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01.02.2017

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Trump-Rally nimmt wieder Fahrt auf

VonIlias Stampoulis, Jürgen Röder

Die Sorgen der Anleger, dass ein unberechenbarer US-Präsident die Börsen belastet, haben sich zeitweise in Luft aufgelöst. Der Dax schaltet nach starken Unternehmenszahlen am heutigen Handelstag wieder in den Hausse-Modus.

Börse am Abend

Gute Laune an der Börse: Dax schließt mit 11.659 Punkten

Börse am Abend: Gute Laune an der Börse: Dax schließt mit 11.659 Punkten

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Frankfurt/DüsseldorfEuropas Anleger haben sich zurück aufs Parkett getraut. Nach drei Tagen mit deutlichen Verlusten schließt der Dax am Mittwoch 1,1 Prozent fester bei 11.659 Punkten. Der Euro Stoxx 50 gewann 0,9 Prozent auf 3258 Zähler. Für Unterstützung sorgten starke Unternehmenszahlen, allen voran die von Dax-Schwergewicht Siemens.

Nach am gestrigen Handelstag waren Anleger der Meinung, dass US-Präsident Trump mit seiner wenig rücksichtsvollen Politik zunehmend den enormen Kredit verspiele, den er bei Börsianern hat. Doch dieses Thema ist offenbar wieder zu den Akten gelegt worden.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Anleger blicken auch aus einem weiteren Grund in Richtung Washington. Am heutigen Mittwoch tagt dort die Federal Reserve. Niemand erwartet, dass die weltmächtigste Notenbank die Leitzinsen anrührt. Erst in der Dezember-Sitzung hatte das entscheidende Offenmarkt-Gremium den Satz erhöht auf 0,5 bis 0,75 Prozent. Das war der erste Anstieg seit einem Jahr, und erst der zweite überhaupt seit der Finanzkrise. Nur vorsichtig vollzieht die Fed die Straffung der Geldpolitik, könnte ein zu forsches Agieren für Marktturbulenzen sorgen und die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Aber jetzt brummt die Wirtschaft, es herrscht quasi Vollbeschäftigung.

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Und mit den trump'schen Maßnahmen, die die Konjunktur weiter ankurbeln sollen, dürfte die Inflation kräftiger zulegen als zuvor. In diesem Fall wird die US-Notenbank energischer auftreten als in den Nachkrisenjahren. In diese Richtung äußerten sich auch Fed-Funktionäre selbst. Präsidentin Janet Yellen betonte den Handlungswillen ihre Institution, deutete bis zu drei Zinsschritte im laufenden Jahr an. Geht es nach den Terminmärkten dürfte dies nicht vor dem Sommer geschehen. Die Währungshüter müssten überhaupt erst sehen, welchen wirtschaftspolitischen Kurs die neue Regierung einschlägt. Anleger erhoffen sich von der heutigen Sitzung Hinweise auf den Zeitplan. Janet Yellen tritt erst nach europäischem Handelsschluss vor die Kameras, gegen 20 Uhr.

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