorgten auch Übernahmefantasien.

An der Frankfurter Börse wird das Thema Griechenland heute anscheinend ausgeblendet. Quelle: dapd

An der Frankfurter Börse wird das Thema Griechenland heute anscheinend ausgeblendet.

FrankfurtNach einem ruhigen Handelstag am Pfingstmontag hat sich der Dax am Dienstag erfreulich kräftig gezeigt. Der Leitindex schloss am späten Nachmittag mit 1,7 Prozent bei 7.205 Punkten und lag damit etwas unterhalb seines Tageshochs bei 7.231 Punkten. Gut aufgenommene Inflations- und Produktionszahlen aus China sorgten schon zum Auftakt für eine verbesserte Stimmung an den Aktienmärkten. Weniger stark als erwartet gesunkene Einzelhandelsumsätze aus den USA trieben die Kurse am Nachmittag dann noch zusätzlich an. Die erneute Senkung der Bonitätsnote für Griechenland wurde von den Investoren hingegen ohne große Aufregung zur Kenntnis genommen. „Das ist nichts wirklich Neues“, sagte ein Händler. „Dass Griechenland ein enormes Schuldenproblem hat, ist bekannt. Dass daran gearbeitet wird, aber auch.“ Positiv wirkte auch eine Strategiekommentar der Credit Suisse, in der die Analysten ihre Gewichtung von Aktien erhöhten. Bei extrem dünnen Umsätzen hatte der Dax am Montag den Handel mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei 7.085 Punkten beendet.

Seit Monatsbeginn hatten die Investoren wegen der Sorgen um die US-Konjunktur und die Entwicklung der europäischen Schuldenkrise eher einen Bogen um Aktien gemacht - der Dax verlor seit Anfang Juni knapp drei Prozent. Der MDax für mittelgroße Werte legte um ein 1,2 Prozent auf 10.693 Punkte zu. Auch der TecDax lag mit starken Solarwerten mit 1,6 Prozent deutlich im Plus bei 891 Punkten.

Prominente Stimmen zur Schuldenkrise

Axel Weber, Ex-Chef der Bundesbank

„Ab einem bestimmten Punkt muss man seine Verluste einschränken und das System neu starten“

Horst Köhler, ehemaliger Bundespräsident und einst Chef des IWF

„Die Euro-Gruppe und das ganze europäische Projekt stehen wegen gravierender politischer Versäumnisse in der Vergangenheit vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe.“

George Soros, Großinvestor und Präsident von Soros Fund Management

„Seien wir mal ehrlich: Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs, der - sagen wir mal - mit Griechenland anfängt, aber sich leicht ausweiten kann.“

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

„Wir stehen vor dem realen Risiko der ersten ungeordneten Staatsinsolvenz innerhalb der Euro-Zone.“

Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pacific Investment Management Co (Pimco)

„Griechenland hat zu viele Schulden und kann nicht wachsen, solange diese Probleme nicht gelöst sind. [...] Das Land wird um eine Umschuldung nicht herumkommen.“

Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung

„Also das Geld ist verloren. Die Griechen können ja jetzt schon nicht zurückzahlen. Griechenland war im Grunde schon vor einem Jahr pleite.“

Barack Obama, US-Präsident

„Eine Spirale der Zahlungsunfähigkeit wäre eine Katastrophe.“

Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank

„Solidarität darf nicht in der Weise missverstanden werden, dass die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft keine andere Wahl hätten, als die Finanzierung fortzusetzen. Niemand ist erpressbar und niemand darf erpressbar sein. [...] Das Schicksal des Euro hängt nicht an Griechenland.“

Warren Buffett, Investmentlegende

„Ein Kollaps des Euro ist nicht undenkbar.“

Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und ehemaliger Chefökonom des IWF

„Die EU schiebt das Schuldenproblem nicht nur vor sich her, sondern wie einen Schneeball den Berg hinunter.“

Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Premier und Eurogruppenchef

„Es wird keine vollständige Umschuldung Griechenlands geben. Auch der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist niemals ein Thema gewesen“.

Jim Rogers, Börsenexperte

„Lasst Griechenland pleitegehen!“

Jim O'Neill, Chef der Vermögensverwaltung bei Goldman Sachs

„Es wäre besser für die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Währungsunion, die Restrukturierung Griechenlands schnell über die Bühne zu bringen. Wenn nicht, wird die Krise immer schlimmer und breitet sich womöglich auch auf andere Länder aus.“

Bill Gross, Manager des größten Anleihefonds der Welt

„Die Währungshüter versuchen, das Ungleichgewicht von zu hohen Schulden und zu attraktiven Zinsen auf Ersparnisse auszugleichen. Man könnte das als finanzielle Repression bezeichnen. Wir nennen es Taschendiebstahl.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

„Wenn der Euro als Ganzes in Gefahr ist, ist es das deutsche Interesse zu helfen, um den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu gefährden.“

US-Konjunkturdaten geben zusätzlichen Schub

Der Leitindex beschleunigte am Nachmittag nach Veröffentlichung der US-Daten seine Aufwärtsbewegung. „Vor allem aus den USA waren positive Impulse sehnsüchtig erwartet worden“, sagte ein Händler. Der Einzelhandelsumsatz gab in den USA im Mai zwar nach, allerdings nicht so stark wie befürchtet. Anders als die deutsche Wirtschaft wächst die amerikanische derzeit nur moderat. Vor allem der schwache Arbeitsmarkt verhindert einen stärkeren Aufschwung. Zuletzt hatte es eher enttäuschende Konjunkturdaten gegeben.

Die Schwäche des privaten Verbrauchs sei bislang nur eine eher kurzfristige Erscheinung, kommentierte Postbank-Analyst Heinrich Bauer. Der mittelfristige Aufwärtstrend sei dagegen noch ungebrochen. Die US-Börsen eröffneten mit deutlichen Aufschlägen.

Am Morgen verwiesen Marktteilnehmen zudem auf eine abnehmende Unsicherheit nach positiv aufgenommenen Daten aus China. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte: „Das Grundbild bleibt positiv ­ das konjunkturelle Umfeld stimmt insgesamt, die Versorgung der Märkte mit billigem Geld stützt Aktien und auch das politische Risiko in der Eurozone wird mit einem neuen Rettungspaket Ende Juni stabilisiert werden.“

n-tv Börse Frankfurt am Mittag

Video: n-tv Börse Frankfurt am Mittag

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Kommentare (4)

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Account gelöscht!

14.06.2011, 08:55 Uhr

oberhalb von 7170/80 fixen. und schauen, dass das opening-gap am vormittag wieder zugemacht wird. spielen wir das mal so.

Neandertaler

14.06.2011, 11:54 Uhr

Sie scheinen ein hohes Geltungsbedürfnis zu besitzen...

Krachabaeus

14.06.2011, 14:32 Uhr

ich bin mir seiner Ungewissheit zu 100% gewiss!

Die besten Grüße,

Krachabäus

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