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29.07.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Tschüss Dax!

Der deutsche Leitindex verabschiedet sich mit Verlusten ins Wochenende - egal. Deutschland macht jetzt erstmal Ferien. Doch an den Märkten droht weiter das Chaos.

Besonderer Blick auf den Frankfurter Handelssaal: rund lief es für den deutschen Leitindex heute allenfalls in den letzten Handelsstunden. Quelle: dpa

Besonderer Blick auf den Frankfurter Handelssaal: rund lief es für den deutschen Leitindex heute allenfalls in den letzten Handelsstunden.

FrankfurtDer letzte Handelstag der Woche war geprägt von Sorgen um den US-Haushalt und die Anhebung des Schuldenlimits. Verstärkt wurde die Negativ-Stimmung durch schlecht ausgefallene US-Konjunkturdaten. Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft stieg von April bis Juni zwar mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,3 Prozent. Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt aber mit einem annualisierten Anstieg von 1,8 Prozent gerechnet. Der Dax weitete nach den überraschend schwachen Daten seine Verluste zunächst aus, konnte sich dann aber wieder ein wenig erholen. Er ging schließlich mit einem auf Tagessicht moderaten Minus von 0,44 Prozent und 7.158 Punkten ins Wochenende.

US-Präsident Barack Obama hat angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Regierung Demokraten und Republikaner erneut zur Kompromissbereitschaft aufgefordert. Es gebe mehrere Wege aus der Krise, aber die Blockade müsse schnell und über die Parteigrenzen hinweg gelöst werden, sagte Obama am Freitag. Demokraten und Republikaner im Senat sollten einen gemeinsamen Vorschlag zur Anhebung der Schuldenobergrenze erarbeiten, der auch im US-Repräsentantenhaus Aussicht auf Erfolg habe. „Wir haben bald keine Zeit mehr“, sagte der Präsident. Einigen sich die Abgeordnete bis zum kommenden Dienstag nicht auf eine Erhöhung des gesetzlichen Schuldenlimits, sind die USA zahlungsunfähig.

Zuvor war eine stundenlange Debatte über die Pläne des republikanischen Präsidenten des Repräsentantenhauses, John Boehner, abrupt abgebrochen worden. Sein Entwurf sieht eine Anhebung der Schuldenobergrenze um eine Billion Dollar sowie Ausgabenkürzungen in Höhe von 1,2 Billionen Dollar vor.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich weiter eingetrübt. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan fiel im Juli nach endgültigen Berechnungen vom Freitag auf 63,7 Punkte von 71,5 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten im Schnitt mit 64,0 Punkten gerechnet. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

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Über der Euro-Zone braut sich nur eine Woche nach den weitreichenden Beschlüssen zur Rettung Griechenlands neues Ungemach zusammen. Mit Italien und Spanien stehen an den Finanzmärkten nun zwei volkswirtschaftliche Schwergewichte der Währungsgemeinschaft unter dem Druck steigender Zinsen.

Die Investoren befürchten, dass Spanien seine Finanzen nicht in den Griff bekommt und ebenfalls ein Rettungspaket wie Griechenland, Irland oder Portugal benötigen könnte. Als Folge stiegen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. An den Märkten machte sich die Einschätzung breit, dass das vor einer Woche beschlossene neue Hilfspaket für Griechenland nicht den erhofften Effekt haben könnte, andere hoch verschuldete Euro-Länder vor einer Ansteckung zu bewahren.

Der schwache Arbeitsmarkt in Spanien zeigte allerdings minimale Zeichen der Besserung: Die Arbeitslosenquote fiel im zweiten Quartal leicht auf 20,9 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Im ersten Quartal hatte die Rate bei 21,3 Prozent gelegen und war damit die höchste in der Euro-Zone.

Niedrigere Inflationsrate im Euro-Raum

In den 17 Ländern mit Eurowährung sind die Verbraucherpreise im Juli um 2,5 Prozent angestiegen. Das ist etwas weniger als die 2,7 Prozent vom Juni, wie das Statistische Amt der Europäischen Union (EU) am Freitag in Luxemburg mitteilte.

Die Teuerung liegt damit auch im Juli deutlich über der kritischen Marke von zwei Prozent, die eigentlich in der Eurozone nicht überschritten werden sollte. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nur bei Werten knapp unter dieser Marke die Preisstabilität gewahrt. Zuletzt hatte die Notenbank Anfang Juli den Zins auf 1,50 (zuvor 1,25) Prozent angehoben. Bei dem Wert von 2,5 Prozent handelt es sich um eine erste Vorausschätzung. Erfahrungsgemäß stimmt sie jedoch mit den Mitte August veröffentlichten genauen Zahlen überein.

Kommentare (72)

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29.07.2011, 07:29 Uhr

freitags schlachtefest. bitte schön blutig rot.

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29.07.2011, 07:32 Uhr

ps: meine taxe liegt bei 7050 - 7070 im mom.

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29.07.2011, 08:38 Uhr

Der Dax ist mit 7000-7100 schon recht tief. Ich hab so das Gefühl, dass sich bis zur Entscheidung in den USA nicht so sehr viel tun wird. Keiner will hier große Risiken eingehen.

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