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31.01.2011

20:15 Uhr

Börse Frankfurt

Unruhen in Ägypten halten Dax im Minus

Die Sorgen über die Unruhen in Ägypten halten die Anleger am Aktienmarkt in Atem. Besonders die Papiere von Unternehmen, die über ihr Geschäft in die Region involviert sind, wurden von Anlegern abgestoßen. Der Dax hat einen Großteil seiner frühen Verluste wettgemacht, der Sprung in die Gewinnzone scheiterte aber.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Unruhen in Ägypten haben am deutschen Aktienmarkt ihre Spuren hinterlassen. Über den Tag gesehen hat der Dax jedoch nur leicht nachgegeben. Angesichts guter Konjunkturdaten aus den USA erholte sich der Leitindex etwas von seinen Verlusten im frühen Handel und schloss mit einem Minus von 0,36 Prozent auf 7077,48 Punkte. Der MDax sank um 0,93 Prozent auf 10 139,89 Punkte und der TecDax gab um minimale 0,02 Prozent auf 867,75 Punkte nach.



„Ägypten allein würde an den Finanzmärkten keine Besorgnis auslösen“, sagte Bernard McAlinden, Investmentstratege bei NCB Stockbrokers. Wichtiger sei die Furcht vor einem Übergreifen auf die erdölexportierenden Länder am Persischen Golf. Nach Meinung von Jonathan Sudaria, Händler beim Onlinebroker London Capital Group, ist Ägyptens Einfluss auf die Weltwirtschaft zwar begrenzt. „Aber seine Bedeutung für die Transportwege des internationalen Handels ist riesig.“ In Kairo selbst blieb die Börse am Montag geschlossen.

Allerdings sprachen einige Händler von einer moderaten Reaktion. „Die Dax-Verluste am Morgen waren übertrieben“, sagte ein Händler. Die Lage in Ägypten sei eine willkommene Ausrede für die Anleger gewesen, um Gewinne mitzunehmen. Seit Jahresbeginn hat der Dax über zwei Prozent zugelegt. Ein anderer Börsianer kommentierte die Erholung am Nachmittag damit, dass sich das Sprichwort „Politische Börsen haben kurze Beine“ offenbar wieder bewahrheite.

Vor allem die Aktien von Tourismus- und Fluggesellschaften bekamen aber die Unsicherheit der Anleger zu spüren. „Für die Branche war Ägypten schließlich ein sehr lukratives Ziel“, erklärte ein Händler. „Tunesien und Ägypten machen zusammen zwar nur zehn Prozent der Gewinne der Reisekonzerne aus, aber sie leiden unter der Risikoaversion“, erklärte Matthias Desmarais, Touristik-Analyst bei Exane BNP Paribas in Paris. Die TUI-Aktien fielen im MDax um 2,1 Prozent. Die in London gelisteten Aktien der Tochter Tui Travel und die Papiere von Thomas Cook verloren 2,6 Prozent bzw. 3,05 Prozent.

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