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17.11.2014

17:39 Uhr

Börse Frankfurt

Und dann kam Draghi

Zum Wochenstart sorgte Japans Wirtschaft für die erste Enttäuschung und zog die Märkte runter. Doch am Nachmittag eilte Draghi zur Hilfe und sorgte mit einer wagen Äußerung für Kauflaune unter Dax-Anlegern.

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Die Bilanzsaison ist zu Ende, große Termine gibt es nicht. Anleger müssen sich auf eine zähe Handelswoche einstellen und werden wohl bei den Impulsen eine Durststrecke durchmachen müssen.

Der Montag begann zunächst mit einer schlechten Nachricht: Die japanische Wirtschaft war überraschend in eine Rezession gerutscht und sorgte am Markt für Nervosität. „Es ist ein kleiner Schock, da die Leute geglaubt hatten, dass die Bank of Japan alles unter Kontrolle hat“, sagte Analyst Nicolas Cheron vom Brokerhaus FXCM. Weitere größere Kursrückschläge seien allerdings nicht zu erwarten. „Anleger rechnen weiterhin mit weltweiten Stützungsmaßnahmen der Notenbanken.“

Und diese Einschätzung sorgte dafür, dass sich der Dax am Nachmittag berappeln konnte. Am späten Nachmittag gab Draghi dem Dax noch einen Schub: Draghi hatte erklärt, unkonventionelle Maßnahmen könnten auch den Ankauf von Staatsanleihen umfassen. Der Deutsche Leitindex ging schließlich 0,6 Prozent höher bei 9.306 Punkten aus dem Handel. Der japanische Leitindex Nikkei war um drei Prozent eingebrochen.

Neben Japan belastete laut Börsianern noch der ernüchternde Verlauf des G20-Gipfels. Die 20 größten Industrienationen und Schwellenländer seien einer Lösung der Ukraine-Krise keinen Schritt näher gekommen, sagte ein Händler. Im Gegenteil: Die am Wochenende deutlich gewordenen starren Fronten zwischen dem Westen und Russland dürften so manchen Börsianer nachdenklich stimmen, fasste LBBW-Analyst Wolfgang Albrecht zusammen. Vor diesem Hintergrund legten Dollar und Euro zum Rubel jeweils bis zu 0,8 Prozent zu.

Aus Furcht vor einer weiteren Abschwächung der Nachfrage ging auch der Ölpreis tiefer in die Knie. Die richtungweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 2,2 Prozent auf 76,88 Dollar je Barrel (159 Liter).

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Dax-Anleger erwartet insgesamt eine eher ruhige Woche, schätzt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. „Uns werden die kursbewegenden Nachrichten fehlen, einige US-Konjunkturdaten aus der zweiten Reihe dürften in den Vordergrund rücken.“ Angesichts dieser mauen Impulse rechnet der Experte beim Dax nicht mit großen Kursbewegungen. „Ich bin zwar vorsichtig optimistisch, allerdings sollten Anleger die vielen geopolitischen Krisen im Auge behalten.“

Kommentare (22)

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Herr Tom Bauer

17.11.2014, 10:00 Uhr

Ein Tag, an dem nicht viel passiert soll die Überschrift wohl andeuten.
Wie immer ist jeder Tag ein Wettbewerb um die Idee, was wohl der Tag bringen wird. Anhand der Einschätzung der Anleger und Händler stellt sich dann der Preis ein.

Heißt also nix anderes heute, dass sich der Wettbewerb der Ideen heute die Waage hält und Käufer und Verkäufer im Wettbewerb um den fairsten Handelspreis der Aktien sich uneinig sind!

Heißt aber für ggf. andere, die hektischeren Tage, dass da ein subjektives Meinungsbild die Kaufs- oder Verkaufsaktivitäten ausschlaggebend beeinflusst.

Für das Meinungsbild von Langfristanlegern wird das nichts ändern, bzw. ein Tag so wie der Heutige ist die Bestätigung, dass man subjektiven Schwankungen überhaupt nicht folgen braucht.
(Als Händler natürlich schon)

In diesem Sinne: Heute die Bestätigung sehen, dass niemand was weiß.
Morgen dann ggf. den Hektikern wieder zuschauen, wenn jeder glaubt er sei der Schlauste und wisse mehr als jeder Andere; mit entsprechenden Kursschwankungen.

Herr Uwe Warschkow

17.11.2014, 10:33 Uhr


Mein Interesse gilt eher der EZB.Denn der größte Gegner von Staatsanleihekäufen, Bundesbankpräsident Weidmann, scheint einem echten quantitativen Lockerungsprogramm möglicherweise nicht mehr völlig abgeneigt gegenüber zu stehen, wie jüngst in einem Interview erkennbar wurde. Da klang der Bundesbankpräsident fast schon ein wenig taubenhaft, als er äußerte, es sei für die EZB angemessen, eine expansive Politik zu betreiben. Natürlich nicht ohne dabei zu erwähnen, dass ein QE-Programm falsche Signale an die Regierungen senden würde.Gerade jetzt wäre es wünschenswert,ein QE vorzubereiten.Die USA haben gezeigt,dass es funktionieren kann.Die AL geht zurück,das Wachstum ist gut.

Edi Haas

17.11.2014, 12:46 Uhr

Ein Tag,an dem nicht viel pasiert muss die Überschrift wohl heißen: Kommentieren kann man alles,auch wenn nix passiert.
In diesem Sinne:
An der Börse kann es jeden Tag fallen oder steigen,oder steigen und dann fallen,oder......
Die Erklärung finden wir dann schon:Notenbank,Griechenland,Ukraine,Unternehmenzahlen,Ifo,Amis.........

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