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11.05.2012

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

US-Daten retten Dax das Wochenende

JP Morgan verzockte sich um Milliarden, Frankreich und Spanien fahren höhere Staatsschulden ein und Griechenlands Regierung bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Trotzdem gewann an der Börse der Optimismus.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDer Konsumklima-Index der Uni Michigan schaffte es, trotz einer Flut negativer Meldungen, Optimismus an der deutschen Börse zu stiften. Nach einem Auf und Ab schloss der Deutsche Leitindex schließlich 0,95 Prozent höher bei 6.579 Punkten. Auf Wochensicht hat der Dax damit ein moderates Plus von 0,3 Prozent geschafft. Den Handelstag über beschäftigten insbesondere Sorgen um die europäische Schuldenkrise und die milliardenschwere Zockerei der US-Großbank JP Morgan die Anleger.

Bevor der Konsumklima-Index der Uni Michigan (15:55 Uhr MESZ) veröffentlicht wurde notierte der Dax tief im Minus. Das von Reuters und der Universität Michigan ermittelte Stimmungsbarometer der US-Verbraucher stieg im Mai auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. "Der erneute Anstieg der Verbraucherstimmung ist erfreulich", sagte Helaba-Analystin Viola Stork. "Insgesamt werden die moderaten Wachstumsaussichten für die USA unterstützt."

Gewinner der Woche (HDax)

Deutsche Telekom

+ 4,30 Prozent

Nordex

+ 4,62 Prozent

Deutsche Wohnen

+ 5,11 Prozent

Gigaset

+ 5,41 Prozent

GSW Immobilien

+ 5,54 Prozent

Dialog Semiconductor

+ 6,02 Prozent

Deutsche Euroshop

+ 6,10 Prozent

Lanxess

+ 6,16 Prozent

Symrise

+ 8,51 Prozent

Solarworld

+ 9,22 Prozent

Den ganzen Handelstag über sorgte JPMorgan für trübe Stimmung bei den Anlegern. Die US-Großbank hat sich um zwei Milliarden Dollar verzockt - die Aktie gibt an der Wall Street neun Prozent nach. „Die Befürchtung ist, dass andere Banken auch noch Leichen im Keller haben“, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Lex van Dam, Hedgefonds-Manager bei Hampstead Capital, äußerte sich ähnlich: „Dass nicht einmal JPMorgan in der Lage ist, seine Händler zu kontrollieren, heißt, dass es mehr Regulierung und weniger Gewinne geben wird.“

Aktien der Deutschen Bank konnten ihre hohen Verluste eingrenzen und schlossen lediglich 0,2 Prozent tiefer, Commerzbank 0,26 Prozent. Der europäische Branchen-Index verlor 0,8 Prozent.

Für Verunsicherung bei den Anlegern sorgte auch die schwierige Lage im spanischen Bankensektor. Erst am Donnerstag hatte Spanien die zweitgrößte Sparkasse des Landes, Bankia, verstaatlicht. Die Analysten von UBS warnten in einem Kommentar vor „erheblichen Risiken“ für die spanischen Banken, die Staatsschulden und die Wirtschaft, sollten die für Freitag erwarteten Pläne der spanischen Regierung zur Rettung der Finanzbranche enttäuschen.

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Hinzu kamen schlechte Nachrichten bezüglich der Staatsschuldenkrise. Spanien und Frankreich verfehlen nach Einschätzung der EU-Kommission ihre Defizitziele. Die beiden großen Euro-Länder werden es nicht schaffen, im kommenden Jahr - wie fest vereinbart - die Maastrichter Defizitmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Das teilte die EU-Behörde am Freitag in ihrer Konjunkturprognose in Brüssel mit.

Das von einer Bankenkrise erschütterte Spanien kommt 2013 demnach auf 6,3 Prozent Haushaltsdefizit vom Bruttoinlandsprodukt (BIP), Frankreich auf 4,2 Prozent. Auch die Niederlande liegen im kommenden Jahr mit 4,6 Prozent weit über der Zielmarke von 3 Prozent.

Verlierer der Woche (HDax)

Boss

- 5,26 Prozent

Software AG

- 5,40 Prozent

Allianz

- 5,51 Prozent

Gerry Weber

- 6,66 Prozent

Freenet

- 7,41 Prozent

Morphosys

- 7,83 Prozent

Deutz

- 8,21 Prozent

Centrotherm

- 9,74 Prozent

GEA

- 10,68 Prozent

Kloeckner & Co

- 11,85 Prozent

In Griechenland werden Neuwahlen immer wahrscheinlicher. Nach Gesprächen am Freitag erteilte der Parteivorsitzende der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, einer Koalition mit der sozialistischen PASOK und der konservativen Neuen Demokratie (ND) eine Absage. "Wir haben unsere Haltung klar gemacht. An einer Regierung mit (nur) Neuer Demokratie und PASOK werden wir uns nicht beteiligen", sagte Kouvelis. Das Hin und Her geht damit weiter und Anleger bleiben verunsichert.

Kommentare (91)

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Sodener

11.05.2012, 07:56 Uhr

Noch ist nichts verloren - sollten wir jedoch unter das Wochentief im FDax bei 6372 abrutschen wird es extrem ungemütlich. Griechenland ist abgeschrieben egal mit welcher Regierung, Spaniens Banken sind das Megaproblem.

Account gelöscht!

11.05.2012, 08:09 Uhr

sehr gut. Vielen Dank für die Steilvorlage aus Japsenland. Perfekt. Dank auch an JP Morgan. Oder wie ich sie bezeichne: die kleine Spitze des Eisbergs. Schönen Tag allen Shorties ;-))))))))))))

Account gelöscht!

11.05.2012, 08:20 Uhr

moin zusammen...

mal aus interesse gefragt, ab welchen (dax-)ständen würdest du von der shortseite auf die longseite wechseln bzw. neutral sein hamburger? mit anderen worten, wo siehst du den dax aktuell "fair" bewertet?

vg
schaf

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